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Giftstoffe und Stillen

Von Liz Welsh


Wie kommt eine potenziell gefährliche Chemikalie aus einem Schaumstoffpolster für Möbel in menschliche Muttermilch? Wissenschaftler vermuten, dass bei ausrangierten feuerhemmenden Sofas der enthaltene Schaumstoff zu Staub zerfällt und in Flüssen versickert, um dann von Menschen aufgenommen zu werden, die Fisch essen.

In einem kürzlich in der Zeitschrift Nature erschienen Bericht warnen Wissenschaftler davor, dass der in Möbelpolsterungen verwendete Polybromierte Diphenylether (PBDE) ein Gesundheitsrisiko darstellen könnte, das mit giftigem DDT, PCB und Dioxin vergleichbar ist, die alle mit Krebs, Störungen des Nervensystems, Schäden an Ungeborenen und einer Vielzahl anderer Gesundheits- und Umweltprobleme im Zusammenhang stehen.

Während einige Wissenschaftler wegen der „wahnsinnig hohen“ PDBE-Mengen in der Brustmilch von Nordamerikanerinnen für ein Verbot der Chemikalie eintreten, bleibt festzuhalten, dass es eine Gruppe Frauen und Babys gibt, die keinerlei Gefahr ausgesetzt sind – Vegetarierinnen.

Im Fisch können sich extrem hohe Mengen vieler Giftstoffe ansammeln (die ca. das 9-Millionenfache der Giftstoffe im umgebenden Wasser betragen), etwa PCB, Dioxin, Quecksilber, Blei und Arsen, die Gesundheitsprobleme verursachen können, die von Nierenschäden über beeinträchtigte mentale Entwicklung bis zu Krebs und sogar zum Tod reichen können.

Wenn stillende Mütter Fisch essen, setzen sie sich nicht nur selbst diesen Giftstoffen aus, sondern sie geben die Hälfte der aufgenommenen Giftstoffe an ihre Babys weiter. Genauso Besorgnis erregend ist, dass Mütter, die während der Schwangerschaft oft Fisch essen, mit größerer Wahrscheinlichkeit ein Baby bekommen können, das lethargisch ist und Lernbehinderungen hat, als Mütter, die während der Schwangerschaft selten oder nie Fisch essen.

Sie müssen aber nicht Mutter oder Kleinkind sein, um ebenfalls von verringertem Fischkonsum zu profitieren; Fisch ist ungesund, egal auf welchem Teller er landet. Er ist weit davon entfernt, zur Gesundheit beizutragen, den Studien zeigen, dass Ernährungsformen, die auf Fisch basieren, nichts gegen Arterienverstopfung tun, ja diese sogar verschlimmern können. Tatsächlich enthält Fisch übermäßige Mengen Eiweiß, Arterien verstopfendes Fett und Cholesterin – in 100 Gramm gedünsteten Garnelen befindet sich eine Ladung von 195 mg Cholesterin, also fast genauso viel wie in Eiern.

Einige Leute machen sich abhängig von Fisch, weil sie gehört haben, er sei eine gute Quelle für Omega-3-Fettsäuren, die das Herzinfarktrisiko verringern sollen. Doch vegetarische Quellen für Omega-3-Fettsäuren schlagen Fisch dabei um Längen. Vier Gramm Leinsamen enthalten 2 372 mg Omega-3 und Walnüsse 2 000 mg. Man vergleiche das mit Tunfisch, der auf 700 mg Omega-3 kommt, oder mit Regenbogenforelle (560 mg). Zu den anderen reichhaltigen vegetarischen Quellen für Omega-3-Fettsäuren zählen Raps- und Olivenöl, Alfalfasprossen, Spinat und Sojabohnen.

Wenn Ihnen das noch nicht reicht, um Ihre Fischgabel fallen zu lassen, dann denken Sie daran, dass Fische und Schalentiere die größte Quelle für Erkrankungen durch Lebensmittel sind. Bei mindestens 40 Prozent der toten Fische hat bereits die Verwesung begonnen, bevor Sie den Laden verlassen, und die Fische verrotten weiter bei Ihnen im Kühlschrank. Jeder Fisch, der „nach Fisch“ riecht, verwest in Wirklichkeit gerade.

Aber verlassen Sie sich nicht auf Ihre Nase, um sich zu schützen. 10 Prozent der rohen Schalentiere sind, obwohl sie absolut frisch aussehen, mit Organismen infiziert, die Hepatitis, Salmonellenvergiftungen, Cholera und sogar den Tod verursachen können.

Jahrzehntelange Forschungen beweisen, dass Muttermilch für Babys die perfekte natürliche Nahrung ist. Gestillte Babys leiden selten an Koliken und tragen ein geringeres Risiko für den plötzlichen Kindstod als Babys, die mit Milchersatz gefüttert werden. Verweigern Sie Ihrem Baby nicht wegen des Fischs die Muttermilch. Ersparen Sie sich und Ihrem Baby stattdessen lieber schädliche Bakterien, Fett und Cholesterin, indem Sie Fisch Fisch sein lassen.

Liz Welsh schreibt für People for the Ethical Treatment of Animals (PETA)