Menschliche „Leichen“ im Fischernetz
Tierschützer protestierten in Frankfurt gegen Tierquälerei
Stand: 16. Oktober 2009
Frankfurt am Main, 16. Oktober 2009 – Gestern Mittag protestierten als Fische verkleidete Aktivisten der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. gegen das qualvolle Sterben von Fischen in Fischernetzen. Mit silbernem Bodypaint und Flossen kostümiert machten sie darauf aufmerksam, wie grausam das langsame Ersticken in Fischernetzen für die Tiere ist. „Fischen tut weh!“ und „Helfen Sie uns, die Weltmeere zu retten!“ lauteten die Slogans der Banner. Ex-Boxweltmeister Wolfgang Penzler sowie Nina Christmann, Freundin von Eintracht-Profi Patrick Ochs, unterstützen die Protestaktion und legten sich ins Netz bzw. verteilten Flugblätter an Passanten. Mit kostenlosen „Veggie Starter Kits“ wurden Passanten zur fischfreien Ernährung motiviert.
„Wenn Fische schreien könnten, würde niemand sie essen“, ist sich Meeresbiologin Dr. Tanja Breining von PETA sicher. „Wir wollen mit dieser Aktion Passanten auffordern, Fischprodukte vom Speiseplan zu streichen. Nur so können die Meere gerettet werden.“ Die Anzahl der jährlich getöteten Fische wird nicht mehr in Individuen sondern in Tonnen gemessen: 100 Millionen Tonnen Fisch werden jährlich aus den Weltmeeren gezogen, 55 Millionen Tonnen Fisch in Fischfarmen produziert. Auf Aquafarmen werden etwa 5 kg „Wildfisch“ benötigt, um 1 kg „Zuchtfisch“ heranzuziehen. „Doch auch die nachhaltige Fischerei verursacht großes Tierleid“, betont Dr. Breining. Aus den Meerestiefen heraufgezogen erleiden die Fische eine qualvolle Druckverminderung: Ihre Schwimmblase zerreißt, die Augen treten aus den Höhlen und der Magen wird aus dem Mund herausgepresst. Viele Tiere leben noch, wenn sie aufgeschnitten, ausgenommen oder eingefroren werden. Zudem sei Fisch laut Dr. Breining für Menschen ungesund: Aufgrund fortschreitender Verunreinigung der Gewässer enthalte das Fleisch der Tiere immer höhere Konzentrationen an Schadstoffen. Dazu zählt unter anderem Quecksilber. PCB, das in den meisten Fischen enthalten ist, kann zu Unfruchtbarkeit führen. In Sushi und Maki seien im Sommer 2008 Fäkalkeime und Staphylokokken nachgewiesen worden.
Interviewkontakt: Dr. Tanja Breining, Mobil 0173 / 6575668
Weitere Informationen:
www.Fischen-tut-weh.deDruckfähiges Foto:
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