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Appell an die Heimtierbranche zur Interzoo-Messe: „Exotische Tiere sind eine Gefahr!“

PETA Deutschland e.V. fordert den Handel mit exotischen Tieren nach Deutschland zu stoppen

Stand: 21. Mai 2008

Kontakt: Carola Schmitt, 07156-1782824, 0162-257-8504

Gerlingen/Nürnberg - Anlässlich der Interzoo, Weltleitfachmesse der Heimtierbranche (22.-25.05.) in Nürnberg, fordert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. die Branche auf, den Handel mit exotischen Tieren sofort zu stoppen. Nicht nur dass durch die Zunahme des Handels mit exotischen Tieren auch Verletzungen und Vergiftungen durch diese Tierspezies zunehmen (Deutsches Ärzteblatt 2004), eine artgerechte Haltung von Schlangen, Fröschen, Skorpionen, Vogelspinnen, Geckos & Co. ist in Privathänden nicht möglich. Tierhalter seien schnell überfordert, denn die Haltung und Pflege dieser hochsensiblen Tiere setze enormes Fachwissen voraus und ist zudem sehr aufwendig und kostspielig.

„Bedenkt man, dass das Gift des Pfeilgiftfrosches ausreicht, um 10 Menschen zu töten, wird die Gefahr für die Öffentlichkeit deutlich. Nach §11c des Tierschutzgesetzes ist die Abgabe von Wirbeltieren an Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten zwar unzulässig, aber auch in der Hand von Erwachsenen sind die Nachbarn von Haltern giftiger Tiere keineswegs sicher.“ so Carola Schmitt, Sprecherin bei PETA Deutschland e.V. „Es ist unverantwortlich, dass der Gesetzgeber bei bestimmten Hunderassen die harte Linie fahre, während er bei gefährlichen Exoten beide Augen zudrückt.“

Laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) wurden in 2006 nach Deutschland 94.373 Reptilien und 1351 Amphibien eingeführt. Erfasst sind hier aber nur die Tiere, die einen geschützten Status haben, also vom Aussterben bedroht sind. Die Zahl der nichtgeschützten Arten liegt um ein Vielfaches höher, das BfN drückt es wie folgt aus: „Die geschützten Arten machen maximal ein Fünftel des tatsächlichen Exoten-Imports aus“. Demnach sind in 2006 mindestens 478.620 exotische Tiere nach Deutschland eingeführt worden, die illegalen Einfuhren noch gar nicht mitgerechnet, denn durch die europäische Osterweiterung hat sich ein enormer illegaler Tierhandel entwickelt. In den Stuttgarter Nachrichten steht in der Ausgabe vom 19. Mai 2008 folgendes geschrieben: „Der illegale Handel mit Tieren wird weltweit so professionell betrieben wie der Drogenschmuggel“. Und weiter … „Die Tricks der Schmuggler scheinen unerschöpflich: Da werden kleine Schildkröten zu Hunderten eng im Koffer verschnürt, (…) Leguane und Vögel in enge Plastikröhren gepackt oder seltene Frösche in Trinkflaschen gequetscht.“ Nach Schätzungen würden pro Jahr 38 Millionen Tiere im Wert von rund einer Milliarde Dollar aus Brasilien hinausgeschmuggelt.

„So gut wie alle exotischen Tiere werden aus ihren Ursprungsländern hergekarrt, um für den Rest ihres Lebens in deutschen Wohnzimmern in Gefangenschaft zu leben“ so Carola Schmitt von PETA Deutschland e.V. und bezeichnet gegenteilige Behauptungen als Unwahrheiten der lediglich an Gewinn interessierten Händler.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter
www.peta.de/tierischemitbewohner/reptilien.1437.html oder unter
www.peta.de/zoohandel.
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