Bundesrat berät Entschließung für ein Wildtierverbot im Zirkus
PETA fordert die Einbeziehung aller Wildtierarten und schnelle Umsetzung / Zahlreiche Prominente unterstützen PETAs Forderung
Stand: 24. November 2011
Gerlingen, 24. November 2011 – Am Freitag wird der Bundesrat voraussichtlich eine neue Entschließung für ein Wildtierverbot in Zirkusbetrieben fassen. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. fordert vom Bund jetzt eine schnelle und vollständige Umsetzung des Verbots. Dazu gehören kurze Fristen für besonders kritische Tierarten, die schnell aus dem Zirkusbetrieb genommen werden müssen. Wesentlicher Aspekt ist zudem die Einbeziehung aller Wildtierarten. Tiger oder Seelöwen wurden vom Bundesrat beispielsweise nicht explizit genannt, können aber im Zirkus ebenso wenig artgerecht leben wie Elefanten oder Bären. PETA kündigt eine Verschärfung des politischen Drucks an, sollte sich das Aigner-Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) weiterhin sperren, ein Gesetz zum Verbot aller Wildtierarten im Zirkus zu erlassen.
PETAs langjähriger Forderung nach einem Wildtierverbot im Zirkus haben sich im letzten Jahr zahlreiche Prominente angeschlossen: 32 Personen des öffentlichen Lebens hatten Ministerin Aigner in einem gemeinsam für PETA unterschrieben Brief gebeten, endlich ein Wildtierverbot für Zirkusse umzusetzen. Unterzeichner sind beispielsweise Journalist und Tierfilmer Dirk Steffens, Bestseller-Autorin Charlotte Link, Rock-Legende Udo Lindenberg und der international renommierte Elefanten-Experte Dr. Fred Kurt. Dieses Jahr hat sich auch Schauspielerin Cosma Shiva Hagen für PETA in einer Videoproduktion gegen die qualvolle Dressur sowie die tierquälerischen Haltungsbedingungen für Tiere im Zirkus engagiert.
PETAs Wildtier-Experte und Kampagnenleiter Peter Höffken resümiert: „Das Ministerium unter Ministerin Aigner blockiert absichtlich und wider besseren Wissens das notwendige Verbot. 2003 hat der Bundesrat bereits eine Entschließung vorgelegt, seitdem ist nichts passiert. In acht Jahren hat sich für kein einziges Tier im Zirkus etwas verbessert. Elefanten werden nach wie vor systematisch mit dem Elefantenhaken verprügelt, sie werden jede Nacht ihres Lebens und große Teile des Tages angekettet. Tiger müssen ein hoffnungsloses Leben auf wenigen Quadratmetern führen und werden dazu noch mit der Peitsche durch die Manege getrieben. Ein Großteil der Tiere entwickelt schwere Verhaltensstörungen. Wildtiere gehören nicht in den Zirkus.“
Die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie auch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Nach einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (2010) finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 anderen europäischen Ländern, die bereits Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben.
Prominente schreiben an Bundesministerin Aigner für ein Wildtierverbot im Zirkus:
http://www.peta.de/web/wildtierverbotprom.2226.html Interviewkontakt: Peter Höffken, 07156 17828-18, PeterH@peta.de
Weitere Informationen:
www.zirkus.peta.de Druckfähige Fotos von Tieren im Zirkus:
http://www.fotos.peta.de/categories.php?cat_id=33

PETA fordert: „Wildtiere raus aus dem Zirkus!“

Cosma Shiva Hagen: „Wildtiere: Am schönsten in Freiheit!“ Copyright: PETA / Beide Bilder sind auf Anfrage in druckfähiger Auflösung erhältlich