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E-Mail-Flut an Delitzscher Veterinäramt – Tierschützer aus ganz Deutschland wollen Elefantin Mausi retten

Stand: 8. Juni 2011

Delitzsch / Gerlingen, 8. Juni 2011 – Seit Anfang März ist der Circus Voyage wieder mit der schwer kranken Elefantendame Mausi auf Tournee. Mausi leidet an schwerer Arthrose und kann kaum noch gehen. Dennoch hat das für die Erteilung der jährlichen Reisegenehmigung zuständige Veterinäramt Landkreis Nordsachsen in Delitzsch dem Zirkus auch für dieses Jahr wieder eine Erlaubnis zur Mitnahme von Mausi erteilt. Nachdem die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. ein Video von Mausi auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat, auf der ihr qualvoller Zustand deutlich zu erkennen ist, gingen beim Veterinäramtsleiter Dr. Michael Preuß in kurzer Zeit über 12.800 Email-Appelle ein, Mausi endlich in den Ruhestand zu schicken. Diese verhallten bisher jedoch ungehört. PETA könnte kurzfristig einen Platz in einem elefantengerechteren Refugium für Mausi organisieren und fordert Dr. Preuß vom Veterinäramt auf, Mausi unverzüglich aus dem laufenden Zirkusbetrieb zu nehmen.

„Die Behörde in Delitzsch hat es in der Hand, ob Elefantendame Mausi weiterhin Schmerzen ausgesetzt ist. Circus Voyage ist alle paar Tage in einem anderen Ort, aber gerade die Verladung und der Transport verursachen Mausi die starken Schmerzen. Ihre Untätigkeit begründen die Veterinärbehörden mit der sozialen Gruppenzugehörigkeit bei den Voyage-Elefanten, dabei bezeugt ein Gutachten der international anerkannten Elefantenexpertin Dr. Garaï das genaue Gegenteil. Zudem ignoriert das Veterinäramt sogar die Richtlinien des Bundesministeriums, denen zufolge Mausi ein Gehege zustünde, das mindestens Zoostandards erfüllt, da sie nicht mehr in der Manege auftreten darf“, so PETAs Wildtier-Experte Peter Höffken.

Mausi wurde als Baby im heutigen Zimbabwe in der Savanne eingefangen und für den Zirkusbetrieb nach Europa exportiert. Aufgrund ihrer schweren Arthrose kann Mausi kaum mehr die Hinterbeine anheben. Arthrose entsteht durch Bewegungsmangel, Feuchtigkeit, harten Boden und zu langes Stehen – Haltungsformen, denen Tiere im Zirkus permanent ausgesetzt sind. Sie nickt ständig als Ausdruck ihres psychischen Leidens stereotyp mit dem Kopf hin und her, ist kleinwüchsig und hat teilweise abgefrorene Ohrlappen. Laut einem Gutachten der weltweit bekannten Elefantenexpertin Dr. Marion Garaï leidet Mausi zudem an einem sozial niedrigen Status in der Herde und sei, besonders seit dem frühen Tod ihrer Partnerin Anja, sozial verarmt. Damit sind auch diverse Aussagen, dass Mausi in der Gruppe bleiben müsse, widerlegt. „Mausi sollte so schnell als möglich aus der jetzigen Zirkussituation genommen werden“, so Dr. Garaï in ihrem Gutachten. Jeder Transport mit dem unvermeidlichen Anfahren und Abbremsen sowie jede Kurve seien für Mausi eine schmerzhafte Belastung. „Seit Ende 2008 darf Mausi nicht mehr in der Manege vorgeführt werden. Sie erleidet als chronisch krankes Tier fortdauernde Schmerzen und Leiden aufgrund ihrer Mitführung im Reisebetrieb“, ergänzt Tobias Dornbusch, Diplom-Biologe und Elefantenexperte beim Elefanten-Schutz Europa e. V. (ESE). Im Zirkus Voyage sind laut PETA bereits mehrere Wildtiere verfrüht verstorben, u.a. die Elefantendame Anja, die bereits im Alter von 32 Jahren ihren Erkrankungen erlag und Mausis beste Freundin war.

Die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD. Nach einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Schauspielerin Cosma Shiva Hagen, Bill und Tom von Tokio Hotel und Comedian Hella von Sinnen.

Interviewkontakt: Peter Höffken, Tel. 0162 / 6878847
Weitere Informationen: www.zirkus.peta.de
Prominente engagieren sich für ein Wildtierverbot im Zirkus: http://www.peta.de/web/home.cfm?p=54
Druckfähige Fotos von Tieren im Zirkus: http://www.fotos.peta.de/categories.php?cat_id=33
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