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Tofu statt Doping? Radsportprofi Levi Leipheimer im Gespräch

Das große Thema der Tour de France ist immer noch Doping. Und nicht wenige der ganz großen Tour-Favoriten stehen noch immer unter herber Kritik. Doch einer, der sich ganz große Hoffnungen auf den Toursieg machen kann, stand noch nie unter Doping-Verdacht: Levi Leipheimer, Fahrer des US-amerikanischen Astana-Teams! Ob es an seinem vegetarischen Power-Frühstück oder seinem großen Herz für Tiere liegt, dass Levi sich zur Zeit auf dem Höhepunkt seiner Karriere befindet, wissen wir leider auch nicht, aber wir freuen uns, dass er sich Zeit für ein Gespräch mit PETA USA nahm. Der Kerl ist ein echter Gewinner, und Sie können sicher sein, dass wir ihm die Daumen drücken.


Wann hast Du Dich entschlossen, professionell Rad zu fahren?
Ich fing mit dem Radfahren an, als ich 13 war, und im Grunde wusste ich damals schon, dass es genau das ist, was ich machen wollte. Ich fahre sieben Monate im Jahr Rennen und trainiere 10 Monate. In der Off-Season fahre ich gewöhnlich in meiner Freizeit Mountainbike. In einer durchschnittlichen Trainingswoche fahre ich zwischen zwei und sieben Stunden pro Tag.

Wir haben gehört, dass Dir vegetarisches Essen besonders gut schmeckt. Gibt es da ein besonderes vegetarisches Gericht, das Du Sportlern im Training empfehlen würdest?
Jeden Tag, wenn ich mit meinem Rad rausstürme, bin ich Energie geladen durch ein vegetarisches Power-Frühstück aus Haferflocken, Äpfeln, Heidelbeeren, Erdbeeren und Nüssen. Ich esse schon seit Jahren so. Mein Lieblingsgericht nach dem Fahren ist Pasta mit einer Unmenge Knoblauch und Sonnenblumen- oder Pinienkernen.

Du bist ein Profi-Sportler, findest aber immer noch Zeit, Tierschutzarbeit zu machen. Kannst Du uns etwas darüber erzählen, was Du in Deiner Freizeit tust, um Tieren zu helfen?
[Meine Frau und ich hatten] in Kalifornien und Spanien immer eine offene Tür für Pflegetiere. Ich helfe dann, indem ich mit den Tieren spiele, die sozialisiert werden müssen, und sie transportiere, falls nötig. So hatten wir im Laufe der Jahre schon etwa 100 Pflegetiere.
Und es hat auch schon viele Fälle gegeben, wo meine Frau Odessa mich anrief, weil sie beim Radfahren mal wieder ein Tier am Straßenrand gefunden hat. Ich habe schon eine Menge Notfahrten für Eichhörnchen, Frösche, Vögel, Hunde, Katzen, Schildkröten und weiß ich nicht alles gemacht.

Wie kam es dazu, dass Du Dich für Tiere engagierst? Hattest Du ein Haustier in Deiner Kindheit?
Zuhause hatten wir Hunde und Katzen und eine Menge Eichhörnchen und Backenhörnchen im Garten, aber erst als ich mit Odessa zusammentraf, lernte ich etwas über echtes Mitgefühl für Tiere. Sie lässt alles sofort liegen, wenn sie plötzlich auf ein Tier in Not stößt, egal was. Sie hat schon mehrfach ihr eigenes Leben riskiert, um einem Tier in Not zu helfen. Wenn man das erst mal mit eigenen Augen gesehen hat, was man an Positivem im Leben eines anderen Wesens bewirken kann, schaut man nie mehr weg, wenn einem ein Tier in Not begegnet.

Wir haben gehört, dass Du, wenn Du für die Radsaison nach Europa reist, Deine Hunde mitnimmst. Wie ist das so, und ist es nicht schwierig, sie von Kalifornien nach Spanien zu fliegen?
Das Reisen mit Tieren ist ein echter Lernprozess gewesen. Da unsere Hunde so klein sind, können wir alle drei im Passagierraum mitnehmen. Anders würden wir es auch nicht machen. Die Fluggesellschaften haben sehr strenge Regeln, wenn es um Tiere im Passagierraum geht, daher muß man vorsichtig sein.

Du warst so nett, Dich zu einer Zusammenarbeit mit PETA bereit zu erklären; es geht dabei um eine Kampagne zum Kastrieren und Sterilisieren. Was würdest Du den Leuten da draußen gerne sagen, wie Sie dazu beitragen können, die Überpopulation von Tieren zu verringern?
In den Vereinigten Staaten gibt es absolute keine Entschuldigung mehr dafür, seine Haustiere nicht kastrieren oder sterilisieren zu lassen. Es gibt da kostengünstige Möglichkeiten in fast jeder kleineren und größeren Stadt. Man muss sich nur ein wenig umschauen.

Du hast eine Menge Fans und damit eine mächtige Plattform, um Leute zu erreichen und etwas zu verändern. Was möchtest Du den Leuten sagen über Mitgefühl und Aktivität für Tiere?
Die Welt gehört auch den Tieren; nicht wir alleine haben auf sie einen Anspruch. Seid immer nett zu Tieren und kastriert Eure Haustiere.

Schönes Schlusswort! Wir bedanken uns für das Interview.