Mutmaßliche Tierschutz-Missstände bei Elefantenhaltung im Circus Carl Busch
PETA empfiehlt, den Zirkus zu meiden – Veterinärbehörde eingeschaltet
Stand: 3. November 2011
Stuttgart / Gerlingen, 3. November 2011 – Noch bis zum 13. November gastiert Circus Carl Busch auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. hat sich mit der Elefantenhaltung des Zirkusunternehmens befasst und dabei erneut Verdachtsmomente auf Verstöße gegen die behördlichen Mindestauflagen dokumentiert. Da Circus Carl Busch bereits andernorts wegen der mangelhaften Elefantenhaltung zu Geldbußen verurteilt wurde, hat PETA nun die Stuttgarter Veterinärbehörden eingeschaltet. PETA fordert zudem ein generelles Verbot der Wildtierhaltung in Zirkusbetrieben.
„Die Mindestrichtlinien sind ohnehin schon unzumutbar, aber wenn diese sogar noch unterschritten werden, ist es Tierquälerei“, sagt Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA. „Konkret fehlte in dem Außengehege eine Scheuermöglichkeit für die Elefanten, weiteres Beschäftigungsmaterial war kaum vorhanden. Eine Wasser- und eine Suhlstelle, wie in den behördlichen Richtlinien gefordert, fehlten ebenfalls“, so Höffken weiter. „Die Stuttgarter Bürger sollten diesen Zirkus nicht mit ihrem Eintrittsgeld unterstützen, das Tierleid ist offensichtlich.“
In der Vergangenheit wurde der Zirkus wegen mangelhafter Elefantenhaltung zu Geldbußen verurteilt: Der Verein Elefanten-Schutz Europa e.V. hat mehrere Fälle dokumentiert. Demnach mussten die Elefanten immer wieder nächtelang auf dem Zirkustransporter ausharren, teilweise bei winterkalten Temperaturen. Auf Verlangen der Veterinärbehörden in Wiesbaden wurde der Zirkus dafür im November 2010 zu einem Bußgeld verurteilt. In Darmstadt läuft gerade ein solches Verfahren.
Die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie auch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 anderen europäischen Ländern, die bereits Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Schauspielerin Cosma Shiva Hagen, Bill und Tom von Tokio Hotel und Comedian Hella von Sinnen.
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Peter Höffken, 07156 / 178 28-18, PeterH@peta.de