Todesurteil für ein Kamel wegen übersteigertem Sexualverhalten?
PETA erstattet Anzeige gegen Zoo Heidelberg
Stand: 22. Januar 2010
Heidelberg/Gerlingen, 22. Januar 2010 – Obwohl bekannt ist, dass männliche Kamele in ihrer monatelangen Paarungszeit unberechenbar und sehr aggressiv werden können, hat der Zoo Heidelberg vor wenigen Tagen Kamel TARMA getötet. Angeblich wegen seines übersteigerten natürlichen Sexualverhaltens. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. ist sich sicher, dass es andere Möglichkeiten gegeben hätte, mit der Sexualität des Kamels fertig zu werden. In der Tötung sieht die Organisation einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. PETA erstattete am Mittwoch Strafanzeige.
„Der Heidelberger Zoo muss jetzt beweisen, dass es für das Kamel europaweit keine andere Unterbringungsmöglichkeit gab oder die Unterbringung im Heidelberger Zoo nicht sicherer für alle gestaltet werden konnte“, so Zooexperte Frank Albrecht von PETA. „Heidelberg will der Öffentlichkeit doch nicht ernsthaft glaubhaft machen, dass das übersteigertes Sexualverhalten eines Tieres für einen angeblich wissenschaftlich arbeitenden Zoo eine völlig neue Situation ist und man damit überhaupt nicht zurechtkam,“ so Albrecht. Erschwerend kommt hinzu und steigert die strafrechtliche Relevanz dieses ungeheuerlichen Vorganges, dass TARMA zusammen mit einer Artgenossin mit großem Aufwand im Dezember 2009, also vor einem Monat, vom Linzer Zoo importiert worden war. Dieser Import hätte dann gar nicht stattfinden dürfen. Erst vor Kurzem wurden Tigerbabys im Magdeburger Zoo, ein Lippenbär im Zoo Leipzig und zwei junge Jaguare im Tierpark Berlin getötet. Um diesen Missbrauch nicht zu unterstützen fordert PETA alle Menschen dazu auf, keine Zoos zu besuchen.
Weitere Informationen:
1998: Zoo Leipzig tötet zwei Braunbären
2001: Zoo Basel tötet drei Bärenbabys
2006: Zoo Leipzig tötet Lippenbärbabys
2007: Zoo Basel tötet zwei Löwenbabys
2008: Zoo Köln tötet Bisons
2008: Zoo Magdeburg tötet drei Tigerbabys
Interviewkontakt: Frank Albrecht, 07156 / 17828-35
Druckfähige Fotos:
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