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Exoten raus aus dem Wohnzimmer

Helfen Sie den Tieren und kämpfen Sie mit uns für ein Verbot der privaten Haltung von exotischen Tieren
Tierbörsen sprießen wie Pilze aus dem Boden und auch über das Internet blüht der Handel mit Schlangen, Kaimanen, Leguanen, Agamen, Spinnen, Chamäleons, Fröschen und vielen anderen Tieren. Längst hat sich, unbemerkt von der Öffentlichkeit, eine neue Nische der an Gewinn orientierten Händler aufgetan, die für die betroffenen Tiere in der Regel Elend, Siechtum und oftmals den frühzeitigen Tod bedeutet. Das wollen wir mit Ihrer Hilfe ändern.

Wie Obst und Gemüse, aber nicht wie Lebewesen werden die Tiere angeboten: Übereinander gestapelt, in sogenannte Heimchendosen verpackt, rücksichtslos, respektlos! Sammelwütige „Tierfreunde“ oder uninformierte Menschen: Sie kaufen/handeln mit fühlenden Lebewesen, doch ihr eigenes Mitgefühl scheint ihnen abhanden gekommen zu sein. Der Handel verschweigt gerne, dass der Haltung von Reptilien das „Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien“ vom Bundesverbraucherschutzministerium zu Grunde liegt. Der Kunde würde sich vom Kauf abwenden wüsste er, dass z.B. für eine ausgewachsene 30 cm lange Bartagame ein 2,40m langes Terrarium vorgeschrieben ist, für einen Brillenkaiman 24 m in der Länge incl. Wasserteil (und das ist nur die Mindestanforderung). Er würde den Rücken kehren, wüsste er, wie hoch die monatlichen Stromkosten sind von UV Lampen, Heizstein u.v.m., die nicht nur Sommer wie Winter, sondern Tag und Nacht im Einsatz sind.


Sammellust? Nehmen Sie Briefmarken, keine Tiere!

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Chamäleon
Das Chamaeleo calyptratus oder auch Jemenchamäleon genannt, kann bis zu 0,60m lang werden und ist ursprünglich im Süden der arabischen Halbinsel verbreitet. Dort verbringen die Tiere den Tag meist in 1-3m Höhe. Viele Tierhalter versuchen sich als Züchter. Doch die Jungtiere müssen schnell getrennt werden, sonst töten sie sich gegenseitig. Doch wer umgibt sich mit 25 Terrarien für 25 kleine Jemenchamäleons oder andern Jungechsen?



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Geckos
Geckos sind eine Familie der Schuppenkriechtiere und sie bevölkern seit 50 Millionen Jahren die Erde. Der Leopardgecko ist ein Bewohner von Steppenlandschaften. Er verkriecht sich tagsüber in Hohlräumen und Erdhöhlen, die er mit den kräftigen Krallen erweitert. Durch eine falsche Beratung des Händlers, werden diese Tiere häufig in leeren Aquarien gehalten ohne Heizung oder UV Licht, die jedoch lebensnotwendig für diese Tiere sind.



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Königspython und Boa constrictor
Sowohl die Königspython als auch die Boa constrictor imperator erreichen eine Länge von bis zu 2,00m. Bei eine 2,00m langen Schlange muss ein 2,00m langes Terrarium bei einer Tiefe von mindestens 1,00m als Minimum zur Verfügung stehen. Die Königspython wird im Handel gerne als „Anfängerschlange“ verkauft. Sie ist jedoch ein schlechter Fresser, der sehr empfindlich auf Stress (Gefangenschaft, Transport etc.) reagiert und deshalb häufig qualvoll verendet. Incl. Mengenrabatt kosten diese Tiere den Händler grade mal ca. 12.00 €. Der hohe Verlust ist einkalkuliert, der „tierliebe“ Kunde bekommt Ersatz.



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Rotbauchunke
Die Chinesische Rotbauchunke lebt ursprünglich in der Nähe von Gewässern. Viele dieser wärmebedürftigen Tiere werden schon bald ausgesetzt, weil den Tierhaltern klar wird, dass die Becken im Wasserteil rasch zu stinken beginnen und eine gute Aquarienpumpe viel Geld kostet. Das Aussetzen bezahlen diese Tiere aufgrund der kalten Winter bei uns mit dem Leben. Auch die ostanatolische Landschildkröte überfordert schnell ihre Halter. Sie werden ca. 50 Jahre alt, das kaum einer bei der Anschaffung dieser Tiere bedenkt. Zudem brauchen sie UV Lampen, die schnell das Budget überschreiten. Viele Schildkröten werden durch unsachgemäße Haltung rachitisch und können oftmals weder laufen noch richtig fressen.



Woher kommen die Tiere?

Laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) wurden in 2006 nach Deutschland 94.373 Reptilien und 1351 Amphibien eingeführt. Erfasst sind hier aber nur die Tiere, die einen geschützten Status haben, also vom Aussterben bedroht sind. Die Zahl der nichtgeschützten Arten liegt um ein Vielfaches höher, das BfN drückt es wie folgt aus: „Die geschützten Arten machen maximal ein Fünftel des tatsächlichen Exoten-Imports aus“. Demnach sind in 2006 mindestens 478.620 exotische Tiere nach Deutschland eingeführt worden, die illegalen Einfuhren noch gar nicht mitgerechnet, denn durch die europäische Osterweiterung hat sich ein enormer illegaler Tierhandel entwickelt. In den Stuttgarter Nachrichten steht in der Ausgabe vom 19. Mai 2008 folgendes geschrieben: „Der illegale Handel mit Tieren wird weltweit so professionell betrieben wie der Drogenschmuggel“. Und weiter „… Die Tricks der Schmuggler scheinen unerschöpflich: Da werden kleine Schildkröten zu Hunderten eng im Koffer verschnürt, --- Leguane und Vögel in enge Plastikröhren gepackt oder seltene Frösche in Trinkflaschen gequetscht. Nach Schätzungen der Umweltschützer werden pro Jahr 38 Millionen Tiere im Wert von rund einer Milliarde Dollar aus Brasilien hinausgeschmuggelt“.

So gut wie alle exotischen Tiere werden aus ihren Ursprungsländern hergekarrt, um für den Rest ihres Lebens in deutschen Wohnzimmern in Gefangenschaft zu leben. Man spannt Netze über Biotope und nennt die sich darunter vermehrenden Tiere Nachzuchten anstatt Wildfänge. Doch egal ob Wildfang oder Nachzucht: Exotische Tiere über Tausende von Kilometern in Kisten „on Tour“ zu schicken, bedeutet immer extremes Tierleid und hohe Todesraten in Kauf zu nehmen. In Deutschland angekommen, erwartet die überlebenden Tiere das Schicksal in „Heimchendosen“ und Terrarien. Man nimmt hohe Verluste in Kauf und jeder, der sich ein exotisches Tier kauft, macht sich mitschuldig



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Grüne Leguane
„Grüne Leguane kommen als Massenware aus mittelamerikanischen Farmen zu uns – jedes Jahr Hunderttausende“, wird Professor Hoffmann, Leiter der Klinik für Fische und Reptilien an der Tierärztlichen Fakultät der Universität München, zitiert (stern, Heft 25/2005). Der Grüne Leguan erreicht eine Länge von bis zu zwei Metern, Er ist eigentlich ein Baumbewohner, kann aber auch gut schwimmen. Schnell wird auch dieses Tier seinem Halter zu groß und zu teuer, das Elend ist vorprogrammiert.

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Wasseragamen
Diese Wasseragamen sind Wildfänge. Sie leben ursprünglich in Südostasien, dicht an bewachsenen Gewässern. Die Tiere sind sehr scheu und reagieren panisch, wenn sie sich bedroht fühlen. Grüne Wasseragamen leben in kleinen Familienverbänden. Sie leben überwiegend auf Bäumen über Flüssen und fliehen bei Bedrohung als „Fluchtschwimmer“ im Wasser, wo sie pfeilschnell davonschwimmen. Sind die Bedingungen bei den Tieren nicht optimal, können die weiblichen Tiere auch in Legenot kommen, denn auch ohne ein männliches Tier können Echsen Eier ablegen. Können die Tiere dann nicht graben und ablegen, sterben sie qualvoll.

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Echsen
Diese Echsen sind Wildfänge.
Sie leben in Nordafrika und in Saudi Arabien und bewohnen dort Wüsten wie die Sahara.



Diese Echsen sind Wildfänge. Sie leben in Nordafrika und in Saudi Arabien und bewohnen dort Wüsten wie die Sahara.

Diese Echsen sind Wildfänge. Sie leben in Nordafrika und in Saudi Arabien und bewohnen dort Wüsten wie die Sahara.

Abhängigkeit durch Gefangenschaft

Ihr Leben lang wird ihr Wohlbefinden davon abhängen, ob man ihnen die richtigen Licht-, Wasser- und Temperaturverhältnisse schafft, ob man eine Zeitschaltuhr ordnungsgemäß installiert, auf spezifische Zeitpläne für Dunkelheit und ultraviolettes Licht achtet, ob man geeignete Pflanzen wählt, Rückzugsmöglichkeiten beachtet, das Wasser wechselt und vieles mehr. Gerade exotische Tiere sind hochsensible Lebewesen; kleinste Unachtsamkeiten und diese Tiere leiden an Stoffwechsel- oder Knochenerkrankungen aufgrund von z.B. Kalziummangel, an Mundfäule, Atemwegserkrankungen, Abszessen, Geschwüren und vielem mehr. Alles Krankheiten, die nur in Gefangenschaft vorkommen, nicht aber in der Natur. Dort schlagen sich Frösche auch nicht die Nasen blutig, wenn sie einen einzigen Satz machen, denn keine Glasscheiben, gegen die sie unwillkürlich prallen, halten sie auf.



Die Gefahren:

In Deutschland werden immer mehr Tiere ausgesetzt oder sie entlaufen, und das betrifft keineswegs „nur“ Hunde und Katzen, sondern gerade auch exotische Tiere. Dabei können exotische Tiere sehr gefährlich für Menschen oder andere Tiere werden. Unfälle mit Riesenschlangen, Skorpionen, Vogelspinnen, Schlangen & Co. sind massiv im Ansteigen begriffen. Bedenkt man, dass das Gift einer bestimmten Art des Pfeilgiftfrosches ausreicht, um 10 Menschen zu töten, wird die Gefahr für die Öffentlichkeit deutlich. Nach §11c des Tierschutzgesetzes ist die Abgabe von Wirbeltieren an Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten zwar unzulässig, aber auch in der Hand von Erwachsenen sind die Nachbarn von Haltern giftiger Tiere keineswegs sicher. Es ist vom Gesetzgeber unverantwortlich, bei bestimmten Hunderassen die harte Linie zu fahren, während man bei gefährlichen Exoten beide Augen zudrückt. Nach Angaben des Deutschen Ärzteblattes 2004 nehmen durch die Zunahme des Handels mit exotischen Tieren auch Verletzungen und Vergiftungen durch diese Tierspezies in Europa zu.

Klapperschlange

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Schwarz-grüne Buschviper

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Asiatische Otter

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Die Transportbestimmungen

Tiere, z.B. im Internet bestellt, werden in der Regel per Post verschickt. Abgesehen davon, dass der Versand von Lebewesen generell verboten werden muss, sieht die bestehende Transportverordnung nur unzureichenden Schutz für Reptilien vor, da sie in erster Linie für den gewerblichen Transport der sog. „Nutz“tiere erlassen worden ist. In §33 Tierschutztransportverordnung steht als einzige Auflage, dass wechselwarme Kriechtiere und wirbellose Tiere „in Behältnissen“ zu befördern sind mit einer „angemessenen Temperatur und Schutz vor plötzlichen Temperaturschwankungen“. Auch die Öffentlichkeit ist durch diese Art des Transportes von Tieren gefährdet, was das jüngste Beispiel zeigt: Nach Meldung von T-Online vom 9. Mai 2008 wurden drei Tigerpythons per Post verschickt, eine davon büxte aus dem Paket auf dem Hauptpostamt in Darmstadt aus und musste von Postmitarbeitern eingefangen werden. Tigerpythons können übrigens bis zu 7 m lang werden und ein Gewicht von bis zu 80 kg erreichen. Sie umschlingen ihre Beute, bis diese erstickt im für Würgeschlangen typischen Griff.



Tierschutz

Während die Tierheime in Deutschland mit Hunden, Katzen, Nagetieren oder Vögeln überfüllt sind, stehen nun auch exotische Tiere vor den Tierheimtoren. Viele Halter erkennen, dass die Haltung von Schlangen & Co äußerst aufwendig und kostspielig ist. Die Haltung dieser hochsensiblen Lebewesen setzt enormes Fachwissen voraus und überschreitet sehr schnell das Budget der Tierhalter. Unkenntnis über die unterschiedlichen Anforderungen an Licht, Feuchtigkeit, Wärme, Belüftung, Substrat und vieles mehr führt zu Krankheit, Siechtum und schließlich zum Tod. Anders als Katzen und Hunde senden diese Tierarten uns wenig verständliche Signale durch Mimik, Gestik oder Lautäußerungen aus, so dass der unerfahrene Tierhalter das Leiden noch nicht einmal wahrnimmt. Schlangen & Co sind nicht domestiziert, sie leiden extrem in Gefangenschaft hinter den Glaskästen und durch die unsachgemäße Behandlung des Tierhalters. Tierschutz muss mehr zählen als die extravaganten Wünsche der Menschen. Wir brauchen nicht mehr Tiere, die in Gefangenschaft leben, sondern weniger!



Die sogenannten Futtertiere

Aufgrund der massiven Zunahme von Reptilien in Privathaushalten hat sich auch ein schwunghafter Handel mit sogenannten „Futter“tieren entwickelt. Millionenfach werden Mäuse, Meerschweinchen, Kaninchen und andere Tiere gezüchtet, um gegessen zu werden. In diese Tiere wird ein Minimum an Ernährung und Pflege investiert und es ist anzunehmen, dass diese Tiere auf tierquälerische Weise getötet werden. Eine veterinärärztliche Untersuchung der von PETA Deutschland e.V. im Internet bestellten „Frosttiere“ bestätigte den Verdacht, dass sie auf strafrechtlich relevante Weise getötet wurden.


"Futterkaninchen"

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Was Sie tun können:


1. Klären Sie Ihren Freundeskreis auf. Der Kauf eines aus seinem natürlichen Lebensraum gefangenen Reptils fördert das Aussterben von Wildtieren in empfindlichen Ökosystemen. Der Kauf von in Gefangenschaft gezüchteten Tieren ermutigt die Züchter, ihren Bestand aufzufüllen. Nachfrage schafft Artenverlust und permanente Tierquälerei.

2. Wenn Sie sich einem exotischen Tier annehmen möchten, kann dies aus Tierschutzgründen nur dann akzeptiert werden, wenn es sich um ein Tier handelt, das in Not geraten ist oder aus dem Tierheim adoptiert wurde. Besuchen Sie also ein Tierheim, wenn Sie ein exotisches Tier aufnehmen möchten.

2. Schreiben Sie an die Bundesregierung, und fordern Sie ein bundesweites Gesetz, das die Haltung exotischer Tiere in Privathänden verbietet. Fordern Sie außerdem, dass die Einfuhr von exotischen Tieren verboten wird.



Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter http://peta.de/tierischemitbewohner/reptilien.1437.html oder unter www.peta.de/zoohandel.