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170 kg schwerer Alligator bricht aus Zirkus-Reptilienshow aus

PETA warnt: Das hätte einem Kind das Leben kosten können

Stand: 12. Juli 2010

Frankfurt am Main / Gerlingen, 12. Juli 2010 – Laut Medienberichten saß am frühen Samstagmorgen in Frankfurt am Main ein drei Meter langes Krokodil am Straßenrand. Es war aus einem Zirkus ausgebrochen. Drei Streifenwagen waren im Einsatz, um das gefährliche Reptil einzufangen. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. recherchierte jetzt und vermutet, dass es sich bei dem Tier um einen Alligator handelt, der früher einmal mit dem Universalzirkus Renz mitreiste. Laut früheren Aussagen von Tierhalter Rene Renz hat Ali eine Beißkraft von über 5 Tonnen. PETA verlangt Konsequenzen. Die Gefährlichkeit von Alligatoren in der Manege hat sich bereits 1996 gezeigt, als Rene Renz von einem seiner Alligatoren angefallen wurde. Auch 2002 biss ein Krokodil bei einer Vorstellung dem Dompteur in den Kopf und verletzte ihn schwer. Anlässlich des ausgebrochenen Alligators erneuert PETA seine Forderung nach einem Wildtierverbot im Zirkus und erinnert daran, dass auch der Bundesrat 2003 zu dem Schluss kam: „[…] die notwendige Einrichtung von ausreichend großen, ausbruchsicheren und artgerecht ausgestatteten Gehegen kollidiert mit der Notwendigkeit zur fortwährenden Mobilität.“

„Ein Krokodil von 170 kg Gewicht und drei Metern Länge hätte locker ein Kind erdrücken, beißen und töten können. Es ist erschreckend, welche Gefahr von Zirkussen ausgeht, die Wildtiere mitführen. Dass sie im Zirkus weder sicher noch artgerecht untergebracht werden können, führte in 13 europäischen Ländern bereits zum Wildtierverbot bzw. zu starken Einschränkungen“, so Carola Schmitt von PETA. Erst letzte Woche sorgte ein entlaufener Mississippi-Alligator des Zirkus Hein in Südhessen für Aufregung. Allein in Deutschland brachen aus Zirkussen in jüngster Zeit Bären, Flusspferd, Elefanten, Tiger und Löwen aus. Sie liefen auf Straßen, Spiel- oder Parkplätzen herum und griffen teils sogar Menschen an. „Bundesministerin Aigner muss endlich handeln und das Wildtierverbot im Zirkus umsetzen! Wenn nicht aus Tierschutz-, dann aus Sicherheitsgründen“, fordert Schmitt. Laut PETA haben Alligatoren in keinem Zirkus etwas zu suchen. Die Reptilien reagieren sehr empfindlich auf Erschütterungen und Temperaturschwankungen. Schon allein aufgrund des ständigen Transportes – wie im Zirkus üblich – sind sie für die Zirkushaltung laut PETA völlig ungeeignet. Die Bundestierärztekammer spricht sich sogar ganz aktuell ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits entweder Verbote oder starke Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Rocklegende Udo Lindenberg, Comedian Hella von Sinnen und Schauspielerin Tina Ruland.

Interviewkontakt: Carola Schmitt, Tel. 07156 / 17828-24, CarolaS@peta.de
Weitere Informationen: www.zirkus.peta.de
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