Kritik an der Benefizveranstaltung für Zirkus Saloni
Mit einem neuen LKW ist den Artisten nicht geholfen
Stand: 10. März 2010
Grimma / Gerlingen, 10. März 2010 – Am Samstag organisierten die Bürger und Prominenten von Grimma eine Benefizveranstaltung, die Zirkus Saloni wieder auf die Beine helfen sollte. Als krönenden Abschluss des bunten Programms erhielt die Zirkusfamilie einen LKW überlassen – nun kann der Zirkus weiterreisen. Doch diese Unterstützung ist zu kurzfristig angelegt, kritisiert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. Spätestens in wenigen Monaten wird die Zirkusfamilie vor den gleichen finanziellen Problemen stehen wie heute. PETA gibt zu bedenken, dass die Mehrheit der Bevölkerung keine dressierten Tiere mehr im Zirkus sehen möchte – egal ob Elefanten, Bären oder wie bei Zirkus Saloni Lamas, Kamele oder Pferde. Wie Zirkusdirektor Roberto Köllner selbst gegenüber der Presse sagte: So voll, wie bei der Benefizveranstaltung, war es in seinem Zirkuszelt lange nicht mehr.
„Die Einstellung Tieren gegenüber hat sich geändert,“ so Carola Schmitt, Leiterin der PETA-Kampagne „Tiere raus aus dem Zirkus“. Die Bevölkerung sieht es kritisch, dass Tiere auf LKWs durch ganz Deutschland gekarrt werden und am Minimum gefüttert, getränkt, gepflegt und medizinisch betreut werden. Rund 400 Wanderzirkusse touren noch durch Deutschland. Kaputte LKWs, Festsitzen mangels Geld und Bitten um Spenden füllen gerade in den Wintermonaten bundesweit die Schlagzeilen. Der Zirkus Saloni sitzt in Grimma fest, weil er seit zwei Jahren die Raten für den LKW nicht bezahlen konnte und dieser jetzt abgeholt wurde. Vor drei Jahren hatte die Stadt Bad Nenndorf dem Zirkus den Lastwagen als Darlehen zur Verfügung gestellt, damit der Zirkus den besetzten Platz der Gemeinde wieder verlässt.
Erst im Herbst 2009 untersagte das Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt dem in Leipzig gastierenden Zirkus die Zurschaustellung seiner Tiere, da er keine gültige Erlaubnis hierfür vorweisen konnte. Im Tierbestandsbuch fehlten Seiten und die Einträge waren nicht fortlaufend dokumentiert, so dass es nicht möglich war, die Herkunft und den Verbleib der Tiere nachzuvollziehen.
Interviewkontakt: Carola Schmitt, Tel. 07156 / 17828-24, Mobil 0162 / 2578504
Weitere Informationen:
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