Elefant Benjamin in Einzelhaft
PETA warnt vor Zirkusbesuch – Tierquälerei und Unfallgefahr bei Zirkus Luna
Stand: 31. August 2011
Freudenstadt / Gerlingen, 31. August 2011 – Von Donnerstag an gastiert der Zirkus Luna in Freudenstadt. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. appelliert an die Bürger, einen Besuch des Zirkus zu überdenken. Die Bären und die Elefantendame Benjamin sind nach Auffassung von PETA durch jahrelange tierquälerische Haltung beim Zirkus unberechenbar geworden. Im September 2010 wurde ein junger Vater in Leutkirch durch einen Angriff des Elefanten Benjamin lebensgefährlich verletzt. Der 24-Jährige verlor eine Niere und lag im Koma. Trotzdem hat der Zirkus die Besucher nur wenige Wochen nach dem schweren Unfall wieder dem Risiko eines Angriffs ausgesetzt. Kinder wurden sogar animiert, auf der „braven Benjamin“ zu reiten. PETA ruft dazu auf, den Zirkus Luna zur eigenen Sicherheit zu meiden und damit gleichzeitig ein Signal gegen die Haltung von Wildtieren im Zirkus zu setzen.
„Die Bären und der Elefant werden durch eine gewaltsame Dressur zu Zirkustricks gezwungen. Im Zirkus Luna sind die Lebensbedingungen für die Tiere miserabel. Elefantendame Benjamin ist ein soziales Herdentier, lebt aber im Zirkus Luna in lebenslanger Einzelhaft“, sagt Peter Höffken, Kampagnenleiter bei PETA. Die Tierrechtsorganisation macht den passiven Behörden zudem schwere Vorwürfe, da Elefanten laut Zirkusleitlinien gar nicht einzeln im Zirkus gehalten werden dürfen. „Benjamin muss sofort von den Veterinärbehörden in eine tiergerechtere Unterkunft überführt werden“, so Höffken weiter. PETA könnte relativ kurzfristig eine Überführung in ein neues, besseres Zuhause organisieren, wenn die Behörden endlich handeln würden.
Zirkus Luna steht schon lange in der Kritik der Tierrechtsorganisation. Im März 2007 beispielsweise brach ein Bär in Fulda aus und konnte nur mittels Betäubung wieder eingefangen werden. Im April 2004 endete eine veterinärhygienische Kontrolle mit der Bedrohung der Amtsveterinärin. Bereits im Jahr 2000 schlug der Elefant eine Frau in Melsungen krankenhausreif. Das Tier versetzte der Mutter und ihrem sechs Jahre alten Kind einen Schlag mit dem Rüssel. Auch der weltweit anerkannte Elefantenexperte Dr. Fred Kurt warnt: „Jeder Kontakt zwischen dem Tier [Benjamin] und einem Besucher kann in einer weiteren Tragödie enden.“
PETA fordert die Bundesregierung auf, zum Schutz von Mensch und Tier endlich ein Wildtierverbot für Zirkusse zu beschließen. Bereits 2003 forderte der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits entweder Verbote oder starke Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben.
Weitere Informationen, Video und Bilder zu Zirkus Luna:
http://www.peta.de/LunaElefantInterviewkontakt: Peter Höffken, Tel. 07156 / 17828-18, PeterH@peta.de
Prominente engagieren sich für ein Wildtierverbot im Zirkus: http://www.peta.de/web/home.cfm?p=54