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Versteckter Echtpelz: PETA entdeckt Marderhundefell an falsch deklarierter Bommelmütze von Stöhr

Stand Februar 2015
Ingolstadt / Stuttgart, 18. Februar 2015 – Vorsicht, versteckte Tierqualprodukte: Wie aktuell eine von PETA Deutschland e.V. in Auftrag gegebene Laboranalyse ergab, enthält ein Wintermützenmodell des deutschen Strickwarenherstellers „Walter Stöhr GmbH“ Marderhundefell – obwohl auf dem Etikett lediglich Schurwolle, Acryl und Polyester als Materialien angegeben sind. Die Tierrechtsorganisation hatte Haare des Mützen-Bommels in die Analyse gegeben, nachdem eine PETA-Unterstützerin vergangenen Dezember in einem Ingolstädter Schuhgeschäft auf die nach echtem Pelz aussehende Mütze aufmerksam geworden war. PETA hat das Unternehmen nun gebeten, umgehend alle Echtpelzmützen aus dem Angebot zu nehmen und ihre Waren auf Deklarationsmängel zu prüfen. Außerdem appelliert die Tierrechtsorganisation an alle Verbraucher, sich nicht auf Etikettangaben zu verlassen und im Zweifel auf eindeutig tierfreie Produkte zurückzugreifen.
 
„Ohne es zu wissen, tragen viele Kunden Hundefell-Bommeln oder Waschbär am Kragen, denn aus China kommen falsch deklarierte Pelzwaren – und häufig sind Jacken und Mützen mangelhaft oder unklar gekennzeichnet“, so Frank Schmidt, Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie bei PETA Deutschland e.V. „Egal ob Hund, Fuchs, Nerz oder auch Kaninchen: Pelz bedeutet für alle Tiere nach kurzem Leben einen qualvollen Tod durch Erschlagen, Erdrosseln, Vergasen oder Stromschlag. Wer sich beim Shoppen nicht sicher ist, wählt lieber pelzfreie Looks.“
 
Immer wieder wird von PETA und anderen Organisationen falsch deklarierter Echtpelz entdeckt. Darunter auch Katzen- und Hundefell, das trotz EU-Importverbot mit irreführender Etikettierung aus China in die EU gebracht wird.
 
Stöhr vertreibt weitere Mützenmodelle mit ähnlichen Bommeln, bei denen jedoch zum Teil „Echtpelz“ angegeben ist. Auf Kundennachfragen verwies das Unternehmen auf Zertifikate des finnischen Auktionshaus Saga Furs und dortige Pelzfarmen. Vermutlich stammen auch die Marderhundehaare der untersuchten Mütze von Pelzfarmen in Finnland. Die Zertifikate der Pelzbranche verweisen lediglich auf die tierquälerischen gesetzlichen Minimalstandards zur Tierhaltung. Veterinäre der finnischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EVIRA beanstanden bei ihren Inspektionen jedoch jedes Jahr knapp 30 Prozent der besuchten Pelzfarmen in der nordeuropäischen Republik, weil Tiere vernachlässigt, krank und unbehandelt sind oder gesetzliche Minimalvorschriften nicht eingehalten werden.

In Deutschland fehlt bisher eine lückenlose und umfassende Pelzdeklaration, die Herkunft, Tierart und Art der Tötung benennt. Aktuell müssen Modehändler und Labels laut Textilkennzeichnungsverordnung Produkte im Handel nur mit dem kryptischen Hinweis „Enthält nichttextile Materialien tierischen Ursprungs“ beschriften. Auch diese Kennzeichnung fehlte bei der beanstandeten Echtpelz-Mütze von Stöhr.
 
Marderhunde werden von der Pelzbranche vermehrt gezüchtet. Die Tiere gehören zur Familie der Hunde, sehen dem Waschbär ähnlich und werden in Finnland, Polen oder China in winzigen Drahtkäfigen eingesperrt und für Pelz getötet.


Weitere Informationen:
Pelz.PETA.de
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de