Enttäuscht vom Veterinäramt in Neu-Ulm
Stand: 25. Februar 2010
Thalfingen / Neu-Ulm, 25. Februar 2010 – Die Tierschützer von PETA Deutschland e. V. sind enttäuscht vom Neu-Ulmer Veterinäramt. Denn die Behörde handelt nicht, obwohl Zirkus Luna in seinem Winterquartier in Thalfingen offensichtlich nicht die Mindestanforderungen bei der Haltung von Säugetieren einhält. Insbesondere die Elefanten- und Bärenhaltung steht in Kritik. Laut PETA werden aber auch die Hunde nicht der Hundehaltungsverordnung entsprechend gehalten. Grundsätzlich müssen im Winterquartier eines Zirkus für die Tiere die gleichen Bedingungen hergestellt werden, wie sie für Tiere im Zoo gelten.
Das kritisiert PETA konkretDer Elefant wird bei Zirkus Luna einzeln gehalten, obwohl er ein Herdentier ist. Gerade deswegen müsse das Veterinäramt die Einhaltung der Haltungsbedingungen des Elefanten konsequent einfordern. Dazu gehören durchgängig Beschäftigungsmöglichkeiten wie Zweige, Äste, Spielgegenstände, Sandhaufen, Schlamm oder Scheuerstellen. All dies konnte PETA bei Luna nicht vorfinden. „Der Elefant gehört beschlagnahmt und es muss versucht werden, das Tier zu vergesellschaften“, so Carola Schmitt, Sprecherin der PETA-Kampagne „Wildtiere raus aus dem Zirkus.“ Dass es keine Unterbringungsmöglichkeit für den Elefanten gäbe, so wie vom Veterinäramt gesagt, sei falsch. Laut PETA stünden mehrere Möglichkeiten in Zoos zur Verfügung.
Dem Bärengehege fehle es bei Zirkus Luna an Strukturierung und an Quadratmetern – laut Säugetiergutachten müsste ein Außengehege von 150 Quadratmetern pro Bärenpaar zur Verfügung stehen. Die Möglichkeit zur ausreichenden Bewegung ist nicht gegeben. Auch notwendige Klettergelegenheit, Teilbereiche mit Natursubstrat, eine optische Rückzugsmöglichkeit und Beschäftigungsmöglichkeiten wie Rundhölzer, Zweige und Sand bietet der Bärenkäfig bei Zirkus Luna nicht. PETA gibt sich nicht mit der Aussage des Zirkus und der Behörde zufrieden, dass die Bären derzeit im Winterschlaf seien. Denn der Zirkus ist noch bis Januar auf Tour gewesen und zudem hat PETA die Bären nicht schlafend vorgefunden.
Schließlich hat PETA die zum Zirkus gehörenden Hunde im LKW kürzest angebunden entdeckt. Bereits im Herbst 2009 wurde vom Veterinäramt Neu-Ulm eine Laufleine angeordnet, die offensichtlich bis heute nicht existiert. Die Hundehaltungsverordnung verbietet die Anbindehaltung von Hunden ohne Laufvorrichtung.
Interviewkontakt: Carola Schmitt, Tel. 07156 / 17828-24, Mobil 0162 / 2578504
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