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 »  »  » Warum Tiere sich nicht als Geschenke eignen

Tiere sind keine Geschenke


Tiere sind fühlende Mitlebewesen und kein Spielzeug oder Accessoires. Einem Tier ein Zuhause zu schenken, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die zeit- und kostenintensiv ist – und das oftmals für viele Jahre. Deswegen muss die Entscheidung, ein Tier aufzunehmen, unbedingt wohlüberlegt getroffen werden – und zwar von der ganzen Familie.
 
Tiere sind grundsätzlich keine Geschenke. Auch wenn damit ein lang ersehnter Wunsch erfüllt werden soll: Tiere sollten niemals verschenkt werden. Im optimalen Fall sollten sich Mensch und Tier bereits vor der Aufnahme kennenlernen. Tierheime bieten hierzu sehr gute Möglichkeiten. Zukünftige Halter sollten immer in die Auswahl eines tierischen Freundes eingebunden werden, denn schließlich werden sie über viele Jahre mit dem Tier zusammenleben.
 
Kinder und Tiere
Viele Kinder haben den Wunsch nach einem tierischen Freund. Doch Eltern und Erziehungsberechtigten muss immer klar sein, dass grundsätzlich kein Kind der verantwortungsvollen Aufgabe gewachsen ist, die die Betreuung eines Tieres darstellt. Letztlich liegt die Verantwortung bei den Erwachsenen – und das oftmals für viele Jahre. Aus diesem Grund  verbietet das Tierschutzgesetz die Abgabe von Tieren an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. (1)
 
Bitte bedenken Sie unbedingt, dass die Bedürfnisse der Tiere geachtet werden müssen, und informieren Sie sich im Vorfeld, welche Tiere als Freunde für Kind in Frage kommen könnten. Nachtaktive Tiere, Reptilien oder Fluchttiere sind grundsätzlich nicht als tierische Mitbewohner für Kinder geeignet.
 
Kinder können grob und manchmal auch grausam sein
Absichtlich oder unabsichtlich: Kinder können bisweilen sehr grob mit Tieren umgehen. Insbesondere Kaninchen und Meerschweinchen aber auch Welpen, junge Kätzchen und andere Tierbabys können leicht verletzt werden. Deswegen sollte der Umgang mit den Tieren nur in Anwesenheit Erwachsener erfolgen.
 
Was Sie bedenken müssen
Ein Tier in der Familie aufzunehmen, ist eine weitreichende Entscheidung und eine langfristige Verpflichtung: Das Tier muss sein Leben lang gut versorgt werden – auch in Urlaubszeiten oder bei Krankheit. Ausreichende Beschäftigung und Bewegung sind eine Selbstverständlichkeit. Doch neben dem Zeitfaktor kosten Tiere auch viel Geld: Abgesehen von der Nahrung müssen auch wichtige Dinge wie Spielzeug, Pflegeartikel, Leinen, Geschirr oder Streu bezahlt werden. Und auch die tierärztliche Versorgung muss einkalkuliert werden, denn neben der Kastration stehen regelmäßige Untersuchungen und Impfungen an. Wird ein Tier krank, können extrem hohe Kosten für die Behandlung anfallen.
 
Wenn eine Familie beschließt, ein Tier bei sich aufzunehmen, sollten alle Familienmitglieder die auf sie zukommenden Aufgaben und langfristigen Verpflichtungen besprechen. Das neue Familienmitglied sollte anschließend gemeinsam im örtlichen Tierheim gefunden werden.
 
Viel zu selten ein Happy End
Die meisten Tierheime sind bis über die Grenzen ihrer Kapazität hinaus mit Tieren gefüllt, die kein Zuhause mehr haben. Viele von ihnen wurden einst spontan erworben und haben nun, aus welchem Grund auch immer, keinen Platz mehr im Leben ihrer Halter. Ob Hunde, Katzen, Kaninchen, Rennmäuse, Hamster, Küken, Enten, Schlangen, Fische oder andere Tiere: Sie alle wurden von ihren Haltern in Tierheime „abgeschoben“. Immer wieder werden auch Tiere, die nicht länger erwünscht sind, von einem unverantwortlichen Halter an den nächsten weitergereicht. Andere Tiere werden einfach ausgesetzt oder bei einem Umzug zurückgelassen. Das Aussetzen und Zurücklassen von Tiere verstößt gegen das Tierschutzgesetz und kann unter Umständen einen Straftatbestand erfüllen.
 
Was können Sie tun?
  • Verschenken Sie niemals ein Tier!
  • Wenn sich Ihr Kind ernsthaft und langfristig ein Tier wünscht, besprechen Sie dies zunächst mit dem Kind und der ganzen Familie. Erst wenn Sie ganz sicher sind, die nötige Zeit, die Bereitschaft, die räumlichen Gegebenheiten und die finanziellen Mittel zu haben, sich angemessen um ein Tier kümmern zu können, und dazu bereit sind, eine solch einschneidende Verpflichtung einzugehen, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind das örtliche Tierheim besuchen, um einem Tier ein neues Zuhause zu schenken.
  • Sollten Sie auf einer Messe, einem Flohmarkt oder einer anderen Veranstaltung feststellen, dass Tiere als Preise oder Belohnungen angeboten werden, informieren Sie bitte umgehend die Verantwortlichen, denn dieses Vorgehen verstößt möglicherweise gegen das Tierschutzgesetz (§ 3 Nr. 12 TierSchG). (2)


Quellenangaben:
(1) § 11c TierSchG verbietet die Abgabe von Wirbeltiere an Kinder oder Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten.
(2) Leider dürfen Tiere auch nach der Novellierung des Tierschutzgesetzes im Sommer 2013 auf Veranstaltungen verlost werden, „bei der erwartet werden kann, dass die Teilnehmer der Veranstaltung im Falle des Gewinns als künftige Tierhalter die Einhaltung der Anforderungen des § 2 sicherstellen können“.

1) „Overhaul for Animal Welfare Laws“, BBC News, 14. Juli 2004
2) „New Animal-Protection Laws Passed Amid Protest“, ANSA English Media Service, 8. Juli 2004