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Verstoß gegen das Tierschutzgesetz: Jäger töten 37 Hasen und 37 Stockenten in Furth im Wald – PETA erstattet Strafanzeige

Stand Januar 2016
Furth im Wald / Stuttgart, 22. Januar 2016 – Einem Medienbericht zufolge fand Ende Dezember in Furth im Wald eine revierübergreifende Treibjagd auf Hasen sowie eine groß angelegte Entenjagd an einem Weiher statt, an denen mehrere Jäger und Treiber mit Hunden teilnahmen. Innerhalb weniger Stunden sollen bei der Treibjagd 37 Hasen, bei der Entenjagd 37 Stockenten getötet worden sein. Treibjagden sind besonders erbarmungslose Jagdpraktiken, die mit enormem Leid für die Wildtiere verbunden sind. Für eine derartige Massentötung erschließt sich kein vernünftiger Grund. Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz § 17 hat die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. nun bei der Staatsanwaltschaft Regensburg Strafanzeige gegen alle Teilnehmer der Jagd erstattet, insbesondere gegen die beiden Jagdleiter und Revierinhaber.
 
„Die Jäger aus Furth im Wald haben die Hasen und Enten als lebende Zielscheiben missbraucht – aus reinem Vergnügen am Töten starben so mehr als 70 sensible Lebewesen an nur einem Tag“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Treibjagden sind eine absolut inakzeptable, brutale Form der Freizeitbeschäftigung, bei denen Hobbyjäger durch die Wälder ziehen, etliche Tiere in Todesangst versetzen, hetzen und töten.“
 
PETA setzt sich darüber hinaus für die Abschaffung der Jagd ein. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht dazu geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass in bejagten Wildschweinpopulationen die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt. [1] Demnach bedingt ein hoher Jagddruck, dass sich in dem Gebiet die Population der betreffenden Wildtiere erhöht. Auch der renommierte Biologe Prof. Dr. Josef Reichholf sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.
 
Die Tierrechtsorganisation weist zudem daraufhin, dass der Feldhase in Deutschland auf der Roten Liste als „gefährdet“ eingestuft ist. Es ist nicht nachvollziehbar, dass selbst Tierarten, die in ihrem Bestand gefährdet sind, dem Jagdrecht unterliegen und getötet werden.    

[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.

Weitere Informationen:
PETA.de/Jagd
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 - 860 591 529, JanaF@peta.de