Münchner Eisbärin Lisa ist in Berlin im erbärmlichen Zustand
Tierrechtsorganisation erhebt schwere Vorwürfe gegen Tierpark Hellabrunn
Stand: 22. Oktober 2009
München / Berlin, 22. Oktober 2009 – Augenzeugen-Berichte legen nahe, dass die Münchner Eisbärin Lisa im Tierpark Berlin im Sterben liegen könnte. Die 31-jährige Eisbärendame wurde im September trotz Protesten der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. von München nach Berlin transportiert. PETA warnte damals aufgrund des bedrohlichen Zustandes der betagten Eisbärin vor schweren Gesundheitsschäden und erstattete Anzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz – bislang ohne Reaktion des zuständigen Veterinäramtes München. Während die Zooleitung des Tierparks Hellabrunn noch gestern gegenüber der SZ behauptete, nur das Beste für ihre Tiere zu wollen, leidet Lisa offensichtlich in Berlin. PETA erhebt jetzt erneut schwere Vorwürfe gegen den Münchner Tierpark und die zuständigen Veterinärbehörden.
„Unverantwortlich! Nur weil Zoo und Behörden nicht handeln wollten, ringt Lisa jetzt offensichtlich mit dem Tod“, ist Zooexperte Frank Albrecht von PETA empört. Eine Augenzeugin hat sich an PETA gewandt – laut ihrer Aussage harrt Lisa seit dem 14. Oktober 2009 fast nur noch liegend in die Außenanlage aus und sei zu schwach, um ins Innengehege zurückzukehren. Auch soll sie seit langer Zeit keine oder kaum Nahrung mehr zu sich nehmen. Ihr Allgemeinzustand wird als sehr schwach und extrem abgemagert beschrieben. PETA macht den Risikotransport nach Berlin für Lisas katastrophalen Zustand verantwortlich. Diplom-Biologin Ulrike Stephan bestätigt in ihrer Dissertation (2006): „Entscheidend ist, dass Transportphänomene bei Eisbären eindeutige Stressoren hohen Ausmaßes sind.“ PETA wurde ein vertrauliches Dokument von Münchens Bürgermeisterin Christine Strobl an den Tierpark Hellabrunn zugespielt, wegen dem die Tierrechtsorganisation nun vermutet, dass Eisbärin Lisa nicht mehr nach München zurückkehren wird. Weiterhin wird die neue Eisbärenanlage in München offenbar nicht aus Tierschutzgründen gebaut, sondern weil der Tierpark Hellabrunn in Zukunft Eisbärenbabys züchten möchte. PETA fordert ein Auslaufen der Eisbärenhaltung im Tierpark Hellabrunn
Interviewkontakt: Frank Albrecht, Tel. 07156 / 17828-35
Weitere Informationen:
www.freiheit-fuer-eisbaeren.de Zur Dissertation von Dipl.-Biologin Ulrike Stephan:
http://digbib.ubka.uni-karlsruhe.de/volltexte/1000005171 Das Schreiben von Bürgermeisterin Christine Strobl senden wir Ihnen gerne auf Anfrage zu!