Nach Tigerunfall in HH: Frieren aus Protest!
PETA-Aktivistin demonstriert im Bikini gegen Wildtiere im Zirkus
Stand: 11. Dezember 2009
Stuttgart, 11. Dezember 2009 – Nur im Bikini und mit aufgemaltem Löwen-Gesicht protestierte Laura Baker (21) heute in Stuttgart-Mitte, Kronprinz-/Büchsenstraße gegen Wildtierdressuren im Zirkus. Eine Stunde lang saß die Aktivistin der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. trotz eisiger Temperaturen frierend in einem Käfig. Ihr Protest richtet sich speziell gegen die diesjährige Wildtiernummer beim Stuttgarter Weltweihnachtszirkus – eine Löwendressur. PETA will die Gefangenhaltung von Wildtieren im Zirkus generell abschaffen und erinnert daran, dass es bereits in zahlreichen Ländern (z. B. Indien, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Österreich, Portugal und Schweden) verboten ist, Raubkatzen und andere Wildtiere im Zirkus zur Schau zu stellen.
„Löwen gehören in keinen Zirkus. Ihr Lebensraum sind die Halbwüsten, Steppen, Busch- und Waldsavannen Afrikas. Sie besitzen enorme kognitive Fähigkeiten, die auf dem Cannstatter Wasen und in Zirkusgefangenschaft verkümmern“, so Laura. Auch Stuttgarter Experten wie der Wilhelma-Tierarzt Dr. Rietschel äußern sich kritisch zur Großkatzenhaltung im Zirkus. „Bei der Haltung von Großkatzen und Bären im Zirkus ist wegen der besonderen Umstände, die in diesen Betrieben vorliegen, eine artgerechte Tierhaltung nicht oder nur sehr begrenzt möglich“, so Dr. Rietschel (Quelle: Dtsch. Tierärztlichen Wochenschrift (März 2002). Von der Stadt Stuttgart fordert PETA, dem Zeitgeist und dem Artikel 20 des Grundgesetzes Rechnung zu tragen, wonach der Staat eine besondere Verantwortung Tieren gegenüber übernommen hat. „Ethik vor Monetik“, appelliert Kampagnenleiterin Carola Schmitt von PETA. In einem Brief an Löwendresseur Martin Lacey, der beim Weltweihnachtszirkus in Stuttgart auftritt, fordert Schmitt durch eine lückenlose Auflistung Transparenz über die im Zirkus geborenen Löwen zu schaffen. Denn in Deutschland gibt es nicht nur bei Hauskatzen eine Überpopulation, sondern auch bei Raubkatzen. Viele Tiere verschwinden deshalb bei dubiosen Tierhändlern, werden für Jagden freigegeben oder landen zur Gewinnung von Potenzmitteln in China. PETA bittet alle tierlieben Stuttgarter, dem diesjährigen Weltweihnachtszirkus fernzubleiben. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum eigenen Engagement gegen Wildtiere im Zirkus finden Sie unter www.zirkus.peta.de.
Interviewkontakt: Carola Schmitt, Tel. 07156 / 17828-24, Mobil 0162 257 8504
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