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Die landwirtschaftliche Tierhaltung zerstört den Regenwald!

 
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Den Wald mit Messer und Gabel retten

Stand Juni 2017
Die größte Gefahr für die Waldbestände unserer Erde ist nicht der Handel mit Holz, sondern die landwirtschaftliche Tierhaltung. Der Anbau von Futtermitteln und Weideflächen für die Tierhaltung beansprucht mehr als 70 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen. Ein Großteil dieser Flächen wird durch die Rodung des Regenwaldes erschlossen. Diese Rodung hat negative Auswirkungen auf die Umwelt und den Klimawandel. Das dort angebaute Soja dient als Kraftfutter für die Tiere, die hierzulande für den Konsum von Fleisch, Milch und Eiern gequält und getötet werden. (1, 2, 3)

 

Riesige Regenwaldflächen werden für Fleisch, Milch und Eier gerodet.

Nicht nur Tiere werden für unseren Konsum getötet

Auch der Regenwald und unsere Umwelt sterben. Die größte Gefahr für den Regenwald ist die landwirtschaftliche Tierhaltung. Um Platz für Weideflächen oder zum Anbau von Futterpflanzen zu schaffen, wurden allein in Südamerika in vier Jahrzehnten fast 40 Prozent des Regenwaldes gerodet. Im Amazonasgebiet fielen sogar 70 Prozent ehemals bewaldeter Flächen der Tierwirtschaft zum Opfer. Davon wichen seit 1970 neun von zehn Hektar gerodeter Waldflächen allein für die Bereitstellung von Weideland. Die Welternährungsorganisation der UN geht von einer durchschnittlichen Rodung von jährlich drei Millionen zusätzlichen Hektar Regenwald aus. Zur Veranschaulichung: Zwischen 2001 und 2004 wurde allein im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso eine Fläche von 540.000 Hektar vernichtet – doppelt so groß wie das Saarland. (1, 2, 4) Zwischen 2011 und 2015 wurde in der Region Cerrado eine Fläche so groß wie der Schwarzwald gefällt. In dieser Region wird hauptsächlich Soja für die Futtermittelproduktion angebaut. (5)

Große Flächen werden gefällt oder gerodet, da Tiere ein Vielfaches an Futter brauchen, um Fleisch oder Milch zu „produzieren“. Über 50 Prozent der weltweiten Ernten werden als Futtermittel genutzt, bei Sojaschrot sind es sogar 98 Prozent. (6) Dies ist eine Verschwendung von Ressourcen. Die Flächen können auch anderweitig genutzt werden, wenn man bedenkt, dass bei der „Fleischproduktion“ bis zu 16 Kilogramm Futtermittel pro Kilogramm Fleisch benötigt werden. Weiterhin hat die Entwaldung zu Folge, dass große Mengen an Kohlendioxid aus den Böden und Pflanzen freigesetzt werden und somit den Klimawandel verstärken. (1, 2, 3, 7)

Deutschland gehört zu den größten europäischen Fleischproduzenten. Der Bedarf an Futtermitteln kann durch den Anbau in Deutschland nicht gedeckt werden. Deswegen ist Deutschland gleichzeitig einer der größten Sojaimporteure weltweit. Allein im Wirtschaftsjahr 2005/2006 war Deutschland auf den Import von 6 Millionen Tonnen Futtermitteln angewiesen. Im Jahr 2015 stieg dieser Import allein aus Brasilien auf 6,6 Millionen Tonnen Soja. (5) Doch nicht nur Brasilien ist wichtiger Exporteur für Futtermittelsoja. Aus Brasilien und Argentinien werden drei Viertel des Futtermittelsojas bezogen. Zudem wird seit der Jahrtausendwende auch Paraguay ein immer wichtigerer Lieferant. Aus Paraguay bezieht Deutschland fast 20 Prozent der Sojabohnen. (8) Auch in Paraguay werden riesige Flächen an Regenwald für die Gier nach tierischen Produkten vernichtet. Kleinbauern werden von der großen Soja-Industrie verdrängt, verlieren ihren Besitz und ihre Lebensgrundlage. So leiden wegen des Fleischkonsums die Tiere, die Umwelt und die Menschen vor Ort. (9)

Der Konsum von tierischen Produkten steht in direktem Zusammenhang mit der Rodung des Regenwaldes. Würde der deutsche „Fleischhunger“ nur über den Anbau in Deutschland gestillt werden, müsste die Fläche des gesamten Bundeslandes Rheinland-Pfalz mit Soja bepflanzt werden. Der Konsum von Milch und Eiern ist hierbei noch nicht eingerechnet. (7)

Auch europäische Wälder leiden unter dem Fleischkonsum

Die landwirtschaftliche Tierhaltung verschlingt nicht nur viele Ressourcen, sie ist auch der Verursacher zahlreicher klimarelevanter Treibhausgase und Umweltgifte wie Ammoniak und Stickoxide. Diese schädigen die Bäume und sind mitverantwortlich für das Waldsterben und weitere Umweltauswirkungen wie Feinstäube und die Versauerung des Bodens. Noch im Jahr 2004 war mehr als jeder vierte Baum in Deutschland durch Umweltauswirkungen aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung geschädigt.
(10,11, 12)

Weniger Bäume, mehr Klimawandel, geringerer Artenreichtum

Wälder und Bäume, allen voran der Regenwald, sind die grüne Lunge unserer Welt. Pflanzen helfen dabei, CO2 im Boden zu binden und wandeln CO2 in den für uns lebensnotwendigen Sauerstoff um. Allein der Regenwald speichert 50 Prozent des Kohlendioxids, das in der Vegetation gespeichert ist. (13) Durch das Baumsterben und die Rodung des Regenwaldes wird mehr CO2 freigesetzt und der Klimawandel beschleunigt. Allein die Rodung macht bis zu 17 Prozent der weltweiten Treibhausgase aus und steht in direktem Zusammenhang mit der Landwirtschaft, die bis zu 51 Prozent ausmacht. (14)

Die Rodung des Regenwaldes ist nicht nur für das Klima problematisch. Zahlreiche bislang unentdeckte Pflanzen- und Tierarten verlieren dadurch ihren Lebensraum und sterben unwiederbringlich aus. Eine Besserung ist nur in Sicht, wenn der weltweite Konsum von tierischen Produkten sinkt und somit die Nachfrage nach Soja als Futtermittel. (1, 2)
Vor allem die erwähnte brasilianische Region Cerrado gehört zu einem Hotspot der Biodiversität. Bereits im Jahr 2008 waren 47 Prozent der natürlichen Lebensräume hier zerstört – Tendenz steigend. (7) In Deutschland sollen Wälder und Grünland als Biotope geschützt werden. Durch den Konsum von tierischen Produkten wird der Wald vor Ort geschädigt, aber allen voran der Wald, den wir hier nicht sehen.

Was Sie tun können

Als Konsumenten sind wir in der Verantwortung, uns gegen die Abholzung des Regenwaldes einzusetzen. Eine vegane Lebensweise ist nachweislich umweltfreundlicher und verbraucht weniger Ressourcen als die Herstellung tierischer Produkte. Entscheiden Sie sich für den Schutz der Wälder – und zwar mit Messer und Gabel. Ernähren Sie sich vegan und schützen Sie die Tiere, die Umwelt und das Klima. Der Einstieg ist kinderleicht und die Auswirkungen deutlich spürbar. Melden Sie sich noch heute beim Veganstart-Programm an und erhalten Sie nützliche Tipps, Informationen und Rezepte. 


Quellen:
  1. Steinfeld, Henning/Gerber, Pierre/Wassenaar, Tom/Castel, Vincent/Rosales, Mauricio/de Haan, Cees (2006): “Livestock´s Long Shadow. Environmental Issues and Options”. Rom: UN Food and Agriculture Organisation (FAO).
  2. World Watch Institute (Hrsg.) (2004): „Meat. No it’s not Personal“, Washington: World Watch-Institute, World Watch Magazine.
  3. Gura, Susanne, Forum Umwelt & Entwicklung (Hrsg.) (2010): „Fleisch vom nächsten Planeten- Der dreifache Widerspruch zwischen industrieller Tierhaltung und biologischer Vielfalt“. Berlin/Bonn: Knotenpunkt GmbH.
  4. Morton, Douglas C.; DeFires, Ruth S. et al. (2006): “Cropland expansion changes deforestation dynamics in the southern Brazilian Amazon”. Proceedings of the National Academies of Sciences, 103 (39), 14637-14641.
  5. Mighty Investigations (Hrsg.) (2016): “Germany’s Mystery Meat”.
  6. Hartmann, Glen L.; West, Ellen D.; Hermann, Theresa K. (2011): “Crops that fee the World 2. Soybean – worldwide production, use, and constraints caused by pathogens and pests“. National Soybean Research Center, Department of Crop Sciences, University of Illinois.
  7. Von Witzke, Harald, Noleppa, Steffen, Zhirkova, Inga (2014): „Fleisch frisst Land“. WWF Deutschland, Berlin.
  8. Dräger de Teran, Tanja (2015): „Das große Fressen –Wie unsere Ernährungsgewohnheiten den Planeten gefährden.“ WWF Deutschland, Berlin.
  9. Weiss, Sandra (2017): „Paraguay: Im Sojarausch“ Artikel des Tagesspiegel. (Letzter Abruf 07.06.2017)
  10. Zeit Online (2010): „Waldzustandsbericht - Jeder vierte deutsche Baum hat Schäden“. Artikel. (Letzter Abruf 07.06.2017)
  11. Bölsche, Jochen (2004): „Kranke Bäume - Förster fürchten Rinderwinde“. Artikel bei Spiegel Online. (Letzter Abruf 07.06.2017)
  12. Bölsche, Jochen (2007): „Gefahr im Gehölz – Wild, Bauern und Feuer bedrohen deutsche Wälder“. Artikel bei Spiegel Online. (Letzter Abruf 07.06.2017)
  13. Baccini, A. et al. (2012): Estimated carbon dioxide emissions from tropical deforestation improved by carbon-density maps. Natural Climate Change 2, 182 – 185.)
  14. Goodland, Robert/Anhang, Jeff (2009): “Livestock and Climate Change. What if the key actors in climate change are… cows, pig, and chickens?” Washington: World Watch-Institut, World Watch Magazine.