Nach mehrmaliger Kontaktaufnahme und Aufenthalten einer PETA-Mitarbeiterin in Istanbul kam im Februar diesen Jahres ein Treffen mit dem Hauptveterinäramt der Metropole zustande, an welchem PETA gerne teilnahm. Ziel des Treffens war die gemeinsame Bewertung der Lebensumstände der heimatlosen Tiere in Istanbul und die Erarbeitung eines für die Tiere gewaltfreien Konzeptes zur Geburtenkontrolle. Eines der Hauptgesprächsthemen war und ist hierbei stets das „Entsorgen“ der Tiere in abgelegenen Gebieten. Entgegen dem, was das türkische Tierschutzgesetz und auch PETA fordert – nämlich das Zurücksetzen der Tiere ins vertraute Revier – transportieren viele der Stadtteilbehörden Istanbuls die Tiere nach der Kastration (wenn überhaupt ausgeführt) in weit von der Zivilisation abgelegene Gebiete, in denen die Tiere nicht selten verhungern.
Vom Oberbürgermeister Istanbuls Kadir Topbas persönlich wurde PETA beim Aufenthalt im Februar diesen Jahres ein kleines Behörden-Team zur Seite gestellt, welches während des dreitägigen Treffens in Istanbul immer wieder die Tierliebe des Bürgermeisters und sein Mitgefühl für die heimatlosen Tiere versicherte und stets betonte. Insbesondere die im März verkündete Neuwahl des Oberbürgermeisters Kadir Topbas ließ uns auf einen erstgemeinten Richtungswechsel im Sinne der Tiere hoffen. Seither sind über 4 Monate vergangen und bislang ist nichts geschehen. PETAs erneute Kontaktaufnahme zu Kadir Topbas vor einige Wochen blieb bislang unbeantwortet und die vielgepriesene Tierliebe des Oberbürgermeisters zu den heimatlosen Tieren auf Istanbuls Straßen bis zum heutigen Tag verborgen.
Auf Grund der Haltung von Kadir Topbas muss PETA davon ausgehen, dass die Vorgehensweise des Oberbürgermeisters nur darauf abzielt, Zeit zu schinden. Zeit, um sich in aller Ruhe und ohne jegliche Skandale auf die im Jahr 2010 anstehenden Festlichkeiten, nämlich die Ernennung Istanbuls zur Europäischen Kulturhauptstadt 2010, vorzubereiten. Gerade in Hinblick auf diese Feierlichkeiten sorgt sich PETA allerdings, dass möglicherweise intensivere „Säuberungsaktionen“ von heimatlosen Tieren stattfinden werden, um der Stadt ein sauberes Image zu verleihen.
Deshalb haben wir den Rat der Europäischen Union, der für die Entscheidung über die Ernennung der Europäischen Kulturhauptstädte zuständig ist, kontaktiert und ihn dazu aufgefordert, Istanbul den Titel „Europäischen Kulturhaupstadt 2010“ mit sofortiger Wirkung zu entziehen. Der Reichtum Istanbuls an kulturellen Gütern und Projekten ist zweifelsohne vorhanden, aber eine Stadt, die diesen Titel vor den Augen der Weltöffentlichkeit repräsentieren darf, sollte auch ethische Maßstäbe im Umgang mit Tieren setzen.
Bitte unterstützen Sie uns im Protest für die heimatlosen Tiere in Istanbul und schreiben auch Sie an den Rat der Europäischen Union und bitten Sie diesen um die Aberkennung des Titels „Europäische Kulturhaupstadt 2010“ für Istanbul!