Gestrandeten Walliser-Tigern geht das Futter aus: Zoos müssen jetzt ihre Türen öffnen
PETA warnt vor wohlgemeinten Futterspenden
Stand: 3. Juni 2011
Nürnberg / Gerlingen, 3. Juni 2011 – Der Tiger-Dompteur Christian Walliser ist mit seinen 11 Tigern in Nürnberg gestrandet. Walliser, der im Dezember 2009 von seinen Tigern bei einer Show in Hamburg lebensgefährlich verletzt wurde, war bei Circus Barelli angeheuert. Dieser wurde aber gerade wegen Verdacht auf Menschenhandel und Sozialbetrug von den Behörden geschlossen. Nun geht Walliser das Geld und somit auch das Futter für die Tiger aus. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. bittet den Präsidenten des Zoodirektorenverbands, Dr. Thomas Kauffels, eine Unterbringung der Tiger in einem deutschen Zoo zu organisieren, um die Tiere zu retten. PETA fordert zudem die Nürnberger Veterinärbehörden auf, die Tiger aus der Obhut von Walliser zu entnehmen.
„Walliser geht nicht zum ersten Mal das Geld aus, er hat in der Vergangenheit schon öfter um Geld und Futter gebettelt. Jetzt muss endlich eine langfristige Lösung für die Tiger her. Futter- oder Geldspenden an Walliser sind sicherlich gutgemeint, tragen aber nichts zum Tierschutz bei, da die Bäuche der Tiger bei nächster Gelegenheit wieder leer sein werden. Daher müssen die Zoos nun ihre Tore für Tiger aus dem Zirkus öffnen, wie es PETA schon seit langem fordert. Gleichzeitig muss die Nachzucht in Zoos und Zirkusbetrieben endlich aufhören, denn nicht selten werden Raubkatzen aus zoologischen Einrichtungen über Zwischenhändler an Zirkusbetriebe weiterverkauft“, so PETAs Wildtier-Experte Bernd Hoffmann.
Tiger sind in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht. Daran ändere, so PETA, auch die Zucht in Gefangenschaft nichts, denn kein einziger Tiger aus einem Zoo oder Zirkus werde jemals aus seinem Gefängnis herauskommen und die Freiheit erleben. Es ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft nicht möglich, Großkatzen aus der Gefangenschaft heraus auszuwildern. Mittlerweile gibt es weltweit etwa 15.000 bis 20.000 Tiger in Gefangenschaft, aber nur etwas über 3.000 Tiere in freier Natur. Das Argument der Arterhaltung sei laut PETA vorgeschobene Augenwischerei. Tiger würden ausschließlich für die Unterhaltung der Menschen sowie aus kommerziellen Gründen nachgezüchtet. PETA fordert ein generelles Zuchtverbot für Tiere in zoologischen Einrichtungen. Die Zoos sollen sich stattdessen in Auffangstationen umwandeln, die notleidende Tiere aus Zirkusbetrieben oder Privathaltungen aufnehmen.
Interviewkontakt: Bernd Hoffmann, BerndH@peta.de, Tel. 07156 / 17828-18, Mobil 0162 / 6878847
Weitere Informationen:
www.peta.de/zooDruckfähige Fotos von Tiere im Zoo und Zirkus:
www.fotos.peta.de