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Gravierende Tierschutzmissstände in Schäferhundzucht im Westerwald aufgedeckt

PETA zeigt traurigen Alltag von Zuchthunden

Stand April 2013
Bitzen im Westerwald, Kreis Altenkirchen: In einer abgelegenen Zuchtanlage für Schäferhunde konnten PETA-Ermittler katastrophale Missstände aufdecken. Die Ermittler fanden Hundeschädel auf und hinter dem Gelände des Züchters Hans F. Dieser Züchter ist im Verein für Deutsche Schäferhunde, einem der beiden größten Vereine innerhalb des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen), organisiert.

 

Update April 2013: Nachdem die Staatsanwaltschaft Koblenz sich lange geweigert hatte, ordnungsgemäße Ermittlungen gegen den Hundehändler zu führen, während allerdings gleichzeitig gegen die Tierschützer vehement ermittelt wurde, ist das Verfahren auf Weisung der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz wieder aufgenommen und weitergeführt worden. Da es sich „um eine einmalige Verfehlung gehandelt“ habe, wurde das „Verfahren wegen Verstoßes gegen § 326 StGB und gegen das Tierschutzgesetz gemäß § 153a StPO“ eingestellt. Der Hundezüchter muss 300 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Damit haben sich die Anzeigen der Tierschützer gegen den Hundehändler, und damit auch indirekt gegen die zuständigen Behörden, wegen der Vorwürfe der Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und wegen rechtswidriger Abfallbeseitigung im Grundsatz bestätigt (Az.: 2040 Js 26840/11).

 

Folgende Verstöße gegen den Tierschutz stellte PETA fest:

1) Am 15.2.2011 fanden Mitarbeiter von PETA 10 Schädel von Hunden direkt hinter und auf dem Gelände der Zuchtanlage, darunter auch Schädel junger Tiere. Das Gelände hinter den Hundezwingern erinnerte stark an einen Friedhof. Die Schädelknochen der Hunde waren teilweise vermodert, teilweise noch sehr frisch. Der Betreiber der Zuchtanlage scheint also nicht das erste Mal tote Tiere im Wald zu entsorgen. PETA fragt sich, wie qualvoll wohl die Hunde gestorben sein müssen. Es steht zu vermuten, dass hier kaum eine tierärztliche Behandlung stattgefunden haben dürfte.
2) Am Tag der Recherche hatte fast keiner der Hunde, die das Team in Augenschein nehmen konnte, Wasser. Dies bestätigte auch unsere Informantin hinsichtlich ihres Besuches der Anlage im August 2010. Nach der Tierschutz-Hundeverordnung muss den Hunden aber jederzeit frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen.

3) Einige Hunde schienen verhaltensauffällig.

4) Laut unserer Informantin werden nach Aussage des Sohnes des Züchters die Hunde vor Zuchtschauen stundenlang ohne Aufsicht auf einem elektrischen Laufband gedrillt. Dabei werden sie nur am Hals fixiert. So besteht eine hohe Gefahr des Strangulierens, wenn einer der Hunde keine Kraft mehr zum Laufen hat.

5) Es wurden alte Kanister, Treibstoffbehälter, Abwasserrohre, Blechtonnen, von Hunden zerfressene Eimer und eine Menge anderer Unrat direkt hinter der Zwingeranlage im öffentlichen Wald gefunden. Diese dürften vom Besitzer der Anlage stammen.

 

Die tierschutzwidrigen Zustände wurden bereits mehrfach bei der zuständigen Veterinärbehörde gemeldet, allerdings ohne dass sich etwas änderte. Im Gegenteil: Der Amtstierarzt teilte dem Verein für Deutsche Schäferhunde mit, dass bei der Zucht alles in Ordnung sei. PETA hat Strafanzeige gegen den Hundezüchter und das Veterinäramt bei der Staatsanwaltschaft Koblenz erstattet.

Der Züchter ist angeblich nur Hobbyzüchter. Er betreibt eigentlich ein Altenheim in Hessen. Da er aber mindestens 30 bis 40 Hunde hat, könnte seine Zucht eher als gewerblich eingestuft werden. Er ist zudem Ansprechpartner der Ortsgruppe Bitzen-Heuzert des Vereins für Deutsche Schäferhunde.

 

Was Sie tun können:

Die Zustände in dieser Hundezucht sind keine Ausnahme, sondern leider oftmals trauriger Alltag in der kommerziellen Zucht von Hunden. Das einzelne Tier spielt keine Rolle – es geht vielen Züchtern und Händlern lediglich um den Profit an der „Ware Tier“.

PETA Deutschland e.V. bittet jeden, der einem Hund oder einem anderen tierischen Gefährten ein neues Zuhause geben möchte, niemals ein Tier von einem Züchter aufzunehmen oder in einer Zoohandlung zu kaufen. Gehen Sie in ein lokales Tierheim und lassen Sie Ihre tierischen Begleiter immer auch kastrieren.