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Nashorn Tsavo darf nicht nach Marburg

Muss das Gastspiel von Circus Krone ausfallen? OB Vaupel prüft

Stand: 6. Juni 2011

Marburg / Gerlingen, 6. Juni 2011 – Ab dem 8. Juni gastiert der Münchner Circus Krone in Marburg. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. hat im Vorfeld Oberbürgermeister Egon Vaupel aufgefordert, das Krone-Gastspiel in seiner Stadt zu unterbinden. Grund: Der Pachtvertrag sieht vor, dass aus Tierschutzgründen kein Nashorn auf öffentlichen Marburger Flächen von Zirkusbetrieben mitgeführt werden darf. Den Krone-Ankündigungen zufolge ist Nashornbulle Tsavo aber auch in Marburg mit dabei. OB Vaupel prüft nun mögliche Konsequenzen. PETA fordert die Marburger Behörden zudem auf, ein kommunales Wildtierverbot für Zirkusbetriebe zu beschließen, wie es beispielsweise in Köln, Stuttgart, Speyer, Heidelberg, Potsdam und seit neuestem auch in Worms bereits umgesetzt ist.

„Die Mitführung eines Nashorns im Zirkus, aber auch von Elefanten, Seelöwen und Raubkatzen, ist pure Tierquälerei. Die Behörden haben bei Circus Krone schon oftmals Verstöße gegen Tierschutzbestimmungen festgestellt und gemäß einem Urteil des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg von 2010 darf Circus Krone sogar als notorischer Tierqualzirkus bezeichnet werden“, so PETAs Wildtier-Experte Peter Höffken. Die bundesweit geltenden Ministeriumsrichtlinien regeln, dass keine Nashörner im Zirkus gehalten werden sollen, weil, so heißt es dort, „Nashörner äußerst sensibel auf Stress, Transporte und Veränderungen in ihrer vertrauten Umgebung reagieren. Dem Bewegungsbedürfnis der Tiere sowie der Forderung nach einer artgerechten Gehegestruktur ist unter Zirkusbedingungen kaum Rechnung zu tragen“. Nashörner im Zirkus stellen zudem ein Sicherheitsrisiko dar. Im April 2010 wäre es beinahe zur Katastrophe gekommen, als Tsavo während einer Krone-Vorstellung die Randbegrenzung durchbrach und mit seinen 3,5 Tonnen auf den Zuschauereingang zurannte.

Hinter den glitzernden Zirkuskulissen von Circus Krone ist das Leid der Tiere grenzenlos und sogar behördlich dokumentiert. Nach einer Strafanzeige von PETA und einer Gegenanzeige von Zirkus Krone hat die Staatsanwaltschaft München I im Oktober 2010 PETA Recht gegeben und festgestellt „[…] dass bei einem Teil der Tiere des Circus Krone tatsächlich deutliche Haltungsmängel sowie Verhaltensstörungen vorlagen, die gutachterlicherseits als erhebliche Leiden im Sinne von § 17 Nr. 2b Tierschutzgesetz eingestuft wurden. Insbesondere wurden bei den Elefanten Verhaltensstörungen in Form von Bewegungsstereotypien beobachtet“.

Sogar die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus; ebenso die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD. Nach einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits Verbote oder drastische Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Schauspielerin Cosma Shiva Hagen, Bill und Tom von Tokio Hotel und Comedian Hella von Sinnen.

Weitere Informationen: http://www.peta.de/CircusKrone

Interviewkontakt: Peter Höffken, Tel. 07156 / 17828-18, PeterH@peta.de
Druckfähige Fotos von Tieren im Circus Krone: http://www.fotos.peta.de/categories.php?cat_id=22
Prominente engagieren sich für ein Wildtierverbot im Zirkus: http://www.peta.de/web/home.cfm?p=54



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