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Was bedroht die Eisbären?

Verhungert

„Gut 70 kg Nahrungsvorrat könnte sich ein ausgewachsener Eisbär beim jährlichen „Robbenschmaus anfressen. Wenn die Jagd bis in den Mai hinein anhält, wirken die Riesen wie prall gefüllte Speisekammern auf Beinen…“ (11)

Eisbären sind nur alle vier bis fünf Tage bei der Jagd auf Robben erfolgreich (4). Jedoch sinkt die Population der Robben, die Hauptnahrungsgrundlage des Eisbären, dramatisch.
Einen Hauptgrund für einen möglichen Rückgang der Eisbären vermuten Wissenschaftler daher in der Überjagung der Robben.

„Zu viele Tiere kommen auf zu wenig Futter.“ (8)

Nun kommt hinzu, dass das Eis inzwischen rund drei Wochen früher als in den alten Zeiten verschwindet. Fazit ist also, dass für alle ca. 25.000 Eisbären die Zeit kürzer wird, die immer mehr schrumpfenden Nahrungsgrundlagen, also Robben, zu finden. Es ist also anscheinend nicht das schmelzende Eis was dem Eisbären zusetzt, sondern Nahrung zu finden. Findet er ausreichend Nahrung, ist die Eisschmelze kein Gefahrenfaktor.

„Seine Existenz hänge vom Menschen ab. Eisbären ernähren sich von Robben, sagt Reichholf. Jedoch lasse Kanada sie „zu Millionen alljährlich zum Schutz der Fischerei abschlachten. Das ist für den Bären die wahre Bedrohung.“ (8)

Aber nicht nur zum Schutz der Fischerei, wobei sich Robben hauptsächlich von einer Fischart ernähren, die nicht kommerziell befischt wird, werden die Robben geschlachtet. Die meisten der Tiere, insbesondere die Babys, werden gejagt, um an die Felle der „Whitecoats" (Weißmäntelchen) zu kommen. Die Häute älterer Tiere werden meist für die Lederherstellung verwendet, und die Penisse der männlichen Tiere werden gewöhnlich nach China als Aphrodisiaka verkauft. Das Fett unter der Haut kann für Margarine und als Maschinenschmiermittel oder Omega-3-Fettsäurekapseln Verwendung finden. Das übrige Fleisch wird zu Tierfutter verarbeitet. Lesen Sie hier mehr zum Robbenschlachten.

Fakt ist, die Bestände der Robben sinken dramatisch. Seit der Jahrhundertwende wurden schätzungsweise 17,5 Millionen Robben abgeschlachtet. Heute beträgt die Gesamtzahl der Robben in den Meeren Nordamerikas nur noch etwa eine Million. Und im Jahr 2005 lag die Regierungsquote zur Anzahl der zum Schlachten freigegebenen Robben bei 320.000. 2006 wurde sie um 5.000 Tiere angehoben, da ein Regierungsbericht angab, die Population wäre „aufgeblüht“. 2007 wurden 270.000 Robben geschlachtet. Oft werden die „Fangquoten“ jedoch wegen ungenügender Kontrollen deutlich überschritten.

Wie wäre es also, die Robbenjagd endlich zu stoppen, um den Eisbären auch hier zu helfen?

 

Vergiftet

Nicht nur eine sinkende Nahrungsgrundlage, verursacht durch die perfide und qualvolle Jagd des Menschen auf Robbenfelle, bedroht den Eisbären. Auch chemische Rückstände der Industriestaaten wie Deutschland macht dem Eisbären erheblich zu schaffen.

„Giftstoffe kommen mit der Luft in die Polarregionen und reichern sich dann in der Nahrungskette an. Im vergangen Jahr entdeckten norwegische Forscher mehrere hermaphrodite (Zwitter) Eisbärenjunge, die besonders hohe PCB-Werte aufwiesen.“ (7)

„Jetzt haben Forscher festgestellt, dass 1,2 Prozent der 3.000 Eisbären, die dort leben, unter dem Umweltgift leiden…PCB-haltiges Plankton wird von Fischen gefressen, die Fische werden von Seehunden verspeist und die Seehunde sind Beutetiere der Eisbären.“ (12)

„Seit einigen Jahren ist bekannt, dass sich im Speck der Eisbären außerordentlich hohe Konzentrationen der verschiedensten Umweltgifte befinden. Pflanzen- und Insektengift haben in den großen Raubtieren der Arktis so hohe Werte erreicht, dass Wissenschaftler Störungen im Verhalten und in der Fortpflanzung nicht mehr ausschließen wollen.“ (2)

„Die Schadstoffe werden wahrscheinlich auf zwei Wegen in die Barentssee zwischen dem Nordkap und Spitzbergen eingetragen. Zum einen kommen sie durch die Luft aus amerikanischen und europäischen Quellen“, erläutert Falk-Petersen. „Der andere Weg sind die großen sibirischen Flüsse.“ (2)

Mit unserer Lebensweise vergiften wir also nachweislich die Eisbären. Hier müssen die Industrieländern endlich handeln.

 

Quelle: „Jagen International Jahrgang 17/ Heft 5/ Okt./Nov- 2007

Gejagt

„Jedes Jahr werden allein in der Hudson Bay 49 Bären geschossen.“ (8)
„Man schätzt, dass in Kanada jährlich rund 700 Bären erlegt werden.“ (17)
„In vier der fünf Arktisstaaten (Kanada, Grönland, Russland und USA) werden jährlich noch mindestens 700 Tiere legal erlegt.“ (20)

Auch wenn das 1973 unterzeichnete Abkommen über den Schutz und die Erforschung der Polarbären dazu geführt hat, dass die Population der Eisbären seitdem von rund 5.000 auf etwa 25.000 Tiere weltweit angestiegen ist, ist der Eisbär gerade durch den ansteigenden Jagdtourismus bedroht. Besonders dramatisch: Laut einer Studie (16) werden meist die starken, größten und damit für Trophäen besonders geeigneten männlichen Eisbären erschossen. Männliche Eisbären sind doppelt so groß wie die weiblichen. Jedoch reduziert sich damit auch die Geburtenrate, da immer weniger Eisbärenfrauen einen Eisbärenmann finden.

Die perverseste und häufigste Jagdform auf Eisbären ist die so genannte „Trophäenjagd“, bei der es den „Sportlern“ um Prestige und Anerkennung geht.

„Ist der Eisbär erlegt und sind die obligatorischen Erinnerungsfotos gemacht, wird der Bär aus der Decke geschlagen.“ Westfalia Jagdreisen 19.04.2007

Trophäenjäger zahlen für einen Eisbären, also für Fahrt, Töten, Ausstopfen und Foto, bis zu 35.000 Dollar. Einer Untersuchung zufolge gibt es weltweit 10 Unternehmen, die solche Jagden anbieten. (19)
Sehen Sie hier, wie solch ein Blut-Unternehmen die Jagd auf einen Eisbären anbietet.

 

Klicken Sie auf das Bild für eine größere Darstellung. Quelle: Westfalia Infoblatt vom 19.04.2007
In Deutschland ist es u.a. die Firma „Westfalia“, die an diesem perversen „Sport“ Geld verdient. Für 23.700 Euro bot „Westfalia Jagdreisen“ 2007 noch solch ein 14-tägiges „Jagd-Arrangement“ an.

Westfalia in einem PDF-Flyer vom 19.04.2007:
„Gute Jagden haben ihren Preis und trotzdem ist Jerome jedes Jahr ausgebucht…wobei die Erfolgsquote bei Jerome bei fast 100% liegt.“

Eine Jagdreise inklusive Eisbärentrophäe bieten deutsche Unternehmen für ca. 24.500 Euro an.

Man schätzt, dass rund 1.000 Eisbären (vor 2007) pro Jahr starben. Davon wurden 150 Eisbären von von Jäger in Kanada erschossen, 200 von Wilderern in Russland und der Rest von den Ureinwohnern in Kanada, den USA und Grönland. (19) Die Zahl der Tötungen steigt. 2005 erhöhte Kanada seine Quote um 28 Prozent auf 518 Bären. (19)

Da der Handel mit Eisbärenleichenteilen (Füße, ganze Körper und Felle) weltweit unentwegt boomt, steigt auch die Wilderei. Man schätzt, dass heute jährlich rund 600 Eisbären illegal gejagt werden. Für ein Eisbärenfell zahlen Sammler bis zu 10.000 Dollar.
Sehen Sie hier, welche Leichenteile im Internet angeboten werden.

Von 1999 bis 2004 wurden aus Kanada legal 227 Knochen, 439 Krallen, 2.268 Häute, 7 lebende Eisbären und 550 Schädel, Kiefer oder Zähne exportiert. (14) Wie viele Individuen dies sind, kann man erahnen.

„Die Einfuhr nach Deutschland bereitet keine Probleme.“
Westfalia Jagdreisen 19.04.2007

Ein absoluter Skandal ist es, das gerade Deutschland zu einer der Hauptimporteure von Eisbärenleichenteilen gehört. Besonders brisant:
Gerade Sigmar Gabriel, Patenonkel von Symbolfigur Knut und auch Dienstherr der einfuhrgenehmigenden Behörde für diese Leichenteile, verkündete einst, dass „Eisbären ein Recht zu leben hätten“. Doch anhand der Importzahlen kommen erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Ministers auf:

Importzahlen (2005-2008)
6 Trophäen
4 Schädel
273 Knochen, einschließlich Kiefer
50 Häute
2 ganze Körper
27 Krallen
4 Erzeugnisse aus Eisbärenleichenteilen (z.B. Schnitzereien)

Der Umweltminister könnte den Import als oberster Dienstherr des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) sofort stoppen. Jedoch geschah bisher nichts.

Wann also reagiert der Minister?
Wann reagiert die Bundesregierung?
Zu den Quellenangaben

 

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