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Entzug des Bio-Siegels bei Eierproduzent Hennenberg war überfällig

PETA fordert Konsequenzen im Behörden-Skandal

Stand: 2. März 2010

Velbert / Gerlingen, 2. März 2010 – Wie am Samstag bekannt wurde, soll dem angeblichen „Bio“-Stall von Eierproduzent Hennenberg in Velbert jetzt das Bio-Siegel entzogen werden. Denn die für 20.000 Legehennen nötigen 80.000 Quadratmeter Auslauf sind bei ihm nicht vorhanden. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. kritisiert, dass die örtlichen Behörden Hennenberg trotz dieses offensichtlichen Missstandes jahrelang keine Schwierigkeiten gemacht haben. Jegliche Kritik von PETA und von unabhängigen Journalisten an seiner offensichtlichen Verbrauchertäuschung ließ Hennenberg von sich abprallen. Der Eierproduzent fühlte sich im Recht, denn schließlich hatten die örtlichen Behörden seinen „Bio“-Stall genehmigt – obwohl er schon zu Beginn der Antragstellung nicht über die erforderlichen Freiflächen verfügte. PETA fordert jetzt Konsequenzen für die zuständigen Behörden.
„Jeder hat gesehen, dass die Hühner bei Hennenberg nicht genug Auslauf hatten. Jeder Bürger, jede Bürgerin, jeder Polizist, jeder Gemeinderat, jeder Behördenangehörige. Doch gehandelt hat niemand!“, kritisiert Agrarwissenschaftler Dr. Edmund Haferbeck von PETA Deutschland e. V. Noch offensichtlicher sei der Betrug geworden, als Hennenberg anfing, seine Hühner in den angrenzenden Wald zu lassen – ein Naherholungsgebiet. „Dass der Hennenberg-Clan über zwei Jahre diesen Betrieb unbeanstandet so führen konnte und sich sogar von der Bio-Kontrollstelle IMO zertifizieren ließ, ist ein ausgemachter Behörden- und Zertifizierungsskandal“, so Dr. Haferbeck. Nach Veröffentlichung von Undercover-Videoaufnahmen von PETA im Juni 2009 hat es neun Monate gedauert, bis die überregionalen Behörden endlich reagierten und Hennenberg jetzt das Bio-Siegel entzogen. Dies beweist laut PETA im Ergebnis das gewollte Nichtfunktionieren hoheitlicher, staatlicher Kontrolle und Genehmigungspraxis. Nach § 35 GewO haben die Behörden eine Gewerbeuntersagung durchzusetzen, wenn Unzuverlässigkeit vorliegt. Skandalös: Erst kürzlich wurde Hennenberg eine Baugenehmigung für einen weiteren Hühnerstall erteilt. Zuständig ist die Baubehörde Wuppertal.


Interviewkontakt: Dr. Edmund Haferbeck, Tel. 07156 / 17828-28
Weitere Infos: www.peta.de/bioeier
Druckfähige Fotos: www.fotos.peta.de
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