Die Hauptaussage im neuen Testament ist die Aussage von Jesus: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Der Kreis der Nächsten sollte jedoch nicht auf Menschen begrenzt werden.
Jesus rückt Wesenszüge wie Mitgefühl und Respekt vor dem Leben in den Fokus. Hätte er damals die Dimensionen kommen sehen sollen, wie wir heute mit unseren Mitmenschen und Mitgeschöpfen umgehen? Ganz sicher ist es nicht im Sinne eines barmherzigen Menschen wie Jesus, die Tiere auf solch grausame Art auszubeuten und zu töten, wie es in der heutigen Zeit gang und gäbe ist. Wenn wir eine Welt schaffen wollen, die voller Liebe und Respekt vor Mitgeschöpfen ist, dann müssen wir auch die Schwächsten unter unseren Schutz stellen. Im Paradies gab es keine Grausamkeit, keinen Tod, kein Leid. Erst mit dem Auszug aus dem Paradies, dem Sündenverfall, geht auch der Fleischverzehr einher. Gott empfindet Mitgefühl mit jedem seiner Geschöpfe: mit Schweinen, Kühen, Hühnern und allen anderen Tieren, die in der Intensivtierhaltung ein Leben erleiden müssen, wie es Christen nur in der Hölle erwarten würden.
Wir glauben, dass Jesus erschüttert gewesen wäre, wenn er gesehen hätte, wie Menschen mit Tieren, den wundervollen Gottesgeschöpfen, umgehen, nur um sich an ihrem Fleisch zu erfreuen.

Lamm. Bild: dorena-wm auf www.flickr.com
Die Bibel ist in vielen Fällen bildlich zu verstehen und auch Jesus benutzt häufig bildliche Aussagen. Ein bekannter Vergleich ist der von Jesus Christus mit einem Lamm. Am Karfreitag starb Jesus für die Sünden der Menschen am Kreuz: „Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, gleich dem Lamm, welches zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf.“ (Jesaja 53,7) Das Lamm, das auf den ersten Blick weder ein beeindruckender, überwältigender oder passender Vergleich zu sein scheint, zeigt jedoch ein Schicksal auf, das beiden widerfahren ist. Dieses Schicksal ist geprägt von Unterwerfung und Leid. Beide sind Opfer. Das Lamm ist unfreiwilliges „Opfertier“, Jesus opfert sich freiwillig für die Sünden der Menschheit. Er stirbt für uns am Kreuz. „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt.“ (Joh 1,29)
Heute sind die Menschen verantwortlich für ungeheure Schandtaten an Tieren, die in Intensivtierbetrieben eng zusammengepfercht in ihren eigenen Exkrementen dahinvegetieren. Die Nachfrage nach Fleisch kurbelt die Produktion an und lässt Unternehmer einzig und allein an Profitmaximierung denken. Doch Tiere als Ware zu betrachten ist eine Sünde. Was ist aus dem Respekt vor Gottes Schöpfung geworden?
Jede Kuh, jedes Schwein und jeder Fisch: sie alle können Schmerzen und Angst empfinden. Das zeigen nicht nur Studien, sondern auch unsere eigenen Erfahrungen im Umgang mit Tieren. Die Tiere sollen nicht für unsere Ernährungssünden sterben. Sie sind Teil Gottes Schöpfung und wir haben ihnen gegenüber eine Verantwortung.
Das Gute ist: Bei jeder Mahlzeit haben wir eine Wahl. Wir können uns entweder für Gewalt, Leid, Ausbeutung und Tod entscheiden oder dafür, Gottes Schöpfung zu respektieren und für den Frieden in der Welt ein Stück weit selbst einzustehen.
Gott fordert Gnade und keine Opfer. Auch deshalb hat Jesus beim letzten Abendmahl auf tierisches Fleisch und eine Opferung verzichtet und ein veganes Mahl angeboten.
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