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Freunde oder Gefangene?

PETA gibt Informationen zur Haustier-Haltung

Stand: 1. September 2010

Gerlingen, 1. September 2010 – Anders als in der Schweiz gibt es in Deutschland immer noch keine spezifischen Gesetze zur Haltung sogenannter Heimtiere. Längst überfällig, wie Deutschlands größte Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. (People for the Ethical Treatment of Animals) findet. „Ein Großteil der Haustierhalter weiß kaum um die Bedürfnisse seiner Schützlinge Bescheid“, erklärt Kampagnenleiterin Nadja Kutscher von PETA. „Deshalb fordern wir als Teil eines Heimtierschutzgesetzes unter anderem feste Regeln bezüglich Gehegegröße und Gruppenhaltung.“

Laut PETA vegetieren in Deutschland tausende Kaninchen in viel zu kleinen Käfigen vor sich hin. Kaninchen haben einen enormen Bewegungsdrang. In einem kleinen, wie im Zoohandel üblicherweise verkauften, Käfig entwickeln sie oft Verhaltensstörungen. Kaninchen sollten im abgesicherten Außen-Freilauf gehalten werden oder zumindest ihren eigenen Raum in der Wohnung haben, der mit Versteckmöglichkeiten ausgestattet ist. Als Nahrung erhalten sie Wiesenheu, aber auch Obst und Gemüse. Kaninchen gelten als tolle „Anfängertiere“ für Kinder – doch das ist nicht der Fall, warnt PETA. Kaninchen sind Fluchttiere und wollen in den meisten Fällen keine Streicheleinheiten und nicht getragen werden.

Auch Mäuse und Ratten haben in handelsüblichen Käfigen nicht ausreichend Platz. Die immer beliebter werdenden hochsozialen Tiere dürfen zudem, genau wie Kaninchen oder auch Meerschweinchen, niemals alleine gehalten werden. Ratten sind hochintelligent und sehr reinlich. Wenn sie ihrem Halter vertrauen, „putzen“ sie sogar manchmal dessen Hand, wie sich die Tiere auch untereinander putzen. Meist schlafen sie zusammengekuschelt in ihrem Unterschlupf. Einige sind sehr frech, zwicken ihren Halter z. B. leicht und rennen dann weg, wenn sich dieser im Freilauf einmal nicht mit ihnen beschäftig.

Fische gelten für viele Menschen noch immer als gute „Zwischenlösung“, wenn sich die Kinder ein Tier wünschen, die Eltern jedoch keine Zeit und Lust auf Hundehaare oder Katzenklos haben. Fische sind faszinierende Lebewesen: Sie kommunizieren miteinander, bilden Gruppen und trauern, wenn ihre Gefährten sterben. Fische verständigen sich untereinander unter Verwendung einer ganzen Palette von Niederfrequenz-Geräuschen – vom Summen und Schnalzen bis hin zum Jaulen und Wimmern. Diese Geräusche, die der Mensch nur mittels spezieller Instrumente wahrnehmen kann, drücken Verhaltensmuster wie Werbung, Alarm oder Unterwerfung aus. Pumpen und Filter, wie sie in vielen häuslichen Aquarien notwendig sind, stören diese Kommunikation leider sehr. Der größte Teil der Salzwasserfische wird der Natur entnommen. Viele Fischtaucher kommen nur zu ihrer Beute, indem sie Cyanid oder andere Gifte in die Korallenriffe, in denen die Fische leben, einspritzen. Dies zielt darauf ab, die Fische zu betäuben und sie aus dem Riff heraus driften zu lassen, damit man sie dann leicht einsammeln kann.

Vögel sind sehr soziale Tiere und betreiben gegenseitig Gefiederpflege, fliegen zusammen, spielen und teilen sich die Arbeit beim Ausbrüten der Eier. Viele Vogelarten bleiben ihrem Partner ein Leben lang treu und teilen sich die elterlichen Pflichten. Die meisten Vögel nehmen sich in Freiheit keinen zweiten Partner, falls sie den ersten verlieren. Alle Vögel sind entweder in freier Wildbahn gefangen oder in Gefangenschaft gezüchtet worden. Kein Vogel jedoch wurde geboren, um in einem Käfig sein Leben zu fristen.

PETA appelliert, niemals ein Tier beim Züchter oder im Zoohandel zu kaufen. Alle Arten der Heimtiere gibt es auch in Tierheimen. Im Zoohandel sind die Tiere oft großem Leid ausgesetzt, außerdem vergrößert sich die Überpopulation. Im Zoohandel werden gerade die Kleintiere (auch z. B. Fische und Vögel) wie Ware gewinnbringend vermarktet. Jeder kann sich für wenig Geld das Tier kaufen, das er möchte – egal, ob er sich damit auskennt oder nicht. Weitere Informationen erhalten Sie auf www.peta.de/heimtierschutzgesetz



Interviewkontakt: Nadja Kutscher, Tel. 07156 / 17828-25, NadjaK@peta.de
Weitere Informationen: http://www.peta.de/heimtierschutzgesetz
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