Stand: Dezember 2010
Nicht selten wird der Anblick dieser Tiere mitfühlende Menschen zu Spontankäufen ermutigen. Nach offiziellen Angaben der Stadt Verl bieten bis zu 130 Tierhändler unzählige Tiere an, so beispielsweise auch Hundewelpen verschiedener Rassen. Die völlig verängstigten und gestressten Tiere haben keinerlei Rückzugsmöglichkeiten, um den Blicken der Besucher des Tiermarktes zu entkommen. Jeder, der möchte und für die Tiere bezahlen kann, kann hier ein Tier erwerben. Woher die Tiere stammen, bleibt den Käufern verborgen, wohl auch um tierschutzwidrige Haltungsbedingungen zu verbergen.
Das schier Unglaubliche an diesem Markt ist aber, dass der Veranstalter nicht etwa ein privates Unternehmen ist, es ist die Stadt Verl selbst!
Im Schriftverkehr mit der Stadt Verl lässt man PETA ausrichten, dass der Tiermarkt strengen Kontrollen unterliegt und dass man von einer kurzfristigen Einstellung des Tierhandels absieht. Angesichts der dramatischen Lage, in der sich hunderte Tierschutzeinrichtungen befinden, sieht PETA allerdings dringenden Handlungsbedarf und fordert die sofortige Schließung des Marktes. Gerade öffentlichen Einrichtungen sollte doch bekannt sein, dass das Wohl der Tiere als Staatsziel formuliert und der Tierschutz im Grundgesetz verankert ist. Die Kommune sollte als Vorbild fungieren und verantwortungsvoll mit Tieren umgehen, nicht aber die ohnehin vorhandene Überpopulation von Tieren weiter antreiben.
Schon seit Jahren versuchen Tierschützer, zumindest die Haltungsbedingungen für die Tiere auf dem Kaunitzer Tiermarkt, der seit 1966 in Betrieb ist, zu verbessern. Bislang haben sich jedoch nur minimale Verbesserungen für die Tiere ergeben. Angesichts der ansteigenden Anzahl an Tieren, die jährlich in deutschen Tierheimen und anderen Tierschutzeinrichtungen abgegeben werden, und der gleichzeitig stagnierenden Spendeneinnahmen für die Tierschutzgruppen, fordert PETA Deutschland e.V. jedoch die gänzliche Einstellung des Verkaufs von Tieren in der Ostwestfalenhalle in Kaunitz. Denn auch heute schon gibt es in Deutschland zu viele Tiere, die leiden!