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Bettina Goldner über ihr Kochbuch "Umweltfreundlich vegetarisch"

Wie jeder in der Küche Treibhausgase vermeiden und zugleich lecker, abwechslungsreich, gesund und tierfreundlich kochen kann zeigt Bettina Goldner in ihrem im Hädecke Verlag erschienenem Kochbuch „Umweltfreundlich vegetarisch“. Neben ausführlichen Informationen zum Zusammenhang Essverhalten und Klimawandel bietet dieses Buch eine Bandbreite vegetarisch/veganer Rezepte und zeigt klar auf, dass eine vegane Ernährung die beste Klimabilanz aufweist.


Bettina Goldner: Umweltfreundlich Vegetarisch erschienen im Hädecke Verlag

Bettina Goldner: Umweltfreundlich Vegetarisch erschienen im Hädecke Verlag

Auf die Frage, was sie nun dazu bewogen hat, ein Kochbuch über die Klimarelevanz des Essens zu schreiben, meint Autorin und Vegetarierin Bettina Goldner im Interview: „Zum einen musste dieses Buch einfach geschrieben werden, denn das Thema „Klima“ ist hochaktuell – wobei der Einfluss der Ernährung auf den Klimawandel in der Diskussion bisher kaum beachtet wurde. Aber ich habe auch einen "Hintergedanken", der für mich persönlich eigentlich im Vordergrund steht: Ich hoffe, wenn ich in der Argumentation beim Klima ansetze, auch Menschen für diese Form der Ernährung zu erwärmen, die sich bisher noch nicht für eine vegetarische/vegane Lebensweise entschieden haben. Und wer Vegetarier/Veganer immer noch belächelt, müsste allmählich erkennen, dass er/sie die Zeichen der Zeit verkennt.“

Wie mittlerweile vielen Menschen bekannt ist, bietet die pflanzliche Lebensweise sehr viele Vorteile, doch für Bettina Goldner war die Hauptmotivation trotz Umwelt- und Gesundheitsaspekten etwas für die Tiere zu bewirken: „Ohne PETA schön tun zu wollen, war es wirklich der Aspekt, auf diese Weise möglicherweise einige Tiere vor dem Kochtopf zu retten. Außerdem kann man Tierschutz und Umweltschutz ja nicht von einander trennen, denn auch die Tiere brauchen einen intakten Lebensraum und ein beständiges Klima. Über Gesundheit ist schon so viel geschrieben worden... dass eine vegetarische Ernährung gesünder ist als eine mit Zutaten vom Tier müsste eigentlich jeder wissen (wenn auch nicht unbedingt glauben). Der veganen Kost wurden viele gesundheitliche Nachteile angedichtet, die ich zu widerlegen versuche.“

„Umweltfreundlich vegetarisch“ zeigt auf, dass man am Herd, beziehungsweise schon beim Einkaufen sehr viel zum Klimaschutz beitragen kann. Denn „die Klimaschädlichkeit unserer Ernährung wird entscheidend bestimmt durch den Anteil an tierischen Produkten“, betont die Autorin. Die Fragen nach den Transportwegen (Flugfracht ausgenommen) und ob "bio" oder "konventionell" seien vergleichsweise unbedeutend und zu vernachlässigen gegenüber dem gigantischen Problem, das sämtliche Lebensmittel tierischen Ursprungs für unser Klima aufwerfen. Dennoch ist Bettina Goldner zuversichtlich: „Viele wissen noch nichts von dem Gewicht des Themas. Aber das könnte sich in den kommenden ein, zwei Jahren ändern. Die Transportwege wurden bisher sogar überbewertet; die Bedeutung der Frage, ob ein Lebensmittel pflanzlichen oder tierischen Ursprungs ist, hat man dafür ignoriert. Neuerdings ist immerhin einiges über den Methanausstoß der Wiederkäuer zu hören.“

Reaktionen auf ihr Buch sind breit gefächert – von Zuspruch und bis hin zu Betroffenheit, „obwohl ich versucht habe, nicht den Moralapostel zu spielen. Es gibt Menschen, die sich offenbar persönlich angegriffen fühlen, wenn man ihr „Recht auf Fleischkonsum“ nicht respektiert. Vielleicht regt sich da doch tief drinnen ein schlechtes Gewissen?“

Doch auch das Buch selbst bietet eine enorme Bandbreite. Von den locker geschriebenen Hintergrundinformationen „so dass man das Buch auch aufs Nachtkästchen legen kann“, zu den CO2 Berechnungen, die „den Unterschied zu einem herkömmlichen Kochbuch“ ausmachen, oder vom Orientalischen Kichererbsen-Püree über Kohlrouladen hin zum Karibischen Mango-Pie. Die Auswahl ist groß, wichtig für Bettina Goldner ist, dass es„alles ganz einfach zu bereitende Rezepte“ sind, weshalb ihre Favoriten „zum Beispiel die Karottensuppe mit Prosecco, die Kürbis-Gnocchi und die Walnussplätzchen“ sind.

Doch auch außerhalb der Küche kann man sich einsetzen, etwa durch Engagement in Vereinen oder durch Leserbriefe. Oftmals ist dies ein kleiner Schritt, der aber viel bewirken kann. So gibt auch Bettina Goldner zum Abschluss unseres Interviews den Ratschlag: „Wenn man sich eingestehen muss, dass man von seiner Lebensweise nicht wirklich überzeugt ist, sollte man eine bessere wagen!“

Versuchen auch Sie den Schritt zu einer fleischfreien Lebensweise! Informationen dazu gibt es im kostenlosen Veggie Starter Kit und zahlreiche Rezepte gibt es in Bettina Goldners Buch „Umweltfreundlich Vegetarisch“ oder auf goveggie.de.