Flusspferd aus Circus Voyage ausgebrochen
PETA: Wildtierverbot im Zirkus überfällig
Stand: 14. Oktober 2011
Schwerin / Gerlingen, 14. Oktober 2011 – Nach einem erneuten Ausbruch eines Wildtieres aus dem Circus Voyage am späten Donnerstagabend in Schwerin macht die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. den Zirkusbetreibern und den Behörden schwere Vorwürfe. Zirkusbetriebe sind systembedingt weder in der Lage, Wildtiere, wie ein Flusspferd, artgerecht zu halten noch können sie eine sichere Unterbringung gewährleisten. Zahlreiche Ausbrüche von und Unfälle mit Wildtieren, wobei zum Teil Menschen schwer verletzt wurden, hat PETA auf www.peta.de/zirkus dokumentiert. Allein in diesem Jahr wurden in deutschen Zirkusbetrieben 18 Ausbrüche von Tieren bekannt, im letzten Jahr waren es 21. Bei Circus Voyage brach im April in Goslar bereits das Nashorn aus und lief frei herum. Für PETA ist die neue Hamburger Bundesratsinitiative für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus, die in Kürze zur Abstimmung kommt, nun dringender als je zuvor.
„Hätte es einen Unfall gegeben, hätten wir sofort Strafanzeige gegen die Zirkusbetreiber und auch gegen das zuständige Veterinäramt erstattet“, sagt Dr. Edmund Haferbeck, juristischer Berater bei PETA. „Die Veterinärbehörden drücken bei der Kontrolle regelmäßig beide Augen zu, denn Flusspferde dürfen laut Zirkusleitlinien überhaupt gar nicht im Zirkus gehalten werden. Aus Sicherheits- und aus Tierschutzgründen.“
Sogar die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus; ebenso die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD. Nach einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits Verbote oder drastische Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Schauspielerin Cosma Shiva Hagen, Bill und Tom von Tokio Hotel und Comedian Hella von Sinnen.
Weitere Informationen:
http://www.peta.de/zirkus
Interviewkontakt:
Dr. Edmund Haferbeck, 07156 / 17828-28, EdmundH@peta.de

Flusspferd bei Circus Voyage: Tierquälerische Haltungsbedingungen / Copyright: PETA