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Vogelgrippen-Ausbruch in Niedersachsen: PETA kritisiert Massentötungen als eingeplante „Kollateralschäden“ der Agrarindustrie

 
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Tierrechtsorganisation fordert Ausstieg aus der Intensivtierhaltung

Stand Dezember 2014
 
Kreis Cloppenburg / Stuttgart, 18. Dezember 2014 – Seuche menschgemacht: Das niedersächsische Agrarministerium hat nach Ausbruch der Vogelgrippe in einem Betrieb im Kreis Cloppenburg nun offiziell den Tierseuchen-Krisenfall ausgerufen. Rund 120.000 Puten wurden bislang getötet. Weitere 1,1 Millionen Tiere werden im 10 Kilometer großen Gebiet rund um die betroffene Anlage beobachtet. PETA Deutschland e.V. kritisiert nun die Agrarindustrie für die systematische Einplanung verhinderbarer Massentötungen. Denn die Haltungsbedingungen in deutschen Mastanlagen machen die auf engstem Raum unter tierquälerischen Bedingungen gehaltenen Tiere hochempfindlich für Infektionsschübe. Die Tierrechtsorganisation fordert einen Ausstieg aus der Intensivtierhaltung und eine Verschärfung der Gesetze für die agrarindustrielle Tierproduktion, um den Ausbruch von Tierseuchen langfristig zu verhindern.
 
„120.000 Puten wurden getötet, weil die Agrarindustrie unersättlich ist“, so Dr. Edmund Haferbeck, rechtlicher und wissenschaftlicher Berater von PETA Deutschland e.V. „Ausbrüche bakterieller oder viraler Infektionen kommen nicht überraschend, sie werden als unumgängliche Kollateralschäden von den Großproduzenten eingeplant. Diese Art der Kalkulation mit leidensfähigen Lebewesen ist ein absoluter Skandal.“
 
Der Betrieb im Kreis Cloppenburg produziert unter anderem für die Unternehmensgruppe Heidemark – einer der führenden Putenproduzenten Deutschlands. PETA Deutschland e.V. konnte 2013 umfangreiche Ermittlungen in Mastbetrieben des industriellen Putenerzeugers durchführen. Die Aufnahmen der Tierrechtler dokumentieren das letzte Drittel der Mastperiode: Sie zeigen kranke, halbtote und schwerverletzte Puten, gewalttätige Ausstallungsvorgänge sowie das brachiale Einhängen der Tiere in das Schlachtband bei vollem Bewusstsein. Der niedersächsische Agrarminister Christian Meyer nahm die PETA-Recherche zum Anlass, die Bundesregierung in einer Pressemitteilung umgehend dazu aufzufordern, längst fällige verbindliche Tierhaltungsvorgaben für Puten zu beschließen.
 
Rund 11 Millionen Puten leiden derzeit in deutschen Mastbetrieben. Die Tiere sind für die Fleischproduktion systembedingt schwersten Misshandlungen ausgesetzt. Seuchen wie die Vogelgrippe sind nicht mit dem flächendeckenden Einsatz von Antibiotika zu verhindern. Die Medikamente wirken nur bei latent vorhandenen bakteriellen Kontaminationen und nicht bei viralen Erkrankungen. Bislang wurden keine rechtlichen Verordnungen zum Schutz von Puten festgelegt.
 
Menschen, die Tierleid verhindern möchten, sollten kein Geld für tierische Produkte ausgeben. Mit PETAs kostenlosem Veganstart-Programm gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, sie bewahren auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten.
 

Weitere Informationen:
PETA.de/Heidemark
PETA.de/Elterntierfarm
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 - 860 591 529, JanaF@peta.de