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Ohrfeige für Aigner-Ministerium durch erneuten Bundesratsvorstoß für ein Wildtierverbot

Auch die Haltung von Löwen und Tigern muss verboten werden

Stand: 8. November 2011

Berlin / Gerlingen, 8. November 2011 – Der Agrarausschuss des Bundesrats hat sich gestern erneut für ein Verbot bestimmter Wildtierarten in Zirkusbetrieben ausgesprochen. In einem Entschließungsantrag wird der Bundesrat nun voraussichtlich am 25. November das Haltungsverbot von Elefanten, Großbären, Affen, Flusspferden, Giraffen und Nashörnern von der Bundesregierung fordern. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. sieht in der erneuten Initiative eine schallende Ohrfeige für das Ministerium von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, das bereits 2003 vom Bundesrat mit der Umsetzung eines Wildtierverbots beauftragt wurde. PETA fordert bei der Ausgestaltung des sich abzeichnenden Wildtierverbotes bei besonders kritischen Tierarten, wie etwa Elefanten, kurze Übergangsfristen von maximal zwei Jahren, in denen die Tiere in eine Auffangstation oder ähnliche Einrichtungen überführt werden müssen.

„Wildtiere können in Zirkussen niemals artgerecht gehalten werden, alle Elefanten sterben viel zu früh im Zirkus und werden in einer gewaltsamen Prozedur zur Dressur gezwungen“, konstatiert Peter Höffken, Wildtierexperte und Kampagnenleiter bei PETA. „Doch auch Menschen leiden unter der Untätigkeit des Aigner-Ministeriums: Die vielen, zum Teil schwer durch Wildtiere verletzten Menschen, gehen eindeutig auf sein Konto. Ein Wildtierverbot muss unbedingt auch die Großkatzen beinhalten, die derzeit noch auf der Bundesratsliste fehlen.“

Seit acht Jahren versäumt es das Landwirtschaftsministerium, ein Wildtierverbot zu verhängen. In dieser Zeit sind zahlreiche Menschen durch Wildtiere im Zirkus verletzt worden. Rund 60 Ausbrüche von Tieren aus deutschen Zirkussen hat PETA auf ihrer Internetseite zusammengetragen – allein zwischen 2009 und 2011. Im September 2010 wurde ein junger Vater in Leutkirch durch einen Elefanten im Circus Luna lebensgefährlich verletzt. Er verlor eine Niere und lag im Koma, sein neun Monate alter Sohn erlitt einen Oberschenkelbruch. Nur wenige Wochen später durften Kinder wieder auf dem Elefanten reiten. Im März 2011 wurde Löwin Nala aus dem Zirkus Humberto von der Polizei erschossen, nachdem sie aus der Manege ausbrach. Im Februar 2010 griff ein Tiger im Zirkus Probst den Dompteur an und verletze ihn schwer.

Weitere Informationen:
www.peta.de/zirkus

Interviewkontakt:
Peter Höffken, 07156 / 17828-18, PeterH@peta.de
Bodypainting-Aktion gegen Wildtiere im Zirkus © PETA Ein Tiger im Zirkus Probst verletzte einen Dompteur schwer © PETA

Bodypainting-Aktion gegen Wildtiere im Zirkus © PETA Ein Tiger im Zirkus Probst verletzte einen Dompteur schwer © PETA

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