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Fleischfreie Kost für Hund und Katze

Die Wahrheit über Tiernahrung

Stand August 2013
Wenn Sie Ihre tierischen Mitbewohner bisher mit kommerzieller Tiernahrung versorgten, haben Sie möglicherweise deren Gesundheit gefährdet. Die Herstellung von Fertigfuttermitteln für Tiere wird in Deutschland durch das Gesetz zur Neuordnung des Lebens- und Futtermittelrechts und das Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz geregelt. Demnach dürfen zwar für die Herstellung von Heimtierfutter nur tierische Nebenprodukte verwendet werden, die auch für den Menschen genusstauglich sind, doch spätestens seit den Gammelfleisch-Skandalen wissen wir Alle, zu was die Fleischindustrie fähig ist. Bei der Verarbeitung von Fleisch, das für Tiernahrung bestimmt ist, ist auch die Hemmschwelle niedriger.

Wer kann ausschließen, dass sich konventionelles Tierfutter nicht aus zerkleinerten Tierteilen zusammensetzt, das von den Fleischbeschauern als ungeeignet für den menschlichen Verzehr erachtet wurde? Viele Futtermittelfirmen produzieren weltweit und in jedem Land gelten andere Gesetze. So nennt z.B. „Das Branchen Forum Zoo und Garten“ in seiner Ausgabe 02/Februar 2008 China, Indien oder Thailand als Hauptursprungsländer für Hundekauknochen aus Rinderhaut. Dass dort andere Hygiene-, Umwelt- und Tierschutzstandards herrschen, dürfte jedem klar sein. Es ist also nicht abwegig, dass ihr Liebling Fleisch von Tieren bekommt, die unter eine der vier Kategorien - tot, sterbenskrank, von einer Krankheit befallen oder körperbehindert - fallen. Und wie viele dieser Tiere sind an Infektionen und anderen Krankheiten gestorben? Die meisten Tierfutter enthalten die gleichen Hormone, Pestizide und Antibiotika, die man auch in kommerziellen Fleischprodukten für Menschen findet. Sollten Sie sich also Gedanken über die Gesundheit Ihres Haustieres und über die Grausamkeiten der Fleischindustrie machen, dann ist die Zeit reif, vom Kauf fleischlicher Tiernahrung Abstand zu nehmen.

Denn wenn Sie Ihr Tier mit konventionellem Tierfutter ernähren, unterstützen Sie die Fleischindustrie, die jährlich ca. 570 Millionen leidensfähige Kühe, Kälber, Schafe, Schweine oder Hühner allein in Deutschland grausam schlachtet und zerlegt. Allein im März 2012 wurden rund 5,5 Millionen Kühe, Schweine, Schafe, Ziegen und Pferde geschlachtet und damit 586.192 Tonnen Fleisch produziert. Die Angaben von Hühnern werden nicht einmal mehr in Tieren sondern in Tonnen gemacht. Im Jahr 2011 wurden ca. 1,4 Millionen Tonnen Tiere geschlachtet, die unter die Rubrik Geflügel fallen, also Hühner, Gänse, Enten und Truthähne.(3,4)
So werden jährlich über 8,4 Millionen Tonnen Fleisch erzeugt, wovon Millionen Tonnen „Schlachtabfall“ für die Tiernahrung verarbeitet werden.

Viele Vegetarier und Veganer ernähren ihre Haustiere mit gesunder, fleischloser Kost. Ein bemerkenswertes Beispiel ist das von Bramble, einem 27 Jahre alten Border-Collie, dessen vegane Ernährung aus Reis, Linsen und biologisch angebautem Gemüse ihm 2002 einen Eintrag in das Guiness Buch der Rekorde als der älteste lebende Hund der Welt einbrachte (1). Studien haben bewiesen, dass die im Zusammenhang mit dem Fleischverzehr zu sehenden Leiden der Menschen, wie z.B. Allergien, Krebs, Nieren-, Herz- und Knochenprobleme, auch viele Tiere befallen. Tiernahrung wurde auch während der Zeit des Rinderwahnsinns oder Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) zurückgerufen, aufgeschreckt durch die Gefahr, dass verseuchtes Fleisch zu Futter verarbeitet werden würde (2).

Die Nährwert-Bedürfnisse von Hunden und Katzen können durch eine vegane Ernährung und bestimmte Ergänzungen leicht befriedigt werden. James Peden, der Autor von "Vegetarische Hunde-und Katzenernährung“, hat Vegepet-Zusätze entwickelt, mit denen vegetarische und vegane Rezepte für Hund und Katze angereichert werden können. Sie sind ausgeglichen in ihren Nährwerten, und es gibt sie auch in speziellen Ausführungen für Katzenkinder und Welpen sowie für säugende Katzen und Hündinnen. Darüber hinaus gibt es mittlerweile zahlreiche Futtermittelfirmen, die vegetarisches Alleinfutter – ob als Trocken- oder Nassfutter - anbieten.

Mancher mag sich wohl fragen, ob es grausam ist, auf Fleisch bei der Hunde- und Katzenernährung zu verzichten. Tiere in der freien Wildbahn ernähren sich aber üblicherweise auch von einer Menge Grünzeug. Übrigens müssten Sie ihnen ganze Mäuse oder Vögel servieren oder ihnen erlauben, für sich selbst jagen zu gehen, um ihnen das Fleisch zu geben, das sie von Natur aus essen würden. Diese Option wäre unfair gegenüber heimischen Arten von Vögeln und anderen Kleintieren, da domestizierte Katzen und Hunde aus der Nahrungskette entfernt wurden und Vorteile besitzen, die wilden, freilebenden Tieren fehlen. Hunde und Katzen, die vegetarisch oder vegan leben, genießen sowohl ihr Futter als auch ihre gute Gesundheit. Auch aus ethischer Sicht entspricht ein vegetarisches Futter der Tierrechts-Philosophie.

Wichtige Zusatzstoffe
Die Herstellung von Hundefutter ist einfach, da Hunde - wie Menschen - Allesfresser mit einem normalerweise gesunden Appetit sind. Rezepte für vegetarische und vegane Hunde sind mit dem VegedogTM Zusatz von James Peden’s Firma ‚ Harbingers of a New Age erhältlich. Es ist wichtig, die Vorgaben sorgfältig zu beachten. Falls Sie die Zutaten ändern, gehen Sie sicher, dass Sie dadurch das Gleichgewicht der Nährstoffe nicht stören. Erhält ein Hund zu wenig Protein, Kalzium oder Vitamin D, könnte dadurch seine Gesundheit gefährdet werden.

Außerdem benötigen manche Hunde eine Aminosäure namens L-Carnitin, mit der kommerzielle Hundefutter nicht generell angereichert werden und die auch in hausgemachter Hundenahrung unzureichend vorhanden sein kann. Ein Mangel an diesem Nährstoff kann eine linksseitige Herzerweiterung (Kardiomyopathie) hervorrufen, eine ernsthafte Krankheit, bei der das Herz groß und schlaff wird und seine Funktion nicht mehr länger wahrnehmen kann. Dieses Leiden befällt im allgemeinen Hunde mittleren Alters, die aufgrund ihrer Rasse, Größe, ihrer individuellen genetischen Veranlagung oder aufgrund ihrer Ernährung einen Mangel an L-Carnitin aufweisen. Ein L-Carnitin-Zusatz ist bei Ihren örtlichen Apotheken erhältlich.

Katzen sind gewöhnlich wählerischer als Hunde, und ihre ernährungsbedingten Bedürfnisse sind komplizierter. Katzen brauchen eine beachtliche Menge an Vitamin A, das für die Produktion von Karotin wichtig ist. Ungenügende Mengen davon können einen Hörverlust, Haut- und Knochenprobleme sowie Probleme des Verdauungssystems und der Fortpflanzungsorgane hervorrufen. Katzen brauchen unbedingt Taurin. Eine Katze, der Taurin fehlt, kann ihre Sehkraft verlieren und Herzprobleme bekommen. Kommerzielle Tierfutterhersteller reichern ihr Futter oft mit Taurin an, das aus Mollusken gewonnen wird. James Peden hat pflanzliche Quellen sowohl für die Gewinnung von Taurin als auch für die von Arachidonsäure, einem weiteren wesentlichen Nährstoff für Katzen, gefunden. Er entwickelte daraus die von Vegetariern anerkannten Zusätze Vegecat und Vegekit, mit denen die Rezepte in seinem Buch einfach angereichert werden können. Diese Rezepte sind wohl zurzeit der gesündeste Weg, Katzen vegan zu füttern.

Hunde und Katzen, die nur gekochte oder verarbeitete Nahrung zu sich nehmen, profitieren von Verdauungsenzymen, die der Nahrung zugesetzt wurden. Diese sind in Tierbedarfskatalogen und Naturkostläden erhältlich. Jegliches rohes Gemüse in der Nahrung von Hunden sollte gerieben oder durch eine Küchenmaschine bearbeitet werden, um die Verdaulichkeit zu fördern.

Tierfutter ohne Tierversuche
Viele große Futtermittelhersteller testen ihre Produkte in grausamen Tierversuchen. Auf dieser Webseite finden Sie eine Liste tierversuchsfreier Futtermarken für Heimtiere, deren Produkte in Deutschland erhältlich sind. Die Unternehmen haben PETA schriftlich versichert, dass sie keine Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben. Außerdem sind Produkte, deren Inhaltsstoffe vegan sind, extra gekennzeichnet.

Sollten Sie sich dazu entschließen, Ihr eigenes vegetarisches Hunde- oder Katzenfutter herzustellen, empfehlen wir Ihnen, "Vegetarische Hunde- und Katzenernährung“ zu lesen um sicherzugehen, dass Sie die Bedürfnisse von Hunden und Katzen in Bezug auf ihre Nährstoffe richtig erkannt haben. Dieses Informationsblatt erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Buch enthält mehrere Rezepte und hilfreiche Hinweise. Es ist im Echo-Verlag erschienen, wo man es auch direkt online bestellen kann. Im Buchhandel ist es ebenfalls erhältlich: ISBN 3-926914-40-8.

Anpassungsphase
Um den Übergang zu einer vegetarischen oder veganen Ernährung zu erleichtern, mischen Sie am besten das vegetarische Futter unter das, was sie normalerweise füttern. Ändern Sie das Mischungsverhältnis stufenweise, bis gar kein Fleisch mehr dabei ist. Für den Fall, dass Sie bei Ihrem Haustier auf Widerstand stoßen, überreden Sie es, indem Sie Soja-Drink, Nährhefe, Spirulina, vorübergehend eine Extraportion Öl, Tomatensauce, strukturiertes Pflanzeneiweiß oder andere Gewürze untermischen und das Futter warm servieren. (Die meisten Hunde lieben Spaghetti!) Viele Katzen mögen Nährhefe und Melonenstückchen, die meisten aber pürierte Kichererbsen und vegane Burger. Falls Ihre Haustiere süchtig nach Futter aus dem Supermarkt sind, kann es eine Weile dauern, bis sie sich umgestellt haben.

Nachdem Hunde und Katzen auf eine vegetarische Ernährung umgestellt wurden, beobachten Sie sie gut um sicherzugehen, dass sie ihre neue Diät vertragen, besonders wenn sie noch Welpen oder Kätzchen sind. Schauen Sie nach chronischen Magen-Darm- und Hautproblemen und beachten Sie jegliche neuen Gesundheitsprobleme. Die Gesundheit vieler Hunde und Katzen verbessert sich durch eine vegetarische Ernährung, aber gelegentlich mag ein Tier nicht gedeihen, so benutzen sie Ihren gesunden Menschenverstand, sollte dies vorkommen.


Quellen:
(1) „27-jähriger veganer Collie könnte ältester Hund der Welt sein“, Abaova, 29. August 2002
(2) Steve Mitchell, „FDA könnte Tierfutter wegen Rinderwahnsinn zurückrufen“, United Press International, 24. Dezember 2003

(3) Destatis Schlachtungen 2012
(4) Destatis Geflügel 2011

Weiterführende Infos:
Studie über den Gesundheitszustand vegetarisch und vegan ernährter Hunde