Kein Wildtier-Zirkus mehr in Köln-Kalk
Nach der Stadt Köln verbietet auch Grundstücksfirma Aurelis Wildtiere im Zirkus
Stand: 13. Juli 2011
Köln / Gerlingen, 13. Juli 2011 – Die bundesweit tätige Immobiliengesellschaft Aurelis-Real-Estate vermietet ab sofort keine ihrer insgesamt 1.300 Liegenschaften in Deutschland mehr an Zirkusbetriebe, die Wildtiere mitführen. In Köln gastierten auf dem Aurelis-Grundstück an der Gummersbacher Straße in den letzten Jahren immer wieder Zirkusbetriebe, die von der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. heftig wegen ihrer tierquälerischen Wildtierhaltung kritisiert werden. Zuletzt war im September 2010 Circus Krone auf diesem Standort, der laut einem Gerichtsurteil von 2010 auch öffentlich als „notorischer Tierqualzirkus“ bezeichnet werden darf und dessen Zirkusdirektorin schon 2009 rechtskräftig wegen Tierquälerei verurteilt wurde. Da immer mehr Kommunen und Privatunternehmen ein Wildtierverbot im Zirkus beschließen, fordert PETA Bundesministerin Ilse Aigner erneut auf, endlich ihre Blockadehaltung gegen ein nationales Wildtierverbot in Zirkussen aufzugeben.
„Die erfreuliche Maßnahme der Firma Aurelis ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem Wildtierverbot in Zirkussen in Deutschland. Elefanten werden im Zirkus mit dem Elefantenhaken auf schmerzhafte Weise zu sinnlosen Tricks gezwungen, fristen ein hoffnungsloses Dasein in Ketten und winzigen Gehegen. Auch den Raubkatzen in ihren engen Käfigen ergeht es nicht besser. Eingesperrte Wildtiere, die mit Peitschen und Elefantenhaken misshandelt werden, das wollen heutzutage nur noch herzlose Menschen sehen, deren Mitgefühl verkümmert ist“, so PETAs Wildtierexperte und Kampagnenleiter Peter Höffken. Aurelis folgt mit ihrem Entschluss Firmen wie IKEA, XXXLutz oder dem ADAC, die Vermietungen oder Kooperationen mit Wildtier-Zirkussen eine Absage erteilt haben.
Erst Ende Juni 2011 hat das britische Parlament mehrheitlich für ein Wildtierverbot in Großbritannien gestimmt, nachdem geheime Aufnahmen von schweren Misshandlungen an Wildtieren im Zirkus an die Öffentlichkeit gelangten. Sogar die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus; ebenso die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD. Nach einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung von 2010 finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits Verbote oder drastische Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Schauspielerin Cosma Shiva Hagen, Bill und Tom von Tokio Hotel und Comedian Hella von Sinnen.
Interviewkontakt: Peter Höffken, Tel. 07156 / 17828-18, PeterH@peta.de
Weitere Informationen:
www.zirkus.peta.de Prominente engagieren sich für ein Wildtierverbot im Zirkus:
http://www.peta.de/web/home.cfm?p=54 Druckfähige Fotos von Tieren im Zirkus:
http://www.fotos.peta.de/categories.php?cat_id=33