Leidenszeit für Circus Krone-Tiere in München – PETA fordert Veterinäramt zu scharfen Kontrollen auf
Stand: 21. Dezember 2012
München / Gerlingen, 21. Dezember 2012 – Der Münchner Circus Krone gastiert ab dem kommenden Dienstag wieder in seinem Winterquartier in München. Weil die Gastspiele im engen Krone-Bau immer mit besonders drastischen Einschränkungen für die Tiere verbunden sind, fordert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. nun das städtische Veterinäramt zu besonders scharfen Kontrollen auf. Erst im März 2012 hat PETA zahlreiche schwerwiegende
Missstände bei der Tierhaltung im Winterquartier von Circus Krone aufgedeckt und bei der Staatsanwaltschaft München angezeigt (Az. 237 Js 175928/12). Die Veterinärbehörden fanden darauf hin bei einer Kontrolle nach PETA vorliegenden Informationen ebenfalls Missstände vor. Die Tierrechtsorganisation verweist zudem auf ihre
Internetseite, wo zahlreiche behördlich festgestellte Tierquälereien durch Circus Krone aufgelistet sind. Durch die fortwährende Missachtung grundlegender Tierschutzrichtlinien und konkreter behördlicher Auflagen wurde Tieren wie Elefanten und Pferden erhebliches Leid zugefügt. Für die Premiere am 25. Dezember haben lokale Tierfreunde wieder Proteste vor dem Zirkus angekündigt. PETA ermahnt die Bundesregierung, das längst überfällige Verbot von Wildtieren im Zirkus endlich umzusetzen.
„Das zweifelhafte Zirkusvergnügen bei Circus Krone geht auf Kosten von geschundenen Mitgeschöpfen, die mit Peitsche oder Elefantenhaken zum Gehorsam gezwungen werden. Jedem privaten Tierhalter hätten die Behörden angesichts der zahlreichen gravierenden Missstände schon längst die Tiere entzogen. Doch bei Circus Krone gehört Tierquälerei zum Geschäft“, sagt Peter Höffken, Wildtierexperte und Kampagnenleiter bei PETA.
Die Tierquälerei bei Circus Krone, der seit einem Gerichtsurteil von 2010 öffentlich als „notorischer Tierqualzirkus“ bezeichnet werden darf, ist mittlerweile sogar behördlich bestätigt: Nach einer Strafanzeige von PETA und einer Gegenanzeige von Circus Krone hat die Staatsanwaltschaft München I im Oktober 2010 festgestellt „[…] dass bei einem Teil der Tiere des Circus Krone tatsächlich deutliche Haltungsmängel sowie Verhaltensstörungen vorlagen, die gutachterlicherseits als erhebliche Leiden im Sinne von § 17 Nr. 2b Tierschutzgesetz eingestuft wurden“. Im Februar 2009 wurde Zirkusdirektorin Sembach-Krone wegen Tierquälerei vom Amtsgericht Darmstadt rechtskräftig verurteilt – Grund war die nicht art- und tiergerechte Elefanten- und Pferdehaltung.
Die
Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie auch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Drei repräsentativen Umfragen von
2010 und
2011 zufolge finden rund zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 und nochmals Ende November 2011 hat der Bundesrat in zwei
Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließungen bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 14 anderen europäischen
Ländern, die bereits Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Zuletzt hat Griechenland 2012 ein Verbot von Tieren in Zirkusbetrieben beschlossen.
Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Rocklegende
Udo Lindenberg,
Bill und Tom Kaulitz von Tokio Hotel, FC-Bayern-Star
Rafinha, Schauspielerin
Cosma Shiva Hagen oder Komödiantin
Hella von Sinnen.
Auch viele Kinder und Jugendliche sprechen sich für ein Wildtierverbot im Zirkus aus und setzen sich dafür mit
Aktionen, Texten und Gedichten im Kinder- und Jugendportal von PETA ein. Auf
PETAKids.de finden junge Tierschützer zahlreiche
Informationen über Tiere im Zirkus.