peta.de

Netzwerk
www.peta.de/netzwerk
ThemenLifestyleAktiv werdenVideosÜber PETASpendenShop

Al Gore sollte Vegetarismus auf die Liste seiner Versprechen setzen

Von Dr. Edmund Haferbeck

Das Nobelpreiskomitee hat mit der diesjährigen Vergabe des Friedensnobelpreises and den früheren Vize Präsidenten Al Gore und das Internationale Forum zum Klimawandel der Vereinten Nationen eine eindeutige Aussage abgegeben. Achim Steiner, ausführender Direktor des Umweltprogramms der UN, meint dazu, wir wüssten nun, dass die Vorgänge in der Natur nicht nur mit den natürlichen Ressourcen, sondern auch mit so vielen anderen Hintergründen zusammenhängen.

Forscher und Wirtschaftsexperten warnen schon jetzt, dass der Klimawandel nicht nur zu Dürren und steigenden Meeresspiegeln führen wird, sondern auch für den Ausbruch von Krankheiten, wirtschaftlichem Chaos und Konflikten zwischen Menschen, die in einem noch schwierigerem Umfeld ums Überleben kämpfen, verantwortlich sein wird. Die ersten Klimakriege sind schon jetzt in Afrika sichtbar. Dort ziehen Farmer mit Hirten und Nomaden durchs Land, weil das veränderte Klima Dürre und Verfall über ein einstmals fruchtbares Land gebracht hat.

„Wir stehen einem planetarischen Notfall bevor”, so Gore. Genau deshalb fordert PETA Al Gore und seine Allianz zum Klimaschutz auf, aus ihrem 7-Punkte-Plan einen 8-Punkte-Plan zu machen und den Vegetarismus ganz oben auf ihre Liste zu setzen.

Unsere Sucht nach Hamburgern und Eimern voll Hühnchen zerstört den Planeten. In einem bahnbrechenden Bericht aus dem Jahr 2006 („Livestock´s Long Shadow), kommt die U.N. zu der Einsicht, dass die Fleischindustrie fast 40% mehr Treibhausgase verursacht, als alle Autos, Lastwägen, Geländewägen, Schiffe und Flugzeuge weltweit zusammen. Außerdem wurde festgestellt, dass die Fleischindustrie, „ob auf lokaler oder globaler Ebene, zu den zwei oder drei wichtigsten Ursachen für die schlimmsten Umweltprobleme gehört.“

Dabei ist eine Umstellung auf energiesparende Glühbirnen oder Hybridautos, obwohl sicherlich hilfreich, nicht die Lösung aller Probleme. Laut des „Live Earth Global Warming Handbook“, ist der „Verzicht auf Fleisch“ die „einzige effektive Methode zur Senkung des Kohlenstoffausstoßes.“ Hardcore-Fleischesser wollen wahrscheinlich nichts davon hören, aber ein Vegetarier, der einen „Hummer“ fährt, tut mehr für die Umwelt als ein Fleischesser im Hybridauto, der seine Getränkedosen recycelt. Schließlich kann man für die Emissionen von 1kg Rindfleisch 250km Auto fahren oder eine 100W Glühbirne 20 Tage brennen lassen.

Sie müssen sich dabei noch nicht einmal nur auf mein Wort verlassen. Forscher der Universität von Chicago haben herausgefunden, dass die Umstellung auf eine vegane Ernährung ganze 50% effektiver im Hinblick auf das Aufhalten der globalen Erwärmung ist, als von einem durchschnittlichen Auto auf ein Hybridfahrzeug umzusteigen. Und das Ökoinstitut hat die Klimarelevanz verschiedener Lebensmittel getestet, mit dem Ergebnis, dass Butter, gefolgt von Rindfleisch, am klimaschädlichsten war. Viele Umweltgruppen haben diese Tatsache noch lange verleugnet und sehen nun langsam die Verbindung. Die kürzlich erschienene Studie des WWF Deutschland belegt dies.

Das führt zu der Überlegung: was würden wir selbst mit einer komplett vegetarischen Ernährung erreichen?
Al Gore hat sich mit dem Erhalt eines Academy Award und nun auch dem Friedensnobelpreis eine internationale Plattform zum Kampf gegen die globale Erwärmung geschaffen. Genau darum ist es so entscheidend, dass er und andere im Umweltbereich sich nun an den größten Übeltäter, den Fleischverzehr, wenden. So bemerkte auch das Nobelpreis-Komitee während der Bekanntgabe der Gewinner des Friedensnobelpreises: „Wir müssen jetzt etwas tun, bevor uns der Klimawandel aus den Händen gerät!“

Dr. sc. agr. Edmund Haferbeck ist Langzeit-Umweltschützer und wissenschaftlicher Berater bei People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) Deutschland e.V.


Weitere Infos
PETA's Reaktion auf die Nobelpreisverleihung an Al Gore
Der globalen Erwärmung den Kampf ansagen!