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Das Leid, das hinter der Produktion von Stopfleber (Foie gras) steht

Stand: Februar 2008

Was ist eine „Stopfleber“?
Stopfleber ist eine verfettete Leber, folglich ein krankes Organ eines Vogels.
Stopfleber wird hergestellt, indem man die Leber von Gänsen oder Enten mittels Zwangsfütterung („Stopfen“) auf etwa das Zehnfache ihres Gewichts anschwellen lässt.
Frankreich ist Hauptexporteur (und Konsument) von Foie gras mit 75%, gefolgt von Ungarn (10,5%), Bulgarien (7%), Spanien (2%) und Belgien (0,5%). Zusammen erreichen diese Länder 96% der weltweiten Produktion. (1)

Das Schicksal der weiblichen Küken
Für die Produktion von Foie gras werden nur Erpel verwendet, da sie die größere Leber ausbilden und diese weniger Venen-reich ist. Mehr als 30 Millionen weiblicher Küken werden jedes Jahr direkt nach der Geburt am Fließband aussortiert und lebend in den Schredder geworfen. Das Video können Sie hier sehen

Zwangsfütterung
Die meisten „Produktionsstätten“ sind große Industriehallen, in denen Tausende von Vögeln in enge Käfige eingepfercht sind und weder aufstehen, noch sich umdrehen oder auch nur die Flügel ausstrecken können. Fotos finden Sie hier

Die Zwangsfütterung der Gänse bzw. Enten beginnt im Alter von 8 bis 10 Wochen. Für einen Zeitraum von 12 bis 21 Tagen werden die Vögel „gestopft“, d.h. dass ihnen jeden Tag 800 - 1.000 Gramm Maisbrei mittels eines langen Metallrohrs, das ihnen gewaltsam in den Hals gestoßen wird, verabreicht wird. (2,3) Dabei schwillt die Leber der Tiere auf das Zehnfache ihres normalen Gewichts an, dies nennt man Fettleber oder Steatosis hepatis (4). Die Sterblichkeitsrate von Tieren auf Stopfleberfarmen ist bis zu 20mal höher als die der Tiere, die unter normalen Lebensbedingungen aufwachsen. (5) Tierfreundliches Stopfen, bei dem das Futter den Tieren „in den Hals einmassiert“ wird, wie viele Produzenten und Vertreiber ihren Kunden glauben machen wollen, um sich gegen die zunehmenden Proteste zu wehren, gibt es nicht. Auch kommen die Tiere niemals freiwillig zur „Futterquelle“.

Nebenwirkungen des Stopfens
Nebenwirkungen des Stopfens sind u. a. Atemnot, Halsverletzungen, Knochenbrüche, Leberblutungen, und Herzversagen. (6) Die Tiere werden geschlachtet kurz bevor sie an den Folgen des Stopfens sowieso verenden würden. Viele sterben noch langsam und qualvoll, bevor sie geschlachtet werden.

Heimische Gänse und Enten
Gänse sind sehr soziale Wesen, die in ihrer Herde in bestimmten Hierarchien zusammen leben und es lieben „herumzutollen“. Sie ziehen es vor monogam zu leben, und sowohl Weibchen als auch Männchen kümmern sich um den Nachwuchs. Ein Züchter sagte, dass „die Wesenszüge von Gänsen - mehr als bei allen anderen Vögeln - von Tier zu Tier sehr unterschiedlich sind.“ (7) Auch Enten lieben es „herumzutollen“, zu schwimmen und sich um ihre Jungen zu kümmern. Weil die meisten Tiere, die der Gewinnung von Gänsestopfleber dienen, in kleinen Käfigen oder in sehr kleinen Gruppen gehalten werden, sind ihre sozialen Aktivitäten sehr eingeschränkt.
Heimische Gänse und Enten mögen es in der Regel akzeptieren, von Menschen gefüttert zu werden, aber Vögel, die zwangsgefüttert werden, „halten sich von Personen fern, die sie füttern wollen … und auch wenn sie nicht in der Lage sind, sich zu bewegen, so versuchen sie doch zu entkommen.“ (8) „Auch Enten, die in Käfigen fixiert sind, „wenden ihren Kopf von der Person ab, die sie füttern will.“ (9)

Nationales Verbot von Stopfleber
Der Oberste Gerichtshof Israels hat die Produktion von Gänsestopfleber seit 2005 aufgrund der Unvereinbarkeit mit dem Tierschutzgesetz gesetzlich verboten. (10) Deutschland und weitere 15 Mitgliedstaaten der EU verbieten die Produktion von Gänsestopfleber, ebenso die Schweiz und Großbritannien.
In Chicago ist die Produktion und der Verkauf von Gänsestopfleber gänzlich verboten und auch Kalifornien wird im Jahr 2012 stopfleberfrei. Arnold Schwarzenegger hat ein entsprechendes Produktions- und Verkaufsverbot der „Delikatesse“ bereits unterschrieben. (11) Maryland plant als erster Bundesstaat ein solches Verbot.
Auch in Deutschland streichen immer mehr Sterneköche, Restaurants und Gourmet-Geschäfte Foie gras von der Karte.

Die Produktion verstößt offensichtlich gegen die EU-Richtlinie, die sich mit dem Schutz von Tieren auf Zuchtfarmen befasst
PETA Deutschland e. V. und die französische Organisation Stop Gavage haben im Frühjahr 2007 bei der Europäischen Kommission Anzeige wegen Tierquälerei gegen die fünf Stopfleber-produzierenden Länder erstattet.
Die fünf Länder verstoßen nach Auffassung dieser Organisationen bei der Foie gras Produktion gegen die EU-Richtlinie 98/58CE, die sich mit dem Schutz von Tieren auf Zuchtfarmen befasst und u. a. besagt: « Die Art des Fütterns und Tränkens darf den Tieren keine unnötigen Leiden oder Schäden verursachen.“ (12)

Gefahr für den Menschen
PETA Deutschland e.V. hat auch bundesweit Anzeige gegen Sterneköche und Restaurants erstattet, da die Stopfleber gegen das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetz, sowie gegen die Fleischhygiene-Verordnung verstößt. Medizinisch gesehen ist eine verfettete Leber (Steatosis hepatis) ein krankhaft verändertes Organ eines gezielt krank gemachten Tieres, welches nach den Hygienevorschriften nicht zum menschlichen Verzehr angeboten werden dürfte.

Wie das französische Landwirtschaftsministerium im Januar 2008 bekannt gab, wurde in französischer Entenstopfleber das Botulismus (Lebensmittelvergiftung) auslösende Bakterium Clostridium botulinum gefunden. Die Stopfleber stammt von der Firma Montfort. Das Produkt wurde vom Markt genommen und die Hersteller ermahnt. (13)

Was Sie tun können
Drängen Sie Restaurants und Händler dazu, den Verkauf der „grausamen“ Stopfleber einzustellen und stattdessen vegetarische Pastete zu verkaufen. Organisieren Sie Demonstrationen vor Restaurants, Märkten, Hotels, Metzgereien, die Stopfleber verkaufen. Kontaktieren Sie PETA Deutschland e.V., um ein Stopfleber-Aktionspaket zu bestellen und um Informationen zu erhalten, wie man sich für das Verbot von Stopfleber einsetzen kann.



References
1) www.Stopgavage.com
2) Unité de Recherches Avicoles, “Production de Foie Gras, Gavage et Bien-être,” Institut National de la Recherche Agronomique, 5 April 2005.
3) Scientific Committee on Animal Health and Animal Welfare.
4) E. Fournier et al., “Relationships Between Storage and Secretion of Hepatic Lipids in Two Breeds of Geese With Different Susceptibility to Liver Steatosis,” Poultry Science 76 (1997): 599-607.
5) Scientific Committee on Animal Health and Animal Welfare.
6) www.stopgavage.com
7) Lou Horton, “Understanding the Behavior of Domestic Geese,” Acorn Hollow Bantams, 18 Oct. 2002.
8) Scientific Committee on Animal Health and Animal Welfare.
9) Scientific Committee on Animal Health and Animal Welfare.
10) “Israel Court Cans Foie Gras Farms,” BBC News, 13 Aug. 2003.
11) John M. Hubbell and Mark Martin, “Governor Vetoes Bills on Job Outsourcing; Legislation Bans Foie Gras Starting in 2012,” San Francisco Chronicle, 30 Sep. 2004.
12) EU-Richtlinie zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere 98/58CE
13) ThePoultrySite.com, Januar 2008.


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