Letzter Menschenaffe in einem deutschen Zirkus in entsetzlicher Haltung
PETA fordert Behörden in Neustadt am Rübenberge dazu auf, Robby aus dem Zirkus zu rettenStand: 25. Juli 2012
Neustadt am Rübenberge / Gerlingen, 25. Juli 2012 – Vom morgigen Donnerstag an gastiert Circus Belly mit dem Schimpansen Robby in Neustadt am Rübenberge. Da der 37-jährige Schimpanse – der letzte Menschenaffe in einem deutschen Zirkus – bei Circus Belly nach Auffassung von PETA Deutschland e.V. unter tierquälerischen Bedingungen gehalten wird, fordert die Tierrechtsorganisation von dem zuständigen Veterinäramt der Region Hannover Robbys Herausnahme aus dem Zirkusbetrieb und die Überstellung an die renommierte Schimpansenauffang- und Rehabilitationseinrichtung AAP in den Niederlanden, wo ein Platz für ihn bereit steht. PETA hat nun die Fraktionen im Stadtrat von Neustadt am Rübenberge um Hilfe in der Angelegenheit gebeten. Recherchen von PETA haben ergeben, dass das Gehege von Robby viel zu klein und zu niedrig ist, Kletter- oder Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es kaum. Die Schimpansen-Experten von AAP haben Circus Belly bereits schriftlich dazu aufgefordert, Robby abzugeben, weil es für den Schimpansen nach vielen Jahren voller Qualen und Entbehrungen im Zirkusbetrieb die beste Möglichkeit ist, sein Wohlergehen zu sichern.
„Circus Belly beteuert immer wieder, Robby gehöre angeblich zur Familie, aber kein normaler Mensch würde ein Familienmitglied unter so entsetzlichen Bedingungen halten. Dem Schimpansen wird in diesem Zirkus alles vorenthalten, was er für ein artgerechtes Leben braucht“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken, Kampagnenleiter und Wildtier-Experte bei PETA. „Ein angebliches Gutachten soll diese katastrophale Schimpansenhaltung unter völliger Missachtung der eindeutigen Richtlinien des Bundeslandwirtschaftsministeriums als zulässig betrachten, doch diese bleibt nach unserer Auffassung nicht nur extrem tierquälerisch, sondern auch illegal.“
PETA appelliert zudem in einer
Online-Petition an das Heimat-Veterinäramt des Zirkus, Landkreis Celle, Robby aus den entsetzlichen Zirkus-Verhältnissen zu befreien. Auch nach einem Leben im Zirkus ist die Überführung in die Auffang- und Rehabilitationseinrichtung in den Niederlanden im besten Interesse von Robby und seine einzige Chance, seit langer Zeit wieder ein Schimpanse sein zu dürfen. Obwohl Schimpansen gemäß Zirkusleitlinien nicht im Zirkus gehalten werden dürfen und der Zirkus die Mindestanforderungen dauerhaft und erheblich unterschreitet, ermöglicht das zuständige Veterinäramt des Landkreises Celle noch den Belly-Zirkusleuten, ihrer systembedingt tierquälerischen Schimpansenhaltung den Anschein von Pseudo-Legalität zu geben, anstatt die klaren Vorgaben der offiziellen Leitlinien umzusetzen, was einer behördlich legitimierten Tierquälerei gleicht.
PETA fordert ein Verbot von Wildtieren im Zirkus, weil die Haltungsbedingungen nicht annähernd die Bedürfnisse der Tiere erfüllen. Verhaltensstörungen, verkürzte Lebensdauer und eine gewaltsame Dressur mit Peitsche und Ketten sind die Markenzeichen der Wildtierhaltung im Zirkus.
Auch viele Kinder und Jugendliche sprechen sich für ein Wildtierverbot im Zirkus aus und setzen sich dafür mit
Aktionen, Texten und Gedichten im Kinder- und Jugendportal von PETA ein. Auf
PETAKids.de finden junge Tierschützer zahlreiche
Informationen über Tiere im Zirkus.

Tierquälerische Haltung: Schimpanse Robby bei Circus Belly / © PETA Die Bilder sind auf Anfrage in höherer Auflösung erhältlich.
Weitere Informationen:www.peta.de/rettetrobbywww.peta.de/zirkuswww.peta.de/schimpansenKontakt:Bartek Langer, 07156 17828-27,
BartekL@peta.de