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Hype um Opossum Heidi

PETA kritisiert Ausnutzung von Tieren als „Kassenmagnet“

Stand: 28. Juni 2011

Leipzig / Gerlingen, 28. Juni 2011 – Am Freitag öffnet der Zoo Leipzig die Pforten für die neue Tropenhalle Gondwanaland. Erstmals wird das schielende Opossum Heidi den Besuchern präsentiert. Das Ereignis wird vom Zoo medienwirksam inszeniert, denn die Beutelratte soll als neue Attraktion die rückläufigen Besucherzahlen des letzten Jahres anheben. Der Zoo Leipzig hat sich bereits die Rechte an der Vermarktung des Opossums gesichert. Aus diesem Anlass erinnert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. jetzt an das Schicksal ehemaliger Kassenmagneten, die wie die Eisbären Knut und Flocke in mangelhaften Zuständen dahinvegetieren oder bereits gestorben sind. PETA fordert die deutschen zoologischen Einrichtungen auf, das Nachzüchten von Jungtieren als „Kassenmagneten“ zu stoppen. Es werden regelmäßig deutlich mehr Tiere nachgezüchtet, als die Zoos unterbringen können, und die „ausgedienten“ oder alten Tiere erleiden häufig ein ungewisses Schicksal bei dubiosen Tierhändlern. Die Sprecherin des Zoo Leipzig bestätigte in einem Interview im April 2011 sogar: „Grundsätzlich halten Zoos Tiere, um zu züchten.“

„Zoos verbringen mehr Zeit damit, ihre Tiere zu vermarkten, als sich um sie zu kümmern. Die Präsentation des schielenden Opossums Heidi in Gondwanaland ist eine gut geplante PR-Strategie, die einmal mehr Menschen in den Zoo locken soll. Sobald die Besucher jedoch über die Diskrepanz zwischen den Ansprüchen der Tiere und der tristen Realität im Zoo aufgeklärt sind, wird ihnen klar, dass ihr Lieblingstier im Zoo nicht viel mehr ist als ein seelisch verkrüppelter Gefängnisinsasse“, so PETAs Zoo-Experte Bernd Hoffmann.

Gegen mehrere deutsche zoologische Einrichtungen sowie den Tierhändler Werner Bode laufen seit Februar 2011 Strafanzeigen, weil PETA diesen Zoos einen umfangreichen Handel mit ihren Tieren nachweisen konnte. Dieser Handel widerspricht dem Tierschutzgesetz sowie den Zoo-eigenen Verbandsleitlinien. PETA konnte den beiden Berliner zoologischen Einrichtungen nachweisen, zwischen 2007 und 2009 mindestens 1363 Tiere allein über den Tierhändler Werner Bode veräußert zu haben bzw. die Veräußerung beabsichtigt zu haben. Viele dieser Tiere sind heute bereits tot oder müssen unter unsäglichen Bedingungen leben.

Interviewkontakt: Bernd Hoffmann, Tel. 07156 / 17828-18, BerndH@peta.de
Mehr Informationen: www.peta.de/zoo und www.peta.de/zooskandal2011
Druckfähige Fotos von Tieren im Zoo: www.fotos.peta.de
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