
"Ich habe Schafe gesehen, denen man das halbe Gesicht mitweggeschoren hatte …"
Viele Menschen denken, Schafe zu scheren, würde den Tieren helfen, die sonst unter zuviel Wolle litten. Ohne die Einmischung des Menschen jedoch würden Schafe nur soviel Wolle bekommen, wie sie benötigten, um sich vor extremer Witterung zu schützen. Das Vlies schützt wirksam, weil es sowohl gegen Hitze wie Kälte isoliert.
Die Schafe werden jedes Frühjahr geschoren, gerade zu dem Zeitpunkt, wo sie von Natur aus ihr Winterfell ablegen würden. Das exakte Timing ist hier entscheidend: Wird zu spät geschoren, bedeutet es Verlust von Wolle. Unter diesem Zeitdruck werden viele Schafe zu früh geschoren und sterben an den Folgen der Witterung.
Die Scherer werden gewöhnlich nach Menge bezahlt, nicht nach Stunden. Daher sind sie motiviert, so schnell wie möglich zu arbeiten, ohne Rücksicht auf das Wohlbefinden der Schafe. Dazu ein Augenzeuge: "Die Scherhalle muss wohl einer der schlimmsten Orte für Tierquälerei sein...Ich habe Scherer gesehen, die die Schafe solange mit den Schermessern oder Fäusten geschlagen haben, bis sie aus der Nase bluteten. Ich habe Schafe gesehen, denen man das halbe Gesicht mitweggeschoren hatte …"
Cashmere kommt von Cashmere-Ziegen. Diejenigen mit "Mängeln" in ihrem Fell werden gewöhnlich getötet, bevor sie 2 Jahre als sind. Experten dieser Industrie gehen davon aus, dass Farmer 50 bis 80 Prozent ihrer Jungziegen töten, weil ihre Felle nicht den Anforderungen entsprechen.
Entgegen dem, was Verbraucher häufig denken, steht "shearling" nicht für geschorene Wolle, sondern der Begriff bezieht sich auf das Schaf selbst. „Shearling” bezeichnet ein einjähriges Schaf, das erst einmal geschoren wurde. Shearling-Kleidung ist von einem Schaf oder Lamm, unmittelbar bevor es geschlachtet wurde; Die Haut wird noch mit der Wolle daran gegerbt.
Angora-Kaninchen werden zum Scheren auf ein Brett gespannt. Aus Angst und Panik treten sie wild um sich. So schneiden ihnen die Messer unausweichlich ins Fleisch, was zu blutigen Wunden führt. Angoras haben sehr empfindliche Fußsohlen, was ein Leben in Käfigen auf Maschendraht zur absoluten Qual macht und häufig zu Geschwüren an den Füßen führt. Da die männlichen Angora-Kaninchen nur etwa 75 bis 80 Prozent der Wollausbeute von weiblichen haben, werden sie auf vielen Farmen gleich nach der Geburt getötet.
Der Markt für Alpaka explodierte in den 80er Jahren, als südamerikanische Alpakas und Lamas weltweit an Unternehmer vermarktet wurden, die die Vision von einer guten Investition in den Markt für ein Luxusmaterial hatten. Die stürmische Begeisterung ist abgeklungen, aber das Züchten geht noch immer weiter, und ungewollte Tiere werden jetzt regelmäßig auf Auktionen versteigert. Lama-Gnadenhöfe und Rettungsaktionen sind in dem Zuchtwahn immer häufiger geworden, um der wachsenden Zahl an missbrauchten, vernachlässigten Tieren nachzukommen.
Shahtoosh, die zur Fertigung “modischer” Schals benutzt wird, stammt von der gefährdeten tibetischen Antilope oder Chiru. Chiru können nicht domestiziert werden. Sie müssen also getötet werden, damit man an ihre Wolle kommt. Obwohl es seit 1975 illegal war, sie zu verkaufen oder zu besitzen, boomte der Schwarzmarkthandel mit Shahtoosh während der gesamten 90er Jahre, und die Schals verkauften sich pro Stück für sage und schreibe umgerechnet €12.000, während die Population der tibetischen Antilope auf weniger als 75.000 schwand.
Eine Razzia bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung 1994 in New York durch den U.S. Fish and Wildlife Service führte zur Vorladung von Supermodels und Salonlöwen, die die Schals kauften, sowie zu den ersten Strafverfahren für den Verkauf dieses “Stoffes”. Im April 2000 verfolgten britische Behörden eine Handelsfirma aus London strafrechtlich wegen des illegalen Besitzes von 138 Schals — was 1.000 Antilopenhäuten entspricht. Trotz des Verbotes von Shahtoosh in Indien versorgt noch immer ein florierender Schwarzmarkt Kunden in London, New York und Los Angeles, die €13.000 für einen Schal bezahlen. 20.000 Chiru werden Jahr für Jahr wegen ihrer Wolle getötet, und bei diesem Tempo wird die Spezies bis 2011 ausgerottet sein, wenn nichts unternommen wird.