Jäger zielt auf Tierschützer und überlässt angeschossenen Hasen langem
Todeskampf
„Am Sonntag“ berichtet in Titelstory über den Skandal / Beweisfotos und
Videomaterial vorhandenStand: 19. November 2006
Jürgen Faulmann, 0173-657-5668
Passau – Bei einer Treibjagd in Nöham nahe Passau haben sich am Samstag
unglaubliche Szenen abgespielt, wie die Tierrechtsorganisation
PETA-Deutschland e.V. berichtet: Tierschützer und Journalisten, die
Missstände dokumentieren wollten, gerieten in die Schusslinie, da in alle
Richtungen auf die ohnehin nur noch sehr spärlichen Niederwild-Restbestände
geschossen wurde.
Nachdem ein Jäger direkt auf einen Tierschützer gezielt hatte, wurde auf
einen sich in Richtung der Tierschützer flüchtenden Hasen geschossen und -
da Zielen mit Schrot unmöglich ist - nur an den Hinterbeinen getroffen. Im
verzweifelten Todeskampf zappelte der Hase und schrie laut. Einer der Jäger
nahm den verletzten Hasen darauf bei den Hinterbeinen und ein Treiber schlug
ihm auf den Kopf bis das Blut aus den Augen austrat. Der Hase aber zappelte
trotzdem noch minutenlang weiter, während er zum Anhänger getragen wurde.
Der Treiber kommentierte die verzweifelten Rufe der Tierschützer, dass der
Hase doch noch lebe, nur abfällig mit „na und, lass ihn doch leben.“, so die
Augenzeugenberichte, die PETA erhielt.
Diese Szenen wurden aus nächster Nähe von den anwesenden Journalisten und
Tierschützern gefilmt und fotografiert.
„Solche Tierquälereien bei der Jagd sind leider explizit aus dem
Tierschutzgesetz ausgenommen,. Man muss davon ausgehen, dass viele der
jährlich über 5 Millionen von Jägern erschossenen Wildtiere einen mehr oder
weniger langen Todeskampf durchleiden.“, so PETA-Kampagnenleiter Jürgen
Faulmann. „So wie die Jäger unkontrolliert in die Gegend schießen ist es
kein Wunder, dass es in Deutschland jährlich über 800 dokumentierte
Jagdunfälle und wöchentlich im Schnitt ein menschliches Todesopfer gibt.“
In Deutschland gehen ca. 320.000 Jäger diesem blutigen „Handwerk“ nach.
Gerne werden Gründe wie Naturschutz und Arterhaltung von den Jägern
vorgeschoben, um die Jagd vor den Augen einer immer kritischer werdenden
Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Der Stress, den die Jagd für die Tiere
bedeutet - Lärm, Angst, Verlust von Lebenspartnern, Verletzung durch Fallen
und Kugeln - macht sie nicht nur scheu, sondern schränkt auch ihre
Fähigkeit, sich adäquat zu ernähren, signifikant ein, wodurch Wildverbiss
gefördert wird, der wiederum als Grund für die Bejagung angeführt wird.
Häufig werden darüber hinaus auch Hunde und Katzen erschossen - die
Jägerschaft selbst wies vor einigen Jahren die Zahl der jährlich erlegten
oder in Fallen gefangenen Hunde mit 65.000, die der Katzen mit sage und
schreibe mehr als 350.000 aus.
Weitere Informationen zur Jagd finden Sie auf
www.peta.de.
Bilder und Videos dieser und anderer Jagden sind bei PETA in Druck- bzw.
Sendequalität honorarfrei erhältlich.