Leopard beißt Dompteur-Tochter ins Genick – PETA fordert erneut Wildtierverbot
Stand: 22. Juni 2010
Gerlingen, 22. Juni 2010 – Die 7-jährige Tochter eines Raubkatzen-Dompteurs ist am Sonntag in Russland von einem Leoparden angefallen worden. Anlässlich dieses erneuten Angriffes eines Wildtieres in einem Zirkus weist die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. (People for the Ethical Treatment of Animals) jetzt erneut darauf hin, dass Leopard, Tiger, Elefant und Co. auch im Glitzerschein eines Zirkus gefährliche Wildtiere bleiben. Unfälle mit Wildtieren im Zirkus sind längst keine Einzelfälle mehr. Weltweit kommt es immer wieder zu Ausbrüchen und Unfällen, eine entsprechende Chronik hat PETA auf www.peta.de/unfaelle (für Deutschland) und http://www.circuses.com/attacks.asp (für die USA) zusammengestellt. Die Konsequenz nach diesem aktuellen Unfall in Russland kann laut PETA nur heißen: Ein weltweites Verbot von Wildtieren im Zirkus!
„Auch in Gefangenschaft gehaltene Wildtiere sind und bleiben Wildtiere – und damit gefährlich. Indiskutable Haltungsbedingungen und die permanente Unterdrückung durch die Dressur machen die Tiere nicht sanfter, sondern aggressiver“, so Wildtierexpertin Carola Schmitt von PETA. Leoparden sind hoch entwickelte Säugetiere mit enormen kognitiven Fähigkeiten und einem starken Bewegungsbedürfnis. Sie schwimmen und klettern sehr gut, erreichen beim Laufen Geschwindigkeiten bis zu 60km/h. Ihre Reviere sind in der Natur ca. 30 Quadratkilometer groß. Im Zirkus leben sie in Käfigen mit nur wenigen Quadratmetern Größe. „Wildtiere lassen sich nicht wie Hunde mittels Belohnungshappen dressieren, sondern den Tieren wird im Vorfeld Zwang und Gewalt angetan. Sie treten aus Angst auf. Anders ist Dressur von Wildtieren nicht möglich“, gibt Schmitt zu bedenken. „Der Dompteur erkämpft sich jeden Tag aufs Neue seine Rangordnung. Zeigt er Schwäche, greifen die Tiere an, so wie jetzt in Russland.“ Die Bundestierärztekammer spricht sich ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert, welches die Bundesregierung noch nicht umgesetzt hat – im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits entweder Verbote oder starke Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben.
Interviewkontakt: Carola Schmitt, 07156 / 17828-24, CarolaS@peta.de
Weitere Informationen:
www.zirkus.peta.de Druckfähige Fotos:
http://www.fotos.peta.de/categories.php?cat_id=33