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Ratten und Mäuse

Stand: Februar 2008

Mäuse und Ratten werden genau wie andere Kleintiere von Massenzüchtern an Zooläden verkauft, die das Problem von Ratten in Tierheimen und Pflegestellen nur noch verschlimmern. Bei der „Anlieferung“ sind die Tiere meist in viel zu kleine Boxen gepfercht, die eine wahre Brutstätte für Parasiten und Viren- und Bakterieninfektionen darstellen. Oft kommen Ratten und Mäuse schon krank, unterernährt und/oder schwanger im Zooladen an. (1)

Wie Sie die schlechte Haltung im Zooladen erkennen

Kleintiere bedeuten für einen Zooladen einen geringen Profit und ihr Tod demnach auch nur einen geringen Verlust. Die Bedingungen, unter denen Mäuse und Ratten dort gehalten werden, spiegeln diese Einstellung meist wieder. An den folgenden Anzeichen können Sie erkennen, dass die Tiere im Zooladen schlecht gehalten oder nicht versorgt werden: Ausfluss aus Augen oder Nase; trockener, schuppiger Schwanz; schuppiges, zerrauftes Fell, gekrümmte Haltung, Apathie, Blähbauch und dreckiges, nasses Fell um den Mund und die Geschlechtsorgane herum. Wenn sich Ratten sehr häufig kratzen, kann das ein Anzeichen von Milben oder Pilzinfektionen sein. Weiterhin gehören zu den Anzeichen Niesen, Keuchen, magere Figur, abgebrochene Zähne, Blut oder Schleim im Stuhl und Durchfall.

Bevor Sie ein Tier bei sich aufnehmen
Wenn Sie eine Maus oder eine Ratte bei sich aufnehmen möchten, dann kontaktieren Sie zuerst das örtliche Tierheim. Dort warten sicherlich viele Ratten und Mäuse auf ein neues Zuhause – Sie finden dort meist auch Jungtiere, sowie ältere Tiere. Sollten Sie im Tierheim kein Glück haben, dann informieren Sie sich über ortsnahe Vermittlungsstellen. Die Pfleger informieren Sie im Vorfeld über alle notwendigen Maßnahmen und bringen die Tiere normalerweise zur Platzkontrolle zu Ihnen nach Hause (zum Beispiel http://www.rattenhilfe.de/ und http://www.vdrd.de/ für Ratten).

Bevor Sie ein Tier zu sich holen, sollten Sie sich jedoch darüber bewusst sein, dass mögliche Tierarztkosten denen für Hunde und Katzen gleichen können. Viele domestizierte Ratten tragen den Erreger für Mykoplasmose in sich, was zu Atemwegserkrankungen und Lungenentzündung, ausgelöst durch Stress oder Krankheit, führen kann. (2) Auch Tumorerkrankungen treten häufig auf.
Ratten und Mäuse sind soziale aber gleichzeitig territoriale Tiere. In jedem Fall müssen die Tiere in Gruppen gehalten werden, allerdings muss ihnen auch ausreichend Platz zur Verfügung stehen. Bei Mäusen sollte der Käfig für 2 - 3 Tiere mindestens eine Größe von 100cm x 50cm x 80cm (Länge-Breite-Höhe) umfassen, bei Ratten mindestens 80cm x 50cm x 80cm. Dies sind jedoch die absoluten Mindestmaße – je größer desto besser. Stellen Sie in jedem Fall eine Geschlechtertrennung sicher; viele Tierheime geben mittlerweile ihre Tiere schon kastriert ab.

Folgendes sollten Sie bei der Einrichtung ihres Käfigs bedenken:
- Wählen Sie eine staubarme oder staubfreie Einstreu. Manche Ratten fühlen sich auch in einem Zuhause, ausgelegt mit Zeitungen und Zeitungsschnipseln wohl.
- Stellen Sie den Käfig nicht ins direkte Sonnenlicht oder die Zugluft.
- Den Tieren muss immer frisches Wasser zur Verfügung stehen; reinigen Sie den Futter- und den Wassernapf sowie die Tränke regelmäßig.
- Nicht im gleichen Zimmer rauchen.
- Ratten benötigen tägliche mehrere Stunden Auslauf in der Wohnung oder einem abgetrennten Bereich. Achten Sie auf Gefahrenquellen wie Zimmerpflanzen, Kabel, Steckdosen, etc. Wenn Mäuse in einem artgerecht eingerichteten Gehege gehalten werden, ausgestattet mit Tunneln, Röhren, etc., ist ein Auslauf nicht unbedingt nötig. Wird ein Auslauf gestellt, sollte den Mäusen die Möglichkeit offen stehen, diesen eigenständig zu erreichen – so bleibt eine wilde Verfolgungsjagd erspart. ACHTUNG: der Auslauf in einem „Hamsterball“ ist absolut nicht geeignet!
- Richten Sie das Zuhause der Vierbeiner angemessen ein. Mäuse und Ratten möchten zwar keinen dauernden Wechsel, brauchen aber viele Dinge zum erkunden, z.B. ungiftige Äste, Toilettenrollen, alte Socken/Handtücher etc., Spielzeuge usw.

Viele weitere Infos zur Pflege und Haltung von Ratten und Mäusen finden Sie unter www.diebrain.de.

1) Rat Lovers’ Association of Southern California, “Know Your Source,” 2003.
2) Rat Lovers’ Association of Southern California, “What Is ‘Myco’?” 2000.

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