Massive Tierquälerei im Circus Luna während Gastspiel in Winnenden dokumentiert
PETA schlägt Alarm beim Veterinäramt Backnang
Stand: 8. November 2011
Gerlingen/ Winnenden, 08. November 2011 – Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. hat beim derzeit in Winnenden gastierenden Circus Luna erhebliche Verstöße gegen die Zirkus-Leitlinien festgestellt und sofort das zuständige Veterinäramt in Backnang eingeschaltet. So standen beispielsweise den Bären weder das erforderliche Außengehege, noch eine Wasserstelle zur Verfügung. Der Elefant des Zirkusbetriebs wurde ausschließlich in einem Stallzelt gehalten, auch für ihn war das zwingend notwendige Außengehege nicht vorhanden. Damit verstößt Circus Luna gegen die behördlichen Mindestanforderungen. Weitere grobe Zuwiderhandlungen wurden dokumentiert. PETA Deutschland e.V. forderte das Veterinäramt gestern auf, umgehend Maßnahmen einzuleiten.
„Wir haben am Sonntag einen Elefanten angetroffen, der entgegen der Richtlinien in Einzelhaft und ausschließlich in einem winzigen Stallzelt leben muss und die meiste Zeit völlig verstört mit dem Kopf hin und her ´webt´, ein klares Anzeichen für erhebliches Leiden. Die Bären wanderten ebenso die ganze Zeit im engen Käfig ohne Auslauf auf und ab. Diese grobe und bewusste Missachtung bestehender Vorschriften ist massive Grausamkeit an Tieren, die man den Tieren auch ansieht. Wer Geld für eine Eintrittskarte bezahlt, finanziert rücksichtslose Tierquälerei. Die Tiere hätten längst sichergestellt und in eine tierschutzgerechtere Haltung überführt werden müssen“, sagt PETAs Wildtier-Experte und Kampagnenleiter Peter Höffken.
Gerade erst gestern hat der Agrarausschuss des Bundesrates mit deutlicher Mehrheit für ein Verbot von Elefanten, Bären und anderen Wildtieren im Zirkus votiert. Circus Luna steht schon lange in der Kritik der Tierrechtsorganisation PETA. Die Bären und die Elefantendame Benjamin sind nach Auffassung von PETA durch jahrelange tierquälerische Haltung beim Zirkus unberechenbar geworden. Im September 2010 wurde ein junger Vater in Leutkirch durch einen Angriff des Elefanten Benjamin lebensgefährlich verletzt. Der 24-Jährige verlor eine Niere und lag im Koma. Trotzdem hat der Zirkus die Besucher nur wenige Wochen nach dem schweren Unfall wieder dem Risiko eines Angriffs ausgesetzt. Kinder wurden sogar animiert, auf der „braven Benjamin“ zu reiten. Im März 2007 brach ein Bär in Fulda aus und konnte nur mittels Betäubung wieder eingefangen werden. Im April 2004 endete eine veterinärhygienische Kontrolle mit der Bedrohung der Amtsveterinärin. Bereits im Jahr 2000 schlug der Elefant eine Frau in Melsungen krankenhausreif. Das Tier versetzte der Mutter und ihrem sechs Jahre alten Kind einen Schlag mit dem Rüssel. Auch der weltweit anerkannte Elefantenexperte Dr. Fred Kurt warnt: „Jeder Kontakt zwischen dem Tier [Benjamin] und einem Besucher kann in einer weiteren Tragödie enden.“
Weitere Informationen, Video und Bilder zu Zirkus Luna:
http://www.peta.de/LunaElefantInterviewkontakt: Peter Höffken, Tel. 07156 / 17828-18, PeterH@peta.de
Prominente engagieren sich für ein Wildtierverbot im Zirkus:
http://www.peta.de/web/home.cfm?p=54

Bär ohne Auslauf bei Circus Luna, 06.11.11 © PETA Das hochauflösende Motiv schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage zu.