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Festplatz in Rheinfelden für Tierhaltung nicht geeignet

PETA kritisiert Stadt für Platzvergabe an Zirkus Kaiser

Stand: 25. Juli 2010

Rheinfelden / Gerlingen, 25. Juli 2010 – Die Platzvergabe der Stadt Rheinfelden an den Zirkus Kaiser sorgt bei Tierschützern für Unverständnis. Laut Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. (Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren) ist der Betonboden des Festplatzes für die Tierhaltung völlig ungeeignet. Außerdem führe Zirkus Kaiser Wildtiere mit, die im Zirkus generell nicht artgerecht gehalten werden können. Die Elefantenkuh Sarah lebt zudem unter tierquälerischer Einzelhaltung. PETA fordert die Behördenvertreter dazu auf, auch für Tiere soziale Verantwortung zu übernehmen.

„Hufe, Klauen und Elefantenfüße sind nicht für Beton gedacht! Tiere benötigen Gras, Erde, Sand und Bäume für ihr Wohlbefinden“, so Carola Schmitt, Wildtierexpertin von PETA. In einem reisenden Zirkus werden Tiere durch Dressur und Auftritte stark beansprucht. Sie verbringen die meiste Zeit ihres Lebens auf einem Transportwagen. Ein adäquater Standplatz während der Gastspiele ist deshalb laut PETA unabdingbar. Besonders große Sorgen macht sich die Tierrechtsorganisation um die einzeln gehaltene Elefantenkuh Sarah. „Sarah müsste von den Behörden längst beschlagnahmt werden. Doch weil ein Zirkus immer nur für kurze Zeit an einem Ort verweilt, nimmt keine Behörde die Arbeit und schon gar nicht die Kosten auf sich. Man wartet bis der Zirkus weiterzieht“, erläutert Schmitt. Schon seit Winter 2009 beobachtet PETA den Zirkus: Sarah wurde damals ausschließlich auf einem engen Transporter gehalten, ein später aufgebautes Stallzelt nicht beheizt. Der Halter entzog sich behördlichen Auflagen, indem er mit der Elefantenkuh mehrmals vor den Behörden flüchtete und falsche Angaben über den Verbleib des Tieres machte. Ein aktuelles Gutachten eines Fachtierarztes für Wild- und Zootiere über Sarah, das PETA vorliegt, spricht von einer mangelhaften Haltung – insbesondere wegen fehlender Sozialkontakte mit anderen Elefanten. Für die Rettung Sarahs hat PETA einen Aktionsaufruf online gestellt, an dem sich alle Tierfreunde beteiligen können: http://www.peta.de/zirkuskaiser. Zirkus Kaiser hat nach Informationen von PETA enorme Schulden, dies ginge zwangsläufig auf Kosten der Tiere. Der Zirkus macht zudem immer wieder mit ausgebrochenen Tieren Schlagzeilen, provoziert Ärger mit den Behörden, klaut auch schon mal ein Pferd, wie PETA in einer umfangreichen Chronik zusammengetragen hat: www.peta.de/chronikzirkuskaiser.

Die Bundestierärztekammer spricht sich ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert, unter anderem wegen des mangelnden Vollzugs des Tierschutzgesetzes bei reisenden Betrieben. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits entweder Verbote oder starke Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Rocklegende Udo Lindenberg, Comedian Hella von Sinnen und Schauspielerin Tina Ruland.

Interviewkontakt: Carola Schmitt, Tel. 07156 / 17828-24, CarolaS@peta.de
Weitere Informationen: www.zirkus.peta.de
Druckfähige Fotos: http://www.fotos.peta.de/categories.php?cat_id=33
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