
Ein Elefant in Kettenhaltung bei Krone
Krone sagt: „Das Wertvollste an Bord sind die Krone-Tiere. Sie sind unsere Partner, unsere Freunde und gehören mit zur großen Circus Krone Familie. … .“ (2)
PETA liegen zwei unabhängig voneinander angefertigte Expertenbeurteilungen der Elefanten vor, die die verheerenden Folgen einer miserablen Elefantenhaltung zeigen. Eine wurde von Krone selbst in Auftrag gegeben (2007), die andere vom Landesamt für Umwelt und Verbraucherschutz in NRW (2008). Ein kranker Elefantenbulle, Colonel Joe, der mit weiteren Krone-Elefanten an steifen Gelenken, schmerzhaften Abszessen, Entzündungen und vielem mehr oder psychischen Störungen wie „Weben“ leidet. Auch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit spricht nach mehreren Kontrollen während der Gastspiele aber auch im Stammquartier in München ((2007-2009) in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft von deutlichen Haltungs- und Managementdefiziten zu Beginn der Kontrollen (zu lange Ankettungszeiten, zu wenig Bewegung und Beschäftigung, fehlende Strukturelemente wie Scheuermöglichkeiten etc.).
Jahrzehntelanges Stehen und liegen auf zum Beispiel harten Holzpodesten, jahrzehntelange Langeweile und jahrzehntelanger Bewegungsmangel scheinen die Ursache für diese physischen und psychischen Erkrankungen zu sein. Diese Tiere weiterhin zu Höchstleistungen anzutreiben (zu Kopfstand, Stehen auf den Hinterbeinen und vieles mehr) anstatt sie endlich in „Rente“ zu schicken, ist unverantwortlich.
Längst sind sich Elefantenexperten einig, dass das heftige Weben von Elefanten, wie es auch bei den Krone-Elefanten zu sehen ist, ein Symptom sozialer Vereinsamung und damit eine schwere Verhaltensstörung darstellt.
Krone sagt: „Bei Krone werden übrigens nur Tiere erworben, die nicht in freier Natur geboren wurden“ (3)
Klingt gut, ist aber falsch. Die durch ihre wissenschaftlichen Arbeiten über Elefanten international bekannt gewordene European Elephant Group e.V. entlarvt diese Aussage als Lüge: „Von 96 in deutschen Zirkussen lebenden Elefanten, ist nur ein einziger in einem Zirkus geboren. Und dieser ist nicht im Zirkus Krone geboren.“ (4)
Auch der Aussage des Zirkus über den männlichen Elefanten „Colonel Joe“, er sei in Los Angeles geboren, muss widersprochen werden, denn 1964 wurde in ganz Nordamerika kein einziger Asiatischer Elefant geboren. In Wirklichkeit wurde der Bulle 1964 oder früher in „freier Natur“ irgendwo in Südasien geboren, kam 1965 über den Tierhandel nach Los Angeles, ungefähr 1970 zum Circus Vargas (Kalifornien) und ist seit 1995 mit seinem Trainer James Peters alias James Puydebois in Europa unterwegs. (5)
Völlig unabhängig hiervon wissen Sie sicher, wie blutig die Elefantenjagd allgemein sein kann und dass es durchaus üblich ist, die Tierkinder zu Waisen zu machen, indem man ihre Mütter zuvor tötet.

Misshandlung eines Elefanten bei Circus Krone
Krone sagt: „Alle unsere Dressuren basieren auf natürlichen Verhaltensweisen und Bewegungsabläufen der Tiere“ (6)
Haben Sie schon Elefanten gesehen, die auf den Hinterbeinen durch die Wildnis wandern, dort auf Stühlen sitzen, oder gar (wie 1970 bei Zirkus Krone noch üblich) auf Motorrädern fahren? Elefanten haben zwar die Fähigkeit zu Extremleistungen, wenden diese jedoch nur in seltenen Extremsituationen an. Und das meinen Experten dazu: „Bedenkt man, dass Elefanten meist gehen (eine Extremität gehoben, 3 am Boden) und nur sehr selten wirklich rennen (wenigstens 2 Extremitäten gehoben), so kann man sich vorstellen, dass das Stehen auf einer oder 2 Extremitäten, im natürlichen Verhalten sehr selten vorkommt, da es mit extremen Anforderungen an Muskeln, Sehnen und Skelett verbunden ist. Dementsprechend sind die damit verbundenen Krankheitsgeschehen besonders bei älteren Zirkuselefanten, die jahrein jahraus täglich Extremtricks zeigen müssen, geradezu sprichwörtlich.“(7)
Dr. Cynthia Moss sowie 13 weitere führende Elefantenexperten, deren Erfahrung mit freilebenden, wilden afrikanischen Elefanten zusammen beinahe 300 Jahre umfasst und die auf diesem Gebiet führende Experten sind, führt allgemein dazu aus: „Um das Verhalten eines Elefanten in der Beengtheit eines Zirkus`zu kontrollieren, muss der Pfleger die Überhand gewinnen und behalten. Ein so großes Tier zu kontrollieren, kann nur durch eine gewisse Art der Grausamkeit erreicht werden. Hierfür wird häufig ein Elefantenstab – ein Elefantenhaken, der von den Mitarbeitern der Industrie auf euphemistische Weise „Elefantenführer“ genannt wird – eine Peitsche oder ein Elektroschocker verwendet.“ (8)
Bei Krone wird nachweislich der Elefantenhaken eingesetzt.
Und das berichten Augenzeugen:
„„Direkt nach dem Manegenauftritt musste sich eine Afrikanische Elefantenkuh noch im Sattelgang ablegen und erhielt durch Frau Z. eine erste kurze Bestrafung mit dem Elefantenhaken. Offenbar hatte der Elefant in der Manege nicht so gespurt wie sich die Trainerin das vorstellte. Auf dem Rückweg zum Stallzelt wurde das gleiche Tier von Frau Z. mehrmals mit dem Haken „behandelt“. Die oben erwähnten Beobachter begleiteten den Rückzug der Elefanten zum Stallzelt und wollten die Tiere dort noch eine Weile betrachten (Ankettung usw.). Unmittelbar nachdem die Elefanten im Stallzelt verschwunden waren, erschien ein Circusmitarbeiter und erklärte den verdutzten Besuchern, dass jetzt ein Betreten des Stallzeltes unmöglich wäre, da ein „Training“ anstünde. Das Zelt wurde hermetisch abgeschlossen, wobei kein Spalt offen blieb, um einen Blick hineinzuwerfen (ebenso der rückwärtige Zeltzugang). Bis dahin waren die Besucher Augenzeugen des Geschehens – jetzt wurden sie zu Ohrenzeugen“. Einige Minuten später drang der Furchtschrei einer Elefantenkuh durch die Zeltleinwand und es begann ein monotones, länger andauerndes, rhythmisches Klatschen. Das „Training“ hatte begonnen – die hörbaren Schläge wurden zu Beginn mehrmals von schrillen Schreien eines Elefanten begleitet“. (9)
Ein anderes Gastspiel:
„Einer der bei Krone angestellten, bulgarischen Elefantenpfleger zwang eine angekettete Asiatische Elefantenkuh mit brutalem Einsatz seines scharfen Elefantenhakens zum unnatürlichen schnellen Ablegen und Aufstehen. Die Elefantenkuh musste innerhalb von 5 bis10 Minuten die unsinnigen Übungen 4-5mal durchführen. jede verzögerte Bewegung der völlig verunsicherten Elefantenkuh wurde mit schmerzlichem Hakeneinsatz – an Nacken, Rücken und Vorderbein – von dem Pfleger beschleunigt….“ (10)
Krone sagt: „Die Paddock-Haltung erlaubt unseren Tieren (Elefanten) die maximale Bewegungsfreiheit…“ (11)
„Als ich am Vormittag das Elefantenzelt betrat, standen die Elefanten dort in einer Reihe, angekettet an Vorder- und Hinterbein. Der für 8 Elefanten ohnehin viel zu kleine Außenpaddock war leer. Auf meine Nachfrage hin erfuhr ich, dass es draußen für die Elefanten zu kalt sei, dass sie aber in der vorherigen Woche draußen gewesen seien. Da mein Besuchstag ein Freitag war, ergibt sich daraus, dass die Elefanten zirka eine Woche keine Möglichkeit hatten ins Freie zu gelangen. Dabei war trockenes Wetter.“ (12)
Auch behördliche Überprüfungen ergaben zu lange Ankettungszeiten, fehlende Außengehege im Stammquartier, zu wenig Bewegung und Beschäftigung der Elefanten.
Lesen Sie einen sehr interessanten Bericht aus dem Jahre 2000 über die Bestände und das Schicksal von Elefanten, die in Zoologischen Gärten, Safari Parks und ähnlichen Einrichtungen sowie in Circussen quer durch Mittel-, West- und Südeuropa gehalten wurden.