Nach tödlichem Beißvorfall in Schmallenberg: PETA fordert Einführung eines „Hundeführerscheins“ für Hundehalter
Nachweis verhindert Unfälle und ermöglicht Hunden ein tiergerechtes LebenStand: 16. Dezember 2011
Schmallenberg (Nordrhein-Westfalen) / Gerlingen, 16. Dezember 2011 – Am Donnerstagabend wurde im nordrhein-westfälischen Schmallenberg ein zwei Wochen altes Baby von einem Husky-Mischling angefallen und tödlich verletzt. Der Polizei zufolge ereignete sich das Unglück in der Wohnung der Eltern, die zwei Hunde hielten. Das Neugeborene wurde in eine Spezialklinik gebracht und verstarb wenig später. Mit Hinblick auf den schrecklichen Vorfall fordert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. erneut die Einführung eines „Hundeführerscheins“. Dieser besteht aus einem Theoriekurs, bei dem vor der Aufnahme des Hundes das notwendige Fachwissen vermittelt wird, und einem anschließenden Praxisseminar in einer Hundeschule, bei dem sowohl der Halter als auch sein Hund teilnehmen. Das Konzept stellt sicher, dass potenzielle Hundehalter gewissenhaft und tiergerecht mit ihrem Tier umgehen.
„Noch bevor Menschen einen Hund aufnehmen, müssen sie den sachgemäßen Umgang mit Hunden lernen und vorweisen“, sagt Charlotte Köhler, Kampagnenleiterin bei PETA. „Aggression darf erst gar nicht entstehen. Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für den Menschen werden.“
In der Schweiz sind Hundehalter bereits seit September 2008 zu einem „Hundeführerschein“ verpflichtet. Niedersachsen wird diesen 2013 als erstes Bundesland in Deutschland einführen. In Nordrhein-Westfalen, wo sich der jüngste Beißvorall ereignete, regelt das Landeshundegesetz lediglich die Haltung von als gefährlich eingestuften „Rassen“ sowie großen, sogenannten 20/40-Hunden über einen Sachkundenachweis. Da schlechte Haltung oder gewaltsame Erziehung jeden Hund aggressiv machen können, ist ein allgemeiner „Hundeführerschein“ nicht nur zur Verhinderung von Beißvorfällen sinnvoll, er trägt auch dem Tierschutzgedanken Rechnung.
Die Einführung von verpflichtenden Theoriekursen wird zudem Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung beschäftigt haben, von einem Spontankauf abrücken lassen. Jedes Jahr landen 78.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.
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