Berliner Elefanten nach Russland abgeschoben
Tierrechtler sprechen von katastrophaler Tierhaltung im Zoo Rostov
Stand: 2. September 2009
Gerlingen, 2. September 2009 – Mit scharfer Kritik reagiert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. heute auf die Abschiebung von drei Elefanten aus dem Tierpark Berlin an den russischen Zoo Rostov. Aktuellen Zeugenaussagen zufolge würden dort für viele Wildtiere katastrophale und tierschutzwidrige Zustände herrschen. Die zukünftige Außenanlage der drei Elefanten sei mit einem provisorisch zusammengenagelten Holz- und Wellblechzaun umzäunt und für die Elefantenhaltung absolut ungeeignet. Laut PETA fehle auch ein festes Elefantenhaus, in dem die Tiere im Winter ordnungsgemäß untergebracht werden können.
„Der Zoo Rostov ist der denkbar schlechteste Ort für die Abgabe von Tieren. Die Abgabe der Elefanten Horas, Cinta und Yoma dorthin hätte nie genehmigt werden dürfen“, kritisiert Frank Albrecht, Zooexperte von PETA. Zudem geht der Tierrechtler davon aus, dass der Tierpark Berlin die drei Elefanten bewusst übereilt abgeschoben hat. Denn PETA bemängelte bereits vor einem Jahr die tierschutzwidrige Haltung der indischen Elefanten im Tierpark, und hat das zuständige Veterinäramt erst vor wenigen Tagen schriftlich zum Handeln aufgefordert. „Wieder werden überschüssige Elefanten einfach aus dem Familienverband herausgerissen, nur damit Zoodirektor Dr. Blaszkiewitz unaufhaltsam weiterzüchten kann“, ist Albrecht überzeugt. Wie es den abgeschobenen Elefanten in Russland ergeht, scheine den Tierpark Berlin nicht zu interessieren. Dieser wolle nur durch weitere Nachzuchten von Baby-Elefanten für einen neuen Anstieg der Besucherzahlen sorgen. PETA fordert ein Elefantenzuchtverbot im Tierpark Berlin. Zeugenaussagen zufolge sollen Primaten, Raubkatzen und ein Eisbär im Rostover Zoo in „völlig herunter gekommenen Gehegen“ hausen. Die Zäune der viel zu kleinen Käfige seien alle nur provisorisch geflickt.
Interviewkontakt: Frank Albrecht, Tel. 07156 / 17828-35
Weitere Informationen:
http://www.peta.de/web/negativlistezoober.2172.html