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Keine Chance dem Klonen von Katzen

Von Kathy Guillermo



Am selben Tag, an dem die Forscher der Texas A&M University verkündeten, sie hätten eine Katze geklont, töteten Tierheime überall in den USA mehr als 6 000 Katzen. Schätzungsweise starb an diesem Tag ungefähr dieselbe Anzahl Katzen auf den Straßen, von Autos zerquetscht, von anderen Tieren getötet oder von Krankheiten besiegt, die ihre letzten Stunden zu einem Albtraum voller Schmerzen machten.

Am Ende dieses Jahres werden mehr als vier Millionen Katzen gestorben sein, weil sie keine Familie hatten, die sie liebt.

Ich frage mich daher, ob der texanische Geschäftsmann John Sperling, als er den Forschern der Universität den Scheck ausstellte, überhaupt daran gedacht hat, wie dieses Geld den Katzen hätte helfen können, die bereits auf dieser Erde existieren? Statt noch mehr Katzen zu erzeugen, hätten seine umgerechnet 4,2 Millionen Euro viel für die Katzen erreichen können, die so verzweifelt Hilfe benötigen.

Die Fakten machen deutlich, dass das Motiv für das Klonen mehr mit Profitmacherei und Wetteifern um Schlagzeilen zu tun hat als mit Mitgefühl. Sperling hat mit einem Geschäftspartner ein Unternehmen namens Genetics Savings & Clone gegründet, das die Patente über die an der Universität entwickelten Klonverfahren innehaben wird. Das Unternehmen hat bereits mehr als 10 000 Anfragen über das Klonen von Haustieren erhalten; ein Sprecher des Unternehmens gibt an, der Preis fürs Klonen liege im „niedrigen sechsstelligen Bereich“.

Sollte Sperling tatsächlich ins Haustierklongeschäft einsteigen, dann sollte er seinen Kunden gegenüber offen und ehrlich sein. Das Klonen ist eine überaus unsichere Wissenschaft. Im letzten Jahr berichtete die Zeitschrift „Science”, die meisten geklonten Tiere wiesen Abnormitäten auf, die nicht von Anfang an offensichtlich sind.

Das berühmteste geklonte Tier, das Schaf Dolly, leidet an Arthritis, obwohl sie erst sechs Jahre alt ist. Oder ist sie es etwa gar nicht? Ihre Erschaffer geben zu, dass sie sich nicht sicher sind, wie alt Dolly wirklich ist. Sie sind sich nicht sicher, ob sie ihr Alter in Jahren seid der Geburt messen sollen, weil sie das Alter der Zellen ihrer Leihmutter zu haben scheint.

Für jedes erfolgreich geklonte Tier sterben schätzungsweise 98 andere Tiere. Das ist von Bedeutung. Egal, wie niedlich das geklonte Kätzchen mit dem Namen „CC“ auch ist, sie ist das Produkt von Experimenten. Die benutzten Tiere werden eingesperrt, manipuliert und als Werkzeuge betrachtet, um ein profiliertes und lukratives Ziel zu erreichen. Was wird mit ihrer Leihmutter geschehen? Wird sie nun in ein gutes Zuhause kommen oder wird sie ihre verbleibenden Jahre als eingesperrte, unfreiwillige Ersatzmutter verbringen? Wie viele andere Leihmütter bestanden den Test nicht und bleiben im Versuchslabor, um wieder benutzt oder getötet zu werden? Wie viele missgestaltete Kätzchen starben vor oder kurz nach der Geburt?

Natürlich bin ich und ist PETA gegen jegliche Tierversuche, weil sie ein so immenses Leiden über unsere Mitlebewesen bringen, aber hier handelt es sich noch nicht einmal um Tierversuche, die wenigstens vorgeben, Leben von Menschen oder Tieren zu retten. Warum wird CC als wertvoll betrachtet, während die Katzen, die benutzt wurden, um sie zu erschaffen, entbehrlich sind?

Es ist verständlich, dass einige Menschen darüber fantasieren, einen geliebten Hund oder eine Katze zu kopieren. Durch Klonen kann aber kein bestimmtes Tier kopiert werden. Falls es erfolgreich ist, kann Klonen lediglich genetisches Material kopieren – und selbst das ist unsicher. Genauso wie zweieiige Zwillinge unterschiedliche Menschen sind, so werden auch geklonte Tiere unterschiedliche Persönlichkeiten entwickeln. Wie einer der Klonforscher selbst zugab, können sie keine Tiere „wieder auferstehen lassen“.

Jeder, der darüber nachdenkt, ein geliebtes Tier klonen zu lassen, sollte sofort ein örtliches Tierheim aufsuchen. Zwar bekommen Sie dort keine Kopie, aber es warten so viele Hunde und Katzen darauf zu lieben und geliebt zu werden. John Sperling und den Texas A&M-Forschern sind diese Tiere egal, aber wir anderen können ihnen zu Hilfe kommen.