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Vegetarische Nahrung für „Zuchtfische“: PETA hält Büsumer Vorhaben für absurd

 
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Stand April 2013
Büsum / Gerlingen, 11. April 2013 – Soja für Fische, Seelachs für Menschen? Um die Überfischung der Meere zu bremsen, sollen Zuchtfische auf Aquafarmen künftig nicht mehr mit Fischmehl, sondern mit Raps, Soja oder Weizen gefüttert werden. An diesem paradoxen Konzept arbeiten internationale Wissenschaftler, darunter auch Mitarbeiter der Gesellschaft für Marine Aquakultur (GMA) in Büsum. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. übt nun Kritik an dem Vorhaben. Denn die einzige Möglichkeit, einer Dezimierung des Fischbestandes entgegenzuwirken, besteht darin, Fisch vom Speiseplan zu streichen. „Speisefisch“ ist nicht nur vollgepumpt mit Hormonen und Antibiotika – auf deutschen Fischfarmen müssen jedes Jahr Millionen Fische ihr gesamtes Leben in überfüllten Becken verbringen. 20 Prozent der Tiere sterben durch die mangelhaften Haltungsbedingungen, noch bevor sie geschlachtet werden. PETA spricht sich für eine rein pflanzliche Ernährung aus.

„Anstatt die Fische zu Vegetariern zu machen, sollten Konsumenten selbst Verantwortung übernehmen und sich rein pflanzlich ernähren“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Kampagnenleiterin bei PETA. „Auf diese Weise wird nicht nur die Überfischung der Meere, sondern auch Tierleid verhindert.“
Etwa 20 Prozent der in Aquafarmen gezüchteten Tiere sterben aufgrund der hohen Besatzungsdichte, infolge von Verstümmelungen und an Krankheiten. Jeder zweite Fisch leidet an Herzmuskelentzündungen und rund 90 Prozent der Tiere entwickeln Fettdepotablagerungen am Herz. Der Lebensmittelabfall, der aus den Farmen ins Meer gelangt, beläuft sich auf 70.000 Tonnen, die im offenen Meer von Wildfischen aufgenommen werden. Giftige Stoffe wie PCBs oder Dioxine können sich im Fischfleisch anreichern und Krebs verursachen. Somit ist das gesundheitliche Risiko beim Fischverzehr nicht zu unterschätzen.

Im Gegensatz zum Menschen können Fische zwar nicht schreien, zeigen aber deutliche Schmerzreaktionen: So haben Wissenschaftler, wie etwa Dr. Lynne Sneddon und ihr Team vom Roslin Institute der Universität Edinburgh, herausgefunden, dass Tiere, denen Säure in den Mund gespritzt wird, ihre Lippen am Grund reiben, um die Schmerzen zu lindern.

Fische gehören ins Wasser und nicht auf den Teller. Tierfreunde, die dennoch in den Genuss des „fischigen“ Geschmacks kommen möchten, können sich an PETAs veganen Fisch-Rezepten erfreuen.


Weitere Informationen:
Fischen-tut-weh.de
PETA.de/Visch-Rezepte

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de